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 Avalon
"the creed"

( 2004 Sparrow Records / Gerth
Medien )
Drei ganze Jahre hat es gedauert, bis nun endlich ein
neues Avalon-Album vorliegt. Seit "oxygen"
war die Gruppe aber nicht untätig, legte ein Remixalbum,
eine Best-Of, zwei Soloalben von Bandmitgliedern
(Jody & Janna)
sowie eine DVD vor. Außerdem verließen je ein weibliches und
männliches Mitglied die Gruppe und entsprechende Neuzugänge
waren zu verzeichnen: Melissa Green für Cherie Palliotta und Greg
Long (Ehemann von Janna und zudem weiterhin christlicher Solo-Popsänger!)
für das Gründungsmitglied Michael Passons.

"The Creed" bietet trotz der langen Studiopause von Avalon
"nur" neun neue Songs, der zehnte ist eine neue Version von
"overjoyed", welches im Original auf dem Janna
Long-Soloalbum von 2002 erschien! Produziert hat das neue Album das
Produzenten-Traumteam aus Brown Bannister, Tedd T. und Charlie Peacock.
Keine Angst, es klingt alles wie aus einem Guß - reinster Pop und
Soul. Experimente wie noch auf "oxygen" hört man hier nicht,
es wurde auf bewährte, "sichere" Kost zurückgegriffen
(Pop, kein Dance diesmal!) - will heißen: fetzige Popsongs, wie
sie Avalon-typischer nicht sein könnten sowie soulige Balladen am
laufenden Band. Leider ist nichts neues dabei herausgekommen, im Prinzip
hat man das von der Gruppe alles schon mal gehört. Sicher kommt das
bei der Mehrheit der Fans gut an, aber eine kreativ-künstlerische
Weiterentwicklung konnte ich nicht ausmachen. Vielleicht liegt der Grund
in den Turbulenzen der letzten Monate mit den Mitgliederwechseln und dergleichen,
daß man sich einfach auf seine Stärken besann und "nur"
gute Popmusik machen wollte. Wie gesagt, es klingt wirklich nicht schlecht,
aber ich glaube, Avalon können es noch eine Idee besser! An den Gesangsleistungen
gibt es nicht auszusetzen, immer sind diese auf höchstem Niveau.
Es liegt mehr an drögen Arrangements der Poptitel und den nicht gerade
einfallsreich gestrickten Balladen. Meine Anspieltips aus diesem Angebot
sind der spritzige Einsteiger "all" (auch erste Radiosingle!)
und die toll gesungenen Balladen "you were there" (# 4) &
"the creed" (# 7). - Man benötigt auf jeden Fall mehrere
Durchläufe, um sich mit der Platte anzufreunden.

In den Texten läßt das Quartett wie gewohnt nichts anbrennen
und bietet einmal mehr "geistlichen Powerpop". Es wird reflektiert
rund um den christlichen Glauben: Daß man sich als Christ Gott hingibt,
Ihm aber auch dankt, für alles, was Er wirkt. Im ersten Lied der
CD, "all", kommt dies bereits sämtlich vor - alles sollte
bei uns auf Gott ausgerichtet sein - aber Er bietet uns auch alles, was
wir nötig haben! Hierzu paßt ferner "I bringt it to you"
(# 8), wo es darum geht, alles vor Gott hinzulegen. "Renew me"
ist dann die konsequente Bitte um innere Erneuerung durch Seinen Geist.
In "overjoyed" (# 6) wird die Freude ausgedrückt, daß
man jederzeit zu Gott kommen kann und Ihn überhaupt erst gefunden
hat. Der Titelsong ist dagegen ein Glaubensbekenntnis - was auch sonst?!
;-)

Fazit: In der Endabrechnung ist die neue Scheibe des Vierers nicht dessen
Beste, bewegt sich mit dem Vorgänger "oxygen" etwa auf
einer Qualitäts-Linie. Wer guten Pop mit großartigen Gesangsharmonien
mag, sollte in "the creed" auf jeden Fall reinhören!

[Hinweis: dies ist eine Rezension zu einer Vorab-CD.]
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