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a-ha - ''lifelines''a-ha
"lifelines"


   ( 2002 WEA Records Deutschland / 'Plattenläden' )

Nachdem eines der größten Comebacks aus den achtziger Jahren nun bereits seit über zwei Jahren am Laufen ist, gibt es endlich den lange erwarteten CD-Nachschub. Morten, Magne und Pål war es 2000 gelungen, sich auf "minor earth, major sky" nicht selbst zu kopieren, sondern einen für sie neuen Weg zu weisen. Weil dieser neue Weg auch kommerziell erfolgreich war, liegt nun bereits die zweite Platte nach der medial groß begleiteten Rückkehr vor.

"Lifelines" ist das mit 15 Titeln bisher längste a-ha-Studioalbum und es ist auch das Abwechslungsreichste. Wenn man es mehrmals gehört hat, wird man sicher zugeben müssen, daß der Vorgänger noch längst nicht der Weisheit letzter Schluß war. Hauptkritikpunkte waren die Balladenlastigkeit und die teils seichte Überproduktion. Um dies zu beseitigen, wurden nun viele verschiedene Produzenten engagiert. Trotz der Beteiligung vieler Experten bei den Arrangements ist es ein Album 'an einem Stück', der rote Faden ist da (und sichtbar... :-).
Die neuen Lieder klingen weniger elektronisch als auf dem Vorläufer, sie sind wieder erdiger und etwas rockiger. "There's a reason for it" (# 4) sei stellvertretend für die gitarrenorientierten ModernRock-Titel genannt. Eine berechtigte erste Singleauskopplung ist "forever not yours" (# 3), ein echter Hit, den man aber erst ein paar mal Hören muß, ehe er sein volles Potential entfaltet. Hier gelingt es der Gruppe durch gekonnten Synthie-Einsatz und tolle Gesangsharmonien auch ein Stück an den Mainstream der 80er zu erinnern, was ja für das Image bzw. Comeback nicht ganz unwichtig ist. Als zweite Single steht der Titelsong (# 1) bereits fest und es ist aus kommerzieller- bzw. Radioperspektive sicher eine gute Wahl: "Lifelines" ist ein gefälliges Midtempo-Stück mit einer herrlichen a-ha-typischen Hookline. Die Melodie von "a little bit" (# 9) erinnert mich an irgend ein anderes Lied, welches mir aber grad nicht einfällt...
Hier noch Meine Anspieltips: Das geniale "did anyone approach you" (# 6), das rockige "there's a reason for it" (# 4), das locker-leichte "afternoon high" (# 7) sowie das erste-Sahne-Duett mit der Norwegerin Anneli Drecker, "turn the lights down" (# 11).

In ihren Texten behandeln a-ha die für die säkulare Szene typischen Themen rund um Liebe und Beziehungen. Allerdings sei gesagt, daß a-ha auch textlich nichts mehr mit einer Teenieband zu tun haben. Richtig erwachsen klingen die Verse und teilweise richtig intellektuell. Der lyrische Anspruch für die Popszene ist relativ hoch. Trotzdem kann ich mit den Liedern nicht soviel anfangen: Wen oder was die Band meint, kann man nicht genau sagen - da ist zuviel Interpretionsspielraum. Im letzten Drittel des Album steigt der Tiefgang erfreulicherweise an und die Band scheint sich mit Problemen des Alltags bzw. des Lebens auseinanderzusetzen. Wie meinte ein Rezensionskollege von mir sinngemäß: Früher sangen sie über ihre Angebeteten, heute über ihre Kinder. Und das kann auch sein Gutes haben!

Fazit: Ohne die a-ha-Alben der 80er abwerten zu wollen, ich finde "lifelines" ist das bisher beste Album der drei Norweger. Astreiner Pop-Rock für's neue Jahrtausend, der gekonnt das 80er-Jahre-Revival mit integriert und einige künstlerische Höhepunkte zu bieten hat.


—David Decker für CCM-Rezis, Mai 2002


in X-MAG Juni 2002:

»Das Comeback der norwegischen Pop-Legende geriet vor gut zwei Jahren zur großen Überraschung und darf seither als Beweis dafür herhalten, dass Reunions nicht zwangsweise in die Hose gehen müssen. Das zweite Album der neuen Ära ist natürlich auch kein Reinfall. Ganz entspannt lässt es das Trio um Morten Harket angehen. Mit einer Melodik, die einen irgendwohin trägt, wo es einfach nur schön ist, und mit einer Stimme, die gemeinhin den strahlenden geflügelten Wesen zugestanden wird. Ganz nah am Kitsch, aber meine Güte, das darf ja auch mal sein.«
Bewertung: 70%

—Andreas Hentschel für X-MAG


in "amm (aktiv Musikmagazin)" März 2002:
»a-ha: "Norweger sind so"

Wär hätte das gedacht: Mit „Minor Earth, Major Sky“ starteten a-ha vor zwei Jahren unerwartet durch. Nun kommt „Lifelines“, der überzeugende nächste Streich. Entsprechend entspannt geben sich Gitarrist Magne sowie Sänger Morten im Interview. „Ich bin ein Mann von 42 Jahren. Da wäre es vollkommen albern, sich wie ein Teeniestar aufzuführen. a-ha hatten immer schon ganz andere Ansprüche an die eigene Musik, als Öffentlichkeit und Plattenfirma es ihnen zugestehen wollten. Magne: „Ich fühlte mich zeitweise, als wäre ich in der komplett falschen Band. Einer Band, die Hits hat mit der falschen Art von Songs. Wir hatten Top Ten-Singles mit Liedern, die wir selbst ganz schön banal fanden. Jedes neue Album, das wir machen, ist daher ein weiterer Versuch, die Vergangenheit zu korrigieren. Wir sind eine viel bessere Band, als die meisten glauben.“ Es war dennoch überraschend, wie grandios das Comeback vonstatten ging. „Minor Earth..:“ war sogar auf Platz Eins der deutschen Albumcharts. Dies könnte auch 'Lifeline' gelingen, das um einige Nuancen rockiger ausgefallen ist, als das Vorgänger-Album. Weitere Neuerung: Erstmals haben Magne und Morket einige Songs gemeinsam geschrieben. „Es gibt bei a-ha immer schnell die Neigung, zu sehr ins Softe oder ins Bombastische abzugleiten. Aber wir hatten nach dem großen Erfolg und der Tour sehr viel Power. Das sollte auf der CD zu hören sein. Ich habe viel mit Morten beim Stücke schreiben gefeilt und dabei gelernt, wie man den Kitsch vermeidet, wir haben versucht kantiger zu sein.“ Ein bisschen traurig klingen sie natürlich noch immer. Aus dem Titelstück perlt die Wehmut nur so heraus. Morten: „Was willst du machen? Wir sind halt Norweger. Immer schnell melancholisch, immer am grübeln."«

—amm (aktiv Musikmagazin), 3/2002
Hinweis: Hier dargelegte Meinungen von Gastautoren müssen nicht die Meinung der CCM-Rezis-Redaktion wiedergeben.

Daten:
15 Titel / 61 Min.
Musikstil: Pop, Rock
Label(s): 2002 WEA Records Deutschland, Hamburg / 'Plattenläden'; online
Website: http://www.a-ha-mems.de

weitere CDs - siehe a-ha-Künstlerseite >>
 


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