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 Carolyn
Arends
"under the gaze"

( 2004 2B Records; Signpost Music
/
online: musicfreaks.biz )
»Im Wissen,
in der Liebe -
alle Dinge sind immer
im Blick...im Blick Gottes.«
~ Carolyn Arends, Refrain des Titelsongs
"Under the gaze" (dt.: "im Blick")
ist der eigentliche Nachfolger des 1999er Werkes "this
much I understand". In den fünf Jahren dazwischen gab eine
Best-Of-Zusammenstellung, ein Akustik-Album,
das Elternschaft-Projekt sowie zwei
Bücher. Nun war endlich die Zeit für zwölf neue, "normale"
Lieder gekommen, die regulär aufgenommen wurden. Carolyn
Arends hat die Platte selbst produziert und mit ihrer Live-Band eingespielt.
Als Gäste sind unter anderem ihr Branchenkollege Steve Bell (bei
"who you are") und ein "Männerchor" ihrer eigenen
Gemeinde (bei "getting ready for glory") singenderweise zu hören.

Es ist fast klassische Liedermacherkost, die hier geboten wird. Alles
ist handgemacht. Sei es der fetzige Einsteiger "this is the moment",
die zerbrechliche Ballade "fragile" oder das cool und "dirty"
daherkommende "half a million reasons" - immer herrliche Atmosphäre,
absolut starker Sound! Seit sie nicht mehr an ein großes Label und
den Druck der Radiotauglichkeit gebunden ist, mag Carolyn Arends vielleicht
eine Idee "sperriger" klingen, aber auf jeden Fall ist diese
luftige, freie Produktionsart ein Gewinn für die Musik. Solche Lieder
können einen gerne überall begleiten, ob zu Hause, auf der Arbeit,
im Auto...

Ähnlich wie die Musik, haben auch die Texte einen "handgemachten"
Entstehungsprozeß hinter sich. Dies wird klar, wenn man die ausführlichen
Kommentare (Geschichten...) zu jedem Stück auf ihrer Heimseite
studiert. Nicht bereits abgehobener Worship, keine verschrobenen Liebeslieder,
keine Intellektuellen-Poesie, Carolyn Arends besingt bibelbewährte
und alltagserprobte Themen. Und es ist wie immer die wahre Stärke
der belesenen und überhaupt nicht auf den Mund gefallenen Kanadierin.

Erhebend, wie sie Hebräer 12 musikalisiert hat: eine große
Wolke von Glaubenszeugen will uns Vorbild sein auf unserem Glaubensweg;
gipfelnd in dem Satz »der Zieleinlauf ist jeden Zentimenter des
Weges wert.« Amen. "Any given Sunday"
ist ein augenzwinkender Blick auf allsonntägliche Gottesdienstabläufe,
egal wo gerade auf der Welt sie zelebriert werden. Inspiriert von C.S.
Lewis' "Chroniken von Narnia" entstand "not a tame
lion"; die vertonte Einsicht, daß der Löwe Aslan kein
Abbild eines zahmen belanglosen, sondern eines heiligen (liebenden und
wahrhaftigen) Gottes ist. "Getting ready for glory" erzählt
von Steve Bells Großmutter, die als alte Frau viel Zeit allein zu
Hause verbringt - dabei lernt sie soviel Psalmen und Glaubenslieder auswendig
wie möglich, um sich auf die Herrlichkeit bei Gott vorzubereiten.
Erstaunliches Lied, notwendiges Thema! Trübe, vermeintlich sinnlose,
Tage sind der Hintergrund von "half a million reasons", wo es
um darum geht, wofür es sich jeden Morgen aufzustehen lohnt. "May
you live" greift ein altes Arends-Thema auf, denn "seize the
day" beschäftigte sich neun Jahre zuvor bereits mit einem sinnvoll
verbrachten Tag und Leben. Mit dem Titelsong wird bei diesem Album symbolisch
"der Sack zugebunden", eine Erinnerung, daß Gott über
alles aufmerksam wacht und an allem beteiligt ist, egal über was
Carolyn Arends so singt oder was in deinem und meinem Leben so alles abgehen
mag.

Fazit: Ein spannendes Singer/Songwriter-Album, daß sich wie so oft,
erst nach längerem Durchhören richtig erschließt. Das
sind Lieder, die den Test der Zeit bestehen, wie man zu sagen pflegt.
Wer begnadete Singer/Songwriter im Blick hat, sollte bei Gelegenheit einen
Halt bei und mit "under the gaze" einlegen!
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