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Neu in Wien
Während und auch nach dem Studium übernahm sie zahlreiche Bühnenrollen
in bekannten Musicals der 70er Jahre und war mit solistischen Konzerten
in den USA unterwegs. Als Solistin der amerikanischen Gospel-Chorgruppe
"The Continental Singers" bereiste sie erstmals Europa. Ausserdem machte
sie erste Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen und unterrichtete ein Jahr
lang Schauspiel und Musik an einer Grundschule in Texas.
Frisch
mit Cae verheiratet bekam Eddie 1978 ein zehnmonatiges Stipendium als
klassischer Bariton an der Wiener Staatsoper. Eddie berichtet: "Da habe
ich dann Deutsch studiert und Cae hat sich geweigert. Sie sagte: '10 Monate?
- Das lohnt sich nicht!'" Für Cae war diese Zeit nicht gerade aufregend:
"Ich konnte kein Wort Deutsch, hatte in Wien keine Freunde und fühlte
mich sehr einsam." Eddie erzählt von Cae's Problemen weiter: "Während
dieser Zeit kamen Vorsingen für's Theater an der Wien und ich habe sie
gezwungen, mitzumachen."
1980 bekam sie dann die Rolle der Maria Magdalena in dem unter Christen
nicht unumstrittenen Musical "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd
Webber und spielte sie zwei Jahre lang im berühmten Theater an der Wien
vor ausverkauften Haus. Wie sieht sie heute ihren Part und das gesamte
Musical? "Ich hatte und habe da weniger Probleme als andere", gesteht
Cae. "Die Deutschen sind gründlich und analysieren demzufolge auch alles
sehr tief. Ich bin nie auf den Gedanken gekommen, das Musical theologisch
kritisch zu bewerten, obwohl ich damals bereits Christ war. Das Wichtigste
für mich an der Wiener Inszenierung war die Schlussszene. Normalerweise
bleibt in diesem Musical 'Jesus' am Kreuz hängen und der Vorhang fällt.
Nun, dieser Regisseur entschied sich, 'Jesus' vom Kreuz herabsteigen zu
lassen, das Ensemble umringt den Auferstandenen und verlässt mit ihm die
Bühne - dann erst fällt der Vorhang."
Doch
dort in Wien gab es für beide eine wichtige Entwicklung in ihrem Christsein.
Cae: "Wir zogen nach Wien und dachten: 'Hu, jetzt sind wir frei! Keiner
kennt uns. Wir müssen nicht mehr in die Kirche gehen. Ab jetzt schlafen
wir sonntags länger.' Dann erzählte uns jemand von einem texanischen Kammersänger,
den wir kennenlernen müssten. Wir versuchten ein paarmal vergeblich, ihn
in der Staatsoper zu treffen, bis er uns anrief: 'Am Sonntag bin ich in
einer Kirche, da können wir uns treffen.' - 'Na ja,' dachten wir, 'dann
müssen wir halt am nächsten Sonntag früh aufstehen und hinfahren.' Diese
Gemeinde war ein absolutes Erwachen für uns. Dort trafen wir zum ersten
Mal Christen, die nicht da waren, weil sie mussten oder aus sozialen Gründen
- das alles kannten wir aus unserer Kindheit. Diese Christen waren da,
weil sie es so wollten. Durch die Begegnung mit solchen Menschen gewann
das Christsein eine ganz andere Ebene für uns, eine andere Wichtigkeit,
eine Lebendigkeit."
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