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Basilea
"time flies away"

( 1999 Basilea )
Basilea ist eine junge Formation aus dem 'Schwabenländle'.
Vorweisen kann die Band schon zahlreiche gefeierte Auftritte auf lokaler
Ebene, aber auch schon welche vom großen Katholikentag (Sommer 2000 in
Hamburg). Nun wird mancher als Tonträger von solcher Art "Newcomer" eine
unterdurchschnittliche Demoproduktion erwarten. Sicher, vielfach kommt
man darüber nicht hinaus, Basilea jedoch legen ein echtes Überraschungsalbum
vor!
Es ist geradezu unglaublich, aber alle neun Titel könnten gut im Radio
laufen, so professionell und eingängig sind sie produziert. Ich wundere
mich, warum so eine Platte, die bereits 1999 erschien, noch immer nicht
in den Katalogen der frommen christlichen Vertriebe hierzulande auftaucht
- oder habe ich sie bisher nur übersehen?
Ok, am Anfang der CD wurden zwei eingängige Popnummern mit englischem
Text platziert. Der Titelsong beschreibt, wie uns ständig die Zeit davonfliegt
und wie einen das manchmal "irre" machen kann. Als Kontrapunkt dazu kommt
in der dritten Strophe die Aussage aus dem Buch Prediger zu "alles hat
seine Zeit". Danach kommt wohl das am meisten hittaugliche Stück des Albums.
"Our Father" ist eine englischsprachige Vertonung des Vaterunser - wunderbar
eingängig, damit man es ja nicht vergißt und eben einfach super gemacht.
Anschließend hört man fünf Lieder mit deutschem Text, die in der Aussage
oft tief gehen und auch schon mal Liedermachermäßig mit Akustikgitarre
arrangiert sind. Ein einziger Liedtext bereitet mir persönlich ein paar
Probleme, es ist "trau dich" (# 3), das zwar Mut machen will zur Hoffnung,
aber letztendlich zum Vertrauen auf "sich selbst" aufruft, anstatt noch
klarer auf Jesus hinzuweisen - schade für diesen "Ausrutscher" (gut, im
Refrain wird das "wir" noch einmal herausgestellt). Anbetung
fördernd und auf den Schöpfer hinweisend, macht "in Deinem Namen" (# 4)
klar, in welchem Namen das Heil liegt. Doch "time flies away" hat nicht
nur geistliche Themen zu bieten, sondern auch ein tolles Liebeslied mit
"verliebt in dich" (# 5). Hier groovt der Sound mächtig - sommerlich-fröhlich-beschwingt...
Lied Nummer sechs, "Straßenkinder", greift ein brennendes soziales Thema
auf und fordert den Hörer geradezu heraus. Besonders Christen sollen sicher
damit eingeladen werden, noch mehr diakonisch tätig zu werden. Meiner
Meinung nach ist es gut, daß man mal wieder betroffen wird - der Satz
im Refrain "Morgen früh sind sie tot" hat mich jedenfalls seit dem ersten
Hören nicht mehr losgelassen.
Nicht nur in der Kirche ist es nahezu unabdingbar, das Vaterunser, nein,
auch im neuen Testament wird uns von Jesus der Rat gegeben, so zu beten.
Basilea nahm dies ernst und bietet auf der CD gleich noch eine deutsche
Version zu diesem Gebet. "Vater unser" (# 7) ist bestimmt was, um es auch
mal im Gottesdienst zu singen. Als inhaltlicher Abschluß der Scheibe erklingt
dann "come my Lord" (# 8), wo es noch einmal ganz klar um Jesus geht.
Als musikalischen Abschluß servieren uns Severin und Thomas (sowie die
Bandkollegen an den verschiedensten Instrumenten!) ein Instrumentalstück,
das ihren Bandnamen trägt. Nun wird das zuvor Gehörte abgerundet und man
kann die Seele baumeln lassen.
Fazit: Ein sehr schön hörbares Album mit vielen guten Textaussagen. Es
ist halt musikalisch alles gut aufeinander abgestimmt, sowohl für die
junge als auch die Eltern-Generation. Ich frage mich, warum den neuen
Talenten in Deutschland oft der Durchbruch verwehrt wird? Basilea wünsche
ich jedenfalls noch viele CDs wie diese!
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