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 Aurora
"aurora"

( 2000 Red Hill Records / Pila
Music )
Wenn ich den Namen Aurora höre, muß ich immer zuerst an
den "Panzerkreuzer Aurora" denken, mit dem 1917 die "Große sozialistische
Okotberrevolution" in Rußland begann. - Hinterlassenschaften des DDR-Systems
eben und seiner Propaganda... Naja, wie auch immer, der Name hat was.
Seine ursprüngliche Bedeutung ist Morgenröte, weil so die römische Göttin
der Morgenröte hieß. Was aber eine fromme Girlband damit zu hat? - Ich
weiß es nicht...

Die Zwillingsschwestern Rachel und Racquel sowie deren 11 Monate ältere
Schwester Lauren verkörpern die Gruppe Aurora und mischen die US-Pop bzw.
Girlgroup-Szene gewaltig auf. Das beruht in erster Linie auf dem musikalisch
einwandfreien Debütaltum der drei. Produziert hat das ganze gleich eine
komplette Mannschaft: die Gebrüder John & Dino Elefante, Chris Omartian
(der Sohn von Pop-Papst Michael Omartian), David Browning, Jim Cooper,
Otto Price (dc Talk-Band) und Tony Palacios (ex-Guardian). Bemerkenswert
ist daran, daß es sich *nicht* um den allseits bekannten Girlgroup-Sound
mit HipHop usw handelt, sondern um den guten alten Mainstream-Dancepop
in qualitativ hochwertiger Nashville-Ausführung. Man fühlt sich gleich
mitten in den Achtzigern, wenn die Musik bei "finer love" loslegt, dem
absoluten Hit der Scheibe. Die Beats kommen immer poppig, an einigen Stellen
dürfen die Gitarren auch schon mal richtig rocken (super bei "before the
throne of God"!). Manchmal hatte ich sogar den Eindruck was "Scratchiges"
gehört zu haben... Der Gesang der drei Mädels kommt immer sauber an, logisch
daß auch der Background-Vocals nicht fehlen dürfen.
Meine beiden Anspieltips sind das poppige "finer love" (# 3) und der Dance-Knaller
"a different drum" (# 10).

Wirklich schade finde ich, daß die Sängerinnen selbst bei keinem der zehn
Lieder mitgeschrieben haben. Dafür liest man dann aber wieder mal Namen,
die schon lange nicht mehr auftauchten: Dan Needham, Scott Faircloff und,
man höre und staune, Paul Q-Pek. Die Texte sind so eine Art moderne Liebeslieder
an Gott. Leider sind sie oft recht schwammig, d.h. zu frei interpretierbar.
Mehr Präzision und Deutlichkeit bei den Aussagen wäre dringend notwendig
gewesen! Doch es gibt auch Ausnahmen: "life in your hands" spricht von
der Lebensübergabe an den Herrn Jesus. Am besten gefällt mir der Titel
"before the throne of God", was eine neue Version eines alten Gemeindeliedes
ist. Hier geht es darum, daß wenn wir einmal vor dem Thron Gottes stehen
werden, Jesu Blut uns deckt, weil Er uns die Sünden vergeben hat.

Doof finde ich da wieder nur die Werbung des deutschen Vertriebs für die
Band, der mit den Vergleichen zu Britney Spears, den Backstreet Boys und
sogar Jennifer Lopez auffährt. Das ganze klingt so abenteuerlich und haarsträubend,
weil es glatt gelogen ist - keiner der Vergleiche trifft zu. Man will
nur die Musikkonsumenten an der Nase herrumführen, dabei stellt man sich
selbst noch ein Armutszeugnis aus. - Ich frage schon wieder mal, was denn
in der Pila-Redaktion den lieben langen Tag für Musik läuft? Warum wirbt
man nicht mit den Künstlern selbst, die man verkaufen will? - "Aurora"
selbst ist die beste Werbung für "Aurora" selbst !!! Das Album ist so
gut, das braucht überhaupt keine Vergleiche!

Fazit: Wieder mal eine klassische Pop-CD (nicht nur für's Auto :-) mit
allen Qualitäten - Gute-Laune-Musik zum Abrocken, Mitwippen und -Tanzen,
zum Mitgrölen und Wohlfühlen. So lieben wir's. Und, ist da vielleicht
doch was mit der Morgenröte? - Mit der eines sonnigen, lebensfrohen Tages...
ganz sicher!
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