AMB - ''eden''Annie Moses Band
"eden"


   ( 2005-06 Man Alive Records / Hänssler Music )

Der HERR war bereit, mich zu retten. Und wir wollen das Saitenspiel erklingen lassen alle Tage unseres Lebens im Haus des HERRN. (Jesaja 39, 19f.)

Familien-Ensemble mit dreifacher Mission

Eine Gruppe besonderen Kalibers erreicht uns dieser Tage – zumindest auf Tonträger – aus Übersee: die Annie Moses Band, kurz AMB. Die 2002 gegründete Band besteht aus sechs Geschwistern, deren Eltern und zwei Freunden. Verschrieben haben sie sich einer virtuosen und publikumswirksamen Mischung aus Klassik, Pop, Jazz, Soul und Folk mit einer Prise Celtic. Ihre Mission lautet einerseits "künstlerische Vortrefflichkeit", anderseits wollen sie familiären Zusammenhalt vorleben und Gott verherrlichen.

Mittelpunkt dieser erstaunlichen "Kammer-Pop“-Formation ist die 23-jährige Annie Wolaver, die als knapp 5-Jährige ersten Geigenunterricht erhielt, zuletzt an der berühmten New Yorker Juilliard School klassische Violine studierte und auf zahlreiche Orchester- und Solo-Auftritte sowie Auszeichnungen zurückblicken kann. Dazu hat sie eine glockenreine, hell zwitschernde Sopranstimme, nicht unähnlich der jungen Sandi Patty. Auch die übrigen Familienmitglieder sind Vollprofis oder auf dem Weg dazu. Jedes hat seinen Platz und prägt den einzigartigen Gesamtklang mit. In den Arrangements wird darauf geachtet, dass alle glänzen können: der ebenso begabte Zweitälteste Alex an der Bratsche, Benjamin am Cello, Camille an Orgel und Harfe, Gretchen an Geige und Mandoline und Vater Bill – Jazzpianist, CCM-Komponist und ein Top-Arrangeur (u. a. für Sandi Patty ... aha!) – an den Klaviertasten. Nesthäkchen Jeremiah kommt immer öfter an Gitarre und Banjo zum Einsatz, während Mutter Robin mitsingt und die musikhungrige Schar mit Lyrics und Melodien versorgt, die es in sich haben. An Bass und Schlagzeug wirken meist Peter Bales und J. Javier Santiago.

Mal fetzig-furios, mal schmelzend – immer meisterhaft

"Eden" ist bereits das vierte (und erste international veröffentlichte) AMB-Album. Es ist ein wahres Feuerwerk an Musikalität, mal fetzig, mal schwelgerisch, mal besinnlich. Die Vollblutmusiker betören mit sinfonischen Balladen und gefühlvollen Folksongs, brillieren in kammermusikalischen Einlagen, bedienen auch den volkstümlichen Geschmack mit dem rasant gefiedelten Bluegrass-Medley "Turkey Blossom" (9) und laden zur Anbetung ein, etwa mit dem Glaubenslied "What Wondrous Love Is This" (12). "Smoky Mountain Blue" (6) mit seiner launigen Mundharmonika und "Dogwood's a'Bloomin" (7) sind grossartige, Country- und Folk-gefärbte Eigenkompositionen, die schon jetzt wie Klassiker klingen. AMB weiss, was gefällt, scheut auch nicht vor Schmelz und Süsse zurück und spielt mit einiger Show-Inszenierung. Gleichzeitig überzeugt die Gruppe mit perfekter Spieltechnik und Präzision (nachzuprüfen auf dem ebenfalls erschienenen Konzert-Album "Eden Live" und drei DVDs). Ein Meisterstück ist das verblüffende Instrumental "Absolute" (5), das Gottes Wesen in Jazz-Fusion zu übersetzen wagt. Und im Choral "Soli Deo Gloria" (11) reisst das Streichertrio alle mit.

Soli Deo Gloria

Die Botschaft von der Liebe Gottes, vom Kreuz auf Golgatha und vom Wirken des Heiligen Geistes brennt unüberhörbar in den Herzen der Wolavers. "Lover of My Soul" (1) stellt gleich zu Beginn klar, wer ihren enormen Einsatz beflügelt. Von der Sehnsucht nach einer engen Beziehung zu Gott erzählt "Eden" (2), das wie auch "In Repentance and Rest" (13) mit Annies sanftem Gesang manche Gänsehaut auslösen wird. "Tough As Nails" (3) malt Jesu Passion vor Augen, während "All The Same" (4) liebevoll klarstellt, dass wir alle gleich erlösungsbedürftig sind. Aretha Franklins 60er-Jahre-Hits inspirierten das spassig gedichtete "Keep The Change" (8). Annie besingt darin soulig-keck das Wunder einer von Gott bewirkten Veränderung. – Der Name der Band reicht übrigens vier Generationen zurück: Er ist eine Verbeugung vor der Urgrossmutter, die auf texanischen Baumwollfeldern ein entbehrungsreiches Leben führte. Durch ihren Glauben und ihre Liebe zur Musik habe sie die Grundlage für die nun mit so vielen Möglichkeiten gesegneten Nachkommen gelegt.

Fazit: Das Album "Eden" bietet erstklassigen, ja einzigartigen "Kammer-Pop" einer virtuosen und erfrischend musikbegeisterten Familien-Combo um die begabte Violinistin und Sängerin Annie Wolaver. Zum Augenschliessen und Geniessen und mit klarer evangelistischer Ausrichtung. Sollte die Annie Moses Band je hierzulande auftreten: unbedingt hingehen!

Anspieltipps: Eden, Tough As Nails, Absolute, Keep The Change.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, November 2006

Daten:
14 Titel / 58 Min.
Musikstil: Streicherensemble, Jazz-Fusion, Country/Pop
Label(s): 2005-2006 Man Alive Records, USA / Hänssler Music, Holzgerlingen;
               online
Website: http://www.anniemosesband.com  /  bei myspace

Wo kaufen?:
bestellen im Hänssler-Verlag...
 


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