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CAE GAUNTT - Ein Porträt

CAE  GAUNTT  -  Ein Porträt
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Ganz persönlich


CD-Cover:  ''Welt von 1000 Wegen''  (1995)Im Dezember 1995 erschien Cae's 5. CD "Welt von 1000 Wegen". Schon kurz nach ihrer Babypause plante sie an diesem Konzept-Album unter dem Arbeitstitel "Fremd". Zunächst wurde allerdings erst einmal "Alive!" produziert. Doch da Cae das "Fremd"-Projekt so wichtig war, sollte es dann doch noch realisiert werden. Sie beschäftigt sich schon seit jeher mit dem Thema, als Fremder auf dieser Welt zu sein. Aufgrund dessen, dass sie Amerikanerin in Deutschland ist, könnte man meinen, es ginge um das Thema "Ausländer", doch sie meint etwas anderes: "Vielleicht habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt, weil ich Ausländerin bin. Diese Texte haben aber nichts damit zu tun. Mein Zuhause hat in diesem Fall nicht mit meiner Adresse und meinem Wohnort zu tun, denn 'fremd zu sein' bedeutet mir etwas ganz anderes. Ich habe mir 'mein' Zuhause gewählt. Diesen Weg mit Gott zu gehen, dafür habe ich mich entschieden, weil ich bei ihm zu Hause bin." Und so erzählte sie einfach die Geschichte von ihrem Leben - Oder besser gesagt, sie ließ sie erzählen. Denn die Texte des Liederzyklus stammen nicht aus Cae's Feder, sondern aus der von Manfred Siebald, dem Amerikanistik-Professor und bekannten Schreiber ungezählter Lieder. Nachdem sie den Mut gefasst hatte, die neue Produktion vollständig auf deutsch zu machen, "habe ich überlegt, ob ich verschiedene Texter anfragen soll, oder einen. Ich wünschte mir, dass die Texte einen festen Grund haben, dass klare Bilder darin stecken, dass sie wie wunderschöne Gedichte sind, die die Menschen packen und mitreißen. Und dann hatte ich die Idee, Manfred Siebald zu fragen, ob er nicht alle schreiben würde." Nach reichlicher Überlegung "hat er ja gesagt -Unglaublich. Eineinhalb Jahre hat er dran gearbeitet." Für Cae schneiderte er die gewünschten "Gedichte, die an sich schon so schön sind, dass man sie auch ohne Musik total lieben kann." Seine Zusage war für sie auch gleichzeitig die Bestätigung, dass die Produktion über die Bühne gehen sollte: "Wenn er nein gesagt hätte, dann hätte ich das auch nicht gemacht!"

Cae zusammen mit Florian Sitzmann (r.) und Edo Zanki.

Cae zusammen mit Florian Sitzmann (r.) und Edo Zanki.





Das Inhaltliche war somit sichergestellt, aber ein paar Textzeilen machen ja noch kein Lied aus. Bis auf zwei Titel wurden die Melodien von Sandi Patty's CD "Le Voyage" übernommen, "aber oft gefiel uns das nicht - mit 100 Streichern, das klingt nach Filmmusik. Ein bisschen kerniger" wollte Cae es. Es fehlte also noch an einem Produzenten, der die Inhalte auch in der rechten Weise mit den Melodien verbinden würde. Wieder ging die große Suche los. Cae berichtet: "Dieter Falk hatte ja meine ersten Platten produziert und Florian Sitzmann hat mit mir zusammen die 'Alive!' gemacht, aber wer sollte jetzt 'mein Baby' machen?" Nachdem einige potentielle Namen genannt wurden und Cae das Für und Wider mit Florian und auch Manfred Siebald diskutierte, fiel schließlich der Name Edo Zanki, der als vielgefragter Produzent und Komponist erfolgreicher Hits, z.B. für Herbert Grönemeyer und Tina Turner, seit Jahren zum festen Inventar der deutschen Rockszene gehört. "Ich wusste zwar, dass es einen Edo Zanki ganz in unserer Nähe gibt und ich mochte auch seine Musik, aber bis dahin wusste ich gar nicht, dass er auch selber in einem eigenem Studio produziert." Nachdem sie erfahren hatte, dass das Studio gar nicht weit weg war, "haben wir dann einen ersten Termin ausgemacht und uns sofort mit ihm verstanden. Er zeigte Interesse für das Projekt, weil ihm die Musik und meine Stimme gefallen haben." Florian und Cae nahmen dann in Edo's Studio, in seiner Abwesenheit, einige einfache Demos auf. "Als wir uns dann zum zweiten Termin trafen, hörte er gerade die Lieder vom Demo zum ersten Mal an. Es war so schön, als er den Kopfhörer absetzte, sich zu uns umdrehte und Tränen in den Augen hatte. Das Projekt hat ihm gefallen und er wollte es unbedingt machen." Überrascht über diese Entscheidung konnte man dann endlich an's Arbeiten gehen. Durch Edo Zanki's eher gemütliche Art der Produktionsgestaltung gingen dann fast zwei volle Monate intensivster Arbeit ins Studioland. Rausgekommen ist eine elf Titel umfassende Platte, die sich sehen, bzw. hören lassen kann. Ein facetten- und variantenreiches Album mit wunderschönen Klaviersongs, aber auch poppigen Titeln.

Anfang 96 wurde Cae dann von den "PilaMusic-Magazin"-Lesern zur "Sängerin des Jahres 95" gewählt, ein Jahr später zur "Sängerin des Jahres 96".


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