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 According
To John
"beyond what I see"

( 2001 According To John/Nobox
Records / online )
Das "Johannesevangelium" - nichts anderes bedeutet nämlich
der Name dieser US-Band. Nachdem sie 1998 ihr selbstbetiteltes Debütalbum
bei KMG Records herausbrachten, gehörten sie zu hoffnungsvollen neuen
Talenten in der US-Szene. Inzwischen scheint jedoch ihr Bekanntheitsgrad
wieder geschwunden zu sein. Was jedoch nicht an ihrem womöglich verblichenen
Talent liegt, im Gegenteil, sondern an dem derzeit hoffnungslosen Zustand
von KMG, die schon vor Monaten fast alle Künstler rausschmissen. Ich hatte
bereits die Zuversicht auf ein Nachfolgeprojekt der Band aufgegeben, doch
dann überraschten sie kürzlich mit der MP3-Radio-Single "song of Jabez"
ihre Fans!

Inzwischen steht mit "beyond what I see" das neue Album am Start, welches
die Formation nun selbst vertreibt, über das eigene Nobox Records. (Von
daher sind auch Besorgungen für Deutschland vorerst nur über die USA möglich!)
Die Qualität liegt im Detail: Liedtexte, die das Prädikat "christlich"
geradezu herausfordern, handgemachter Rocksound, der spannungsreich und
eingängig zugleich ist, herrliche Refrains, die nicht nur im Radio gut
ankommen sollten. Eben einfach eine Band mit einer Vision hinter ihrer
Arbeit, die man bei jedem Lied auch abspürt, im Gegensatz zu so vielen
Interpreten / CDs mit großen Plattenfirmen im Rücken.
Die Arrangements der Rocknummern sind straffer und rauher geworden im
Vergleich zum Vorgänger. Dagegen sind die Pop-orientierten Stücke noch
poppiger/radioorientierter und eingängiger geworden - eben richtige Hymnen!
Als Beispiele seien hier der "song of Jabez" (# 5) und das sehr eindrückliche
"standing ovation" (# 9) genannt. Ersterer hat es, aus welchen Gründen
auch immer (Boykott etwa?), nicht auf das "Jabez-CD-Projekt"
geschafft, was ich schade finde. Trotzdem habe ich auch so meine Bedenken
mit dieser "neuen" Theologie, die
aus diesem Thema gemacht wird - sozusagen "Erfolgs-Beten".
Der Stadion-Rock gepaart mit Folk-Rock-Elementen und einer Idee frommen
Nashville-Pop ist in der christlichen Szene eine relativ seltene Erscheinung
und wird mit Sicherheit nicht nur die Fans von Third Day oder auch Jars
Of Clay ansprechen. John Waller hat zudem eine interessante Stimme zu
bieten, die recht originell klingt. Meine Anspieltips von der Platte sind
"cloud nine" sowie "standing ovation".

Wie gesagt, die Texte sind fast besser als die Musik: "Amazing" (# 10)
spricht von Gottes wunderbarer Gnade, "confession" (# 11) ist das Eingeständnis
von Sünde und eigener Schuld vor Gott. In "she's in love" geht es um einen
Kerl der ein Mädchen liebt, daß aber einen anderen liebt. Der andere ist
jedoch Jesus... "More alive" versucht das Leben im Himmel mit dem jetzigen
auf der Erde zu vergleichen, der Text bleibt etwas sprachlos, aber im
Chorus kommt die Feststellung, daß wir dort irgendwie "viel lebendiger"
sein werden. Über die sexuelle Abstinenz vor der Ehe spricht "worth the
wait", ein Klasse-Zeugnislied. Von der Angst, vom rechten Weg Gottes abzukommen,
handelt "heaven forbid" (# 4) - ein wirklich wichtiges Thema heute. Wir
müssen uns aber auch nach unserem Gehorsam hinterfragen lassen.
According To John verstehen es sehr gut, sowohl Ungläubige mit dem Evangelium
zu konfrontieren, als auch langjährige Christen mit neuen Fragen und Antworten
zu erreichen! Diese Fähigkeit hatte mich bereits bei ihrer ersten CD begeistert.
Für die meisten Verse zeichnet sich übrigens wieder Frontmann John Waller
zusammen mit Scott Johnson verantwortlich.

Fazit: Besorgt Euch dieses Album! Für mich ist es schon jetzt eines der
wichtigsten des Jahres 2001. According To John versorgen uns hier mit
erstklassiger Musik und Texten, die weiterbringen. Wenn ihr nicht so rankommt,
versucht's mal per MP3 über audiogalaxy.com...
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