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 Moya
Brennan
"two horizons"

( 2003 Universal / Polydor; 'Plattenläden';
online )
Nach ihren beiden Werken für Word Records war es
einige Zeit relativ ruhig geworden um die Stimme von Clannad und Schwester
von Enya. Nun meldet sich die "irische Stimme" wieder zurück
mit einer neuen CD und auch vielen Konzertterminen in ganz Europa! Rund
zwei Jahre ist das Album zusammen mit Produzent Ross Cullum gereift und
das hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Gegenüber den Vorgängeralben ist der Sound etwas "Enya-artiger"
geworden, d.h. atmosphärischer. Moya läßt
sich nicht unterkriegen und verteidigt ihre Musik weiterhin erfolgreich
vor "supermarktgeeigneten" Einflüssen. Alle Fans von Clannad,
Enya, aber ebenso auch Iona und Eden's Bridge werden die neuen Lieder
lieben. Moya und den beteiligten Musikern sind brilliante Tonmalereien,
Effekte und Soundflächen gelungen - alles in höchster Klangqualität.
Besonders aus inhaltlichen Gründen (s.u.!) steht dieses Mal neben
den obligatorischen Keyboards und Perkussion die Harfe im Vordergrund
- und klar: Moya spielt sie selbst. Zahlreiche Gastmusiker (darunter Troy
Donockley, ex-Iona) an ihren Gitarren, Fiddles, Whistles, Dudelsäcken
usw. sowie ein Streicherquartett komplettieren perfekt die Basis-Arrangements.
Alles wird jedoch getragen und zusammengehalten von Moyas traumhafter
Stimme.
In Moyas Biographie zur neuen Platte heißt es unter anderem: »Das
aktuelle Album "two horizons" ist ein Konzeptalbum. Es erzählt
in seinen Songs die Reise einer irischen Zauberharfe durch Raum und Zeit.
Los geht es auf der keltischen Kultstätte des Königshügel
von Tara, über Afrika nach Amerika, bis die Harfe im Irland von heute,
bezeichnender Weise wieder in Tara ankommt. Der Titel "two horizons"
wurde auch durch einen Besuch auf dem Königshügel von Tara inspiriert.
Sie kam in der Morgendämmerung an. Als sie den Hügel erklommen
hatte, konnte sie auf der einen Seite den untergehenden Mond, auf der
gegenüberliegenden Seite die aufgehende Sonne beobachten. Hier also
fand sie die perfekte Metapher für Zukunft und Vergangenheit. Ein
Platz, an dem sich Musik, Erinnerungen und Mythen die Hand gaben.«
- In kleinen Kommentaren im Booklet zeichnet Moya diese Reise nach. Sie
hat das gesamte Konzept ja selbst entworfen und auch alle Liedtexte verfaßt.
Leider stehen diese nicht in der Hülle, dafür gibt es sie exklusiv
bei uns hier zum Herunterladen.
Direkte christliche Inhalte wie noch auf den Alben "perfect
time" und "whisper to the wild water" bekommt man auf
"two horizonte" nicht serviert. Die inhaltliche Reise zwischen
den beiden Horizonten beinhaltet aber so etwas wie eine Sinnsuche des
Reisenden und die durch die Zeiten beständigen Fragen nach Hoffnung
und Sinn. Moyas dichterische Sprache bleibt trotzdem einfach und nachvollziehbar,
obwohl die Lyrik insgesamt einen hohen Anspruch verfolgt. Dieses Mal gibt
es nur ein Stück, welches in gälisch - Moyas muttersprachlichem
Dialekt in Irland - geschrieben wurde.
Auf dem enthaltenen Multimediateil der Silberscheibe gibt es einen kurzen
aber sehr schönen Videoclip namens "Tara Visions", eine
Bildergalerie und Hintergrundinfos in Textform. Ein weiterer Bonus ist
der beigefügte Remix des Einsteigertitels "show me" (hier:
'Jakatta Remix' von David Lee). Hier sieht man, daß Moya auch mit
saftigen Trancebeats noch gut klingt, ohne sich irgendwie anzubiedern.
Auf alle Fälle wird klar: Diese CD ist ihr Geld wert! Und das ist
doch in der heutigen Zeit schon mal die halbe Miete...
Fazit: Ein anspruchsvolles Album einer Künstlerin, die sich klar
vom Mainstream abhebt. Liebhaber zeitloser irisch-keltischer Klänge
kommen nur schlecht an dieser neuen Platte vorbei. Sie bietet ideale Musik,
um in einer stressigen Zeit mal auf andere Gedanken zu kommen!
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