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 Avalon
"in a different light"

( 1999 Sparrow Records / Gerth
Medien )
Manche meiner Kollegen meinten kurz nach Erscheinen des
vorliegenden Albums es sei im wesentlichen eine Kopie des Vorgängers
"a maze of grace". Hört man
genauer hin, wird klar: dem ist nicht so! Obwohl es ähnlich gelagerter
Dance-Pop ist, unterscheiden sich beide Werke doch sehr.

Der Wechsel von Produzent Charlie Peacock hin zu Brown Bannister hat dem
Sound merklich gut getan, denn mit Herrn Bannister an den Reglern lebt
der Vierer richtig auf! Zwar mußte die Stimme einer Nikki Hassman
erstmalig ersetzt werden, doch Cheri Paliotta fügt sich fast noch
besser ins Konzept des Projekts Avalon ein. Das Tempo ist besonders bei
den ersten Titeln richtig hoch. So eine geniale Abfolge von hochwertigen
Songs wie die ersten fünf dieser Scheibe hat Avalon bis heute nicht
wieder hinbekommen. Ein wirklich genialer Zyklus! Der Sound enthält
hier und da gewisse Techno-Einflüsse, auch wenn der ganz tiefe Bass
dazu noch fehlt. Es klingt alles flott und die Balladen sehr soulig bzw.
atmosphärisch durch die dezenten Beat-Kleider. Man mag ob der vielen
Synthie- und Elektronik-Sachen in Kritik verfallen wollen, doch ich finde
das hier fehl am Platze, denn die Komposition stimmt und es wirkt keineswegs
überproduziert. Vieles ist jugendlich-tanzbar, aber die ruhigeren,
"chilligen" Tracks sprechen auch die mittleren Semester an (was
ja die entsprechenden US-Radiosender auch verwirklichten...). "Can't
live a day" hat es damals sogar bis ins säkulare Radio geschafft
und so dem Quartett einen überraschenden Erfolg verschafft.

Das Thema des CD-Titels ist durchaus inhaltliches Programm im Sinne eines
"roten Fadens", auch wenn kein Konzeptalbum vorliegt. Es geht
darum, daß durch den christlichen Glauben alles im Leben in ein
anderes Licht rückt, in das Licht Jesu. Hier werden sehr viele wichtige
und nachdenkenswerte Aspekte angesprochen, etwa das Gottes Wort wirklich
vertrauenswürdig ist, man sollte Ihn beim Wort nehmen! Christen leben
in der Welt, sind aber nicht (mehr) von ihr - eine wichtige Mahnung/ Erinnerung.
"Can't live a day" (# 4) kann auch als (menschliches) Liebeslied
durchgehen, drückt aber eigentlich die Sehnsucht nach dem Herrn des
Lebens aus. Ein Kind kann eben nicht ohne seinen Vater leben. Fortgeführt
und ausgeweitet werden diese Gedanken in "hide my soul" (# 10),
ebenso wie in "first love" (# 11). Durch "only for the
weak" (# 8) wird ausgedrückt, daß Jesus für die Schwachen
und Kranken gekommen ist, die einen Arzt brauchen. Gerade in unserer Schwachheit
will uns Seine Gnade und Liebe neue Stärke und neuen Mut darreichen!
Insgesamt vermitteln die Liedtexte eine optimistische Stimmung und ermutigen
den Hörer auf seinem Glaubensweg. Wer nun aber ein Wohlfühlevangelium
erwartet, der kann erfreulicherweise enttäuscht werden ;-)

Fazit: Für mich die beste, coolste und stimmigste Avalon-Platte.
Diesen schönen dancig-souligen Sound haben sie bisher nicht wieder
in solcher Perfektion erreicht. Und auch was die Texte angeht, sind sie
noch nicht wieder mit so "geballter Ladung" aufgetreten.
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