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 Tim
Hughes
"when silence falls"

( 2004 Survivor Records / Gerth
Medien )
Tim Hughes teilt inzwischen
ein typisches Schicksal der Lobpreisbewegung mit seinem Kollegen Matt
Redman: Seine Lieder kennen viele, doch den Künstler und Musiker
dahinter fast niemand. Ein trauriges Schicksal, möchte man meinen,
oder? Ihn selber scheint es einen Dreck zu scheren, denn sein Anliegen
ist es Jesus mit seiner Musik zu erheben. Sein inzwischen weltbekanntes
Lied "here I am to worship (light of the world)" ist das seit
kurzem beliebteste moderne Worship-Lied Amerikas. Aber auch in Europa
ist es kaum noch aus der christlichen (Jugend-) Szene wegzudenken. Dabei
hat der brave Brite erst ein Album
veröffentlicht, daß seinerzeit auch gar nicht sooooo sehr beachtet
wurde. Mittlerweile liegt nach über drei Jahren endlich der Nachfolger
vor und der wurde/ wird natürlich mit "vollem Bewußtsein"
und kühler marktwirtschaftlicher Berechnung vermarktet. Sei's erst
mal drum, entscheidend sind jetzt Klänge und Lyriks:

Der neue Produzent Nathan Nockels - von Watermark
- hat Tim hier meilenweit vorangebracht im Vergleich zum Debütalbum.
War dort radiogeeigneter Dudelpop angesagt, so dominieren hier hochwertige
Modern-Rock-Arrangements, die gerne auch mal ausgefeilter und komplexer
sein dürfen. Herr Hughes liefert damit ein in sich geschlossenes
Gesamtwerk ab, daß sogar die Platten aus Matt Redmans bester Zeit
(Ende der 90er) fast mühelos überflügeln kann. Interessanterweise
hat der Gesang hier kaum noch britische Akzente, was eigentlich etwas
schade ist, dafür klingt es alles sehr klar und "geschmeidig".
Besonders toll finde ich, daß Nathans Frau Christy bei "consuming
fire" (# 3) und "holy, holy" (# 11) im Background singt.
Davon hätte es ruhig noch mehr geben können ;-) Was das Album
musikalisch ausmacht, sind seine hymnenartigen Songs, die man in dieser
Art nur selten von Lobpreisleitern hört, sondern meist nur diversen
Pop- und Rockplatten findet. Es fällt mir auch schwer, einzelne Anspieltips
herauszupicken, ich empfehle lieber, das ganze Werk mehrmals anzuhören,
um es in seiner Tiefe verstehen und genießen zu können.

Textlich bietet der junge Tim schon viel Theologie in seiner Anbetung;
stellt die Eigenschaften Gottes oft psalmartig dar und läßt
dabei viel von seiner Begeisterung, Faszination und Leidenschaft auf den
Hörer überschwappen. Fast alle Lieder hat er allein geschrieben
und sie sind zwischen 1998 und 2004 entstanden. "Holy, holy"
wurde übrigens von seinem Landsmann Nathan Fellingham geschrieben
und gehört zum Repertoire der Band phatfish
(CD "purple through the fishtank", 1999). Während Tims
"beautiful one" (# 1) bereits der neue Hit in Amerika ist und
die Nachfolge von "here I am to worship" angetreten hat, muß
man die restlichen Lieder erst noch "entdecken". Da bieten die
Texte jedoch viel Inspiration auf dem Weg der Anbetung des Schöpfergottes
und Erlösers! In "beauty of Your peace" (# 6; dt.: "Schönheit
Deines Friedens") heißt es: »Deine Stimme hat die
rasenden Stürme gestillt, / der Wind und die Wellen knien vor ihr
nieder. / Deine ruhige, 'kleine' Stimme bringt allen Hoffnung, / die auf
Dich warten - wir wollen auf Dich warten. / Auf daß Du uns zu dem
Ort bringst, wo Du unsere Seelen erneuerst / und all unser irdisches (Ab-)
Mühen vergeht. / Nimm von unseren Seelen Anspannung und den Streß
/ und laß unser (neu) geordnetes Leben bekennen, / die Schönheit
Deines Friedens.«

Fazit: Die Festwiese der Worship-Musik ist hoffnungslos überfüllt,
doch Tim Hughes gelingt es mit seinem zweiten Album neue Farbtupfer da
hineinzubringen. Viele Alben in seinem Genre überragt er gut und
gerne eine Kopflänge... Eine hochwertige Produktion mit treffend
arrangierten und tip-top geschriebenen Songs!
P.S. Eine limitierte Erstausgabe beim deutschen Vertrieb
enthält zusätzlich eine gratis Bonus-Sampler-CD von Tims Label
Survivor Records, genannt "Survivor Sampler '04". Darauf sind
15 Modern-Rock-Titel mit über 60 Minuten Spielzeit von neuen und
einigen bekannten britischen Worship-Acts. Unter anderem sind Vicky
Beeching, onehundredhours, yfriday,
DJ Doug Ross, Paul Oakley und Tree63 mit vertreten...
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