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4Him
"hymns - a place of worship"

( 2000 Benson Records / Gerth
Medien )
"Hymns" - darunter versteht der gemeine englischsprechende
Mensch etwa folgendes: Choräle und Glaubenslieder bis ca. 1900; ein "evangelisches
Gesangbuch" oder eine Orgel werden sicher auch gerne assoziiert.
Nun hat sich das in den christlichen Gemeinden in Amerika sehr bekannte
Männerquartett 4Him aufgemacht und zehn dieser
alten "Hymnen" neu vertont. Dazu kommen dann noch von vier Liedern kurze
Acapella-Zwischenstücke zur Abwechslung.

Natürlich ist mir auch bekannt, daß es einige Personen gibt, die versuchen
diese älteren Lieder irgendwie in Mißkredit zu bringen und dagegen irgendwelche
minderwertigen Lobpreischorusse als "besser" oder "geeigneter" anpreisen.
In meinen Augen ein Frevel. Was diese meist sehr alten Lieder - eben Hymnen
oder auch Traditionals - auszeichnet sind drei Dinge: 1) Sie sind biblisch-theologisch
korrekt. 2) Können klare evangelistische Aussagen wiedergefunden werden.
3) Wurden sie geschrieben, um den Heiland Jesus Christus großzumachen.
Sie respektieren und fördern Seine Heiligkeit, und bringen den Erlöser
nicht auf das Niveau eines primitiven (erotischen) Liebesliedes, wie viele
moderne (christliche!) Lieder es tun. - Genau diese Punkte gelten für
4Hims Aufnahmen auf dieser CD. Die Textinhalte bedürfen eigentlich keiner
Kommentierung. Man benötigt allenfalls ein gutes englisches Wörterbuch
und eine Bibel zum Nachschlagen und Vertiefen. Grundsätzlich geht es um
Themen wie das Lob Gottes und seiner Taten und um das Meistern von Glaubenskrisen
und um eine nähere Beziehung zu Gott. Neben der guten Eignung für die
Gemeindearbeit ist die CD daher auch ideal zur Unterstützung der persönlichen
Stillen Zeit.

Musikalisch sehr gut gefallen mir als erstes die vier Acapella-Stücke,
die einen wünschen lassen, es gäbe hier noch mehr davon. Die beiden Lieder
"the solid rock" (# 2) und "be thou my vision" (# 3) sind die eingängigsten
und poppigsten auf dem Album. Besonders das erstere verfügt über beste
Radiohit-Eigenschaften und einen Mitsingrefrain. Bei "great is thy faithfulness"
(# 11) wird das bekannte Arrangement etwas in die Popmusik adaptiert -
wie auch bei einigen weiteren Songs -, ist aber immer noch Oberklasse.
Negativ aufgefallen ist mir "o sacred head how wounded" (# 6), wo der
amerikanische Stil im bombastischen Arrangement allzusehr durchschlägt.
Damit muß man aber heutzutage leben können und man gewöhnt sich ja an
alles. Trotzdem ist dieses Lied über Jesu Kreuzigung emotional überwältigend
und der klassische Aspekt überwiegt eindeutig. Man fühlt sich unweigerlich
an eine Kirchenorgel erinnert...

Passend zum Thema des Albums und den Liedern selbst Rechnung tragend,
ist auch das gesamte Artwork der Platte. Sie wird nicht im herkömmlichen
Jewelcase aus Plastik geliefert, sondern in einem aufwendigen Pappschuber,
der optisch aussieht wie ein vielbenutztes, gebundenes Gesangbuch von
vor hundert Jahren. Diesen Eindruck fortsetzend sind die Bookletseiten
gleich mit dem Einband verbunden und die Seiten "vergilbt" und mit "alter"
Schrift bedruckt. Da hinein werden nun noch dezent einige (Farb-) Bilder
der Band und einige Schnörkel gelegt. Sehr schön und hilfreich sind auch
die Anmerkungen jeweils eines der vier Bandmitglieder zum entsprechenden
Lied, die zum besseren Verständnis beitragen.

Fazit: Musikalisch, inhaltlich und optisch auf höchstem Niveau und absolut
überzeugend. Diese Band hat hier ihre Vision von moderner Kirchen-/Gemeindemusik
glaubhaft umgesetzt. Somit bleibt die Einladung, dies auch in der eigenen
Kirche / Gemeinde bzw. Jugendgruppe aufzunehmen. Die Klassik-Pop-Arrangements
weisen hier die Richtung und geben vielfältige Anreize für eigene Umsetzungs-
und Songideen. - Ich kann nur wünschen, daß viele Leute die "alten" Lieder
wiederentdecken. Für mich ist es jedenfalls eines der besten Alben im
Jahr 2000!
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