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CAE GAUNTT - Ein Porträt

CAE  GAUNTT  -  Ein Porträt
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Neu in Wien


Während und auch nach dem Studium übernahm sie zahlreiche Bühnenrollen in bekannten Musicals der 70er Jahre und war mit solistischen Konzerten in den USA unterwegs. Als Solistin der amerikanischen Gospel-Chorgruppe "The Continental Singers" bereiste sie erstmals Europa. Ausserdem machte sie erste Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen und unterrichtete ein Jahr lang Schauspiel und Musik an einer Grundschule in Texas.

Cae Gauntt in der Zeitschrift Lydia 3/´96, S.5Frisch mit Cae verheiratet bekam Eddie 1978 ein zehnmonatiges Stipendium als klassischer Bariton an der Wiener Staatsoper. Eddie berichtet: "Da habe ich dann Deutsch studiert und Cae hat sich geweigert. Sie sagte: '10 Monate? - Das lohnt sich nicht!'" Für Cae war diese Zeit nicht gerade aufregend: "Ich konnte kein Wort Deutsch, hatte in Wien keine Freunde und fühlte mich sehr einsam." Eddie erzählt von Cae's Problemen weiter: "Während dieser Zeit kamen Vorsingen für's Theater an der Wien und ich habe sie gezwungen, mitzumachen."

1980 bekam sie dann die Rolle der Maria Magdalena in dem unter Christen nicht unumstrittenen Musical "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber und spielte sie zwei Jahre lang im berühmten Theater an der Wien vor ausverkauften Haus. Wie sieht sie heute ihren Part und das gesamte Musical? "Ich hatte und habe da weniger Probleme als andere", gesteht Cae. "Die Deutschen sind gründlich und analysieren demzufolge auch alles sehr tief. Ich bin nie auf den Gedanken gekommen, das Musical theologisch kritisch zu bewerten, obwohl ich damals bereits Christ war. Das Wichtigste für mich an der Wiener Inszenierung war die Schlussszene. Normalerweise bleibt in diesem Musical 'Jesus' am Kreuz hängen und der Vorhang fällt. Nun, dieser Regisseur entschied sich, 'Jesus' vom Kreuz herabsteigen zu lassen, das Ensemble umringt den Auferstandenen und verlässt mit ihm die Bühne - dann erst fällt der Vorhang."

Cae Gauntt  [Promotion-Foto 1996]Doch dort in Wien gab es für beide eine wichtige Entwicklung in ihrem Christsein. Cae: "Wir zogen nach Wien und dachten: 'Hu, jetzt sind wir frei! Keiner kennt uns. Wir müssen nicht mehr in die Kirche gehen. Ab jetzt schlafen wir sonntags länger.' Dann erzählte uns jemand von einem texanischen Kammersänger, den wir kennenlernen müssten. Wir versuchten ein paarmal vergeblich, ihn in der Staatsoper zu treffen, bis er uns anrief: 'Am Sonntag bin ich in einer Kirche, da können wir uns treffen.' - 'Na ja,' dachten wir, 'dann müssen wir halt am nächsten Sonntag früh aufstehen und hinfahren.' Diese Gemeinde war ein absolutes Erwachen für uns. Dort trafen wir zum ersten Mal Christen, die nicht da waren, weil sie mussten oder aus sozialen Gründen - das alles kannten wir aus unserer Kindheit. Diese Christen waren da, weil sie es so wollten. Durch die Begegnung mit solchen Menschen gewann das Christsein eine ganz andere Ebene für uns, eine andere Wichtigkeit, eine Lebendigkeit."


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