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Sarah Brendel - ''under the fire''Sarah Brendel
"under the fire"


   ( 2003 Zyx Music / 'Plattenläden'; online )

Ausgehend vom ursprünglichen Arbeitstitel "fire" hat sich Sarah am Ende sogar "unter das Feuer" gewagt. Und sie hat noch mehr gewagt: einen Imagewandel nämlich. Vom unscheinbaren Alterna-Pop hin zum radiogenem Pop-Rock, die Alternative-Einflüsse jedoch nicht ganz abschüttelnd. Mittlerweile gelang es endlich auch ein solides Cover und Artwork auf die Beine zu stellen, mit sympathischeren Pressefotos als auf den bisherigen CDs. Sarah Brendel ist in ihrer Karriere erwachsen geworden und der Geruch von "Demo" ist erfreulicherweise verzogen.

Um die Produktion hat sich einmal mehr Udo Rinklin gekümmert, bei den Arrangements haben überdies Jörn Schlüter (Bethlehem Bridge; Millfield) und Sarah selbst mitgeholfen. Jörn und Sarah haben auch fast alle Lieder zusammen komponiert und getextet. Und es sind gute Lieder geworden. Sie vereinen lyrischen Tiefgang mit künstlerischen Anspruch bei der Musik auf der einen Seite, sowie eine gewisse Abgeklärtheit und Offenheit auf der anderen. Sarah rockt manchmal ganz schön ab, wie etwa bei der ersten Single "fire", die bereits unteren ihren Fans recht populär geworden ist. Ihre Stimme scheint dabei fast unterzugehen. Doch mit dieser natürlichen Gabe überzeugt sie sowieso mehr bei den ruhigeren Stücken, wo ihr alles sicher gelingt. Der sanfte Vibratio verleiht der Musik die nötige Wärme und damit Echtheit ("babel towers"). Als Kontrastpunkt zu den Gitarrenbrettern fügen sich auch schon mal zarte Streicher ein, so wie im Intro zu "no more". Insgesamt bietet das Werk das gewisse Etwas und musikalisch viel Abwechslung. Ob es allerdings zu den besten christlichen Platten aus Deutschland gehört, wie vollmundig aus vielen Kehlen der Szene vermeldet wird, muß ich doch stark anzweifeln. Eine gute, grundsolide Platte muß eben noch lange nicht überragend und damit ein "Oberhammer" sein. Sowas gilt es zu bedenken. Okay, meine Anspieltips sind in jedem Falle der fetzige Einstieg "commodity" (# 1), das geniale "babel towers" (# 4; bereits bekannt von der Single!), sowie das etwas ungewöhnliche "pardon me" (# 8).

In den Texten, die für mich schwer zugänglich waren/sind, geht es vornehmlich um (Liebes-) Beziehungen sowie auch um Sarahs Glauben. "Breathing in" (# 3) erzählt vom Innehalten und zur Ruhe kommen, während "fire" (# 5) nach vorne treibt und eine Sehnsucht nach mehr ausdrückt. Letzteres gilt ebenso für "be with you" (# 12), welches als Liebeslied für Gott, aber auch Menschen daherkommt. Um eine Art Selbstfindung geht es in "babel towers" (# 4) - vieles (Sünde, Schuld) steht uns im Wege, oft sind es sogar wir selbst. Von der sicheren Rettung durch Gott spricht "no more" (# 7): Gott wird alles gut machen, Er läßt nicht zu, daß unser Fuß wanken wird. Sehr offen spricht die melancholische Ballade "the reverse" (# 11) von 'der Niederlage' (im Glauben an Gott und/oder in einer menschlichen Beziehung), wohl im Angesicht von Sünde/Versuchung(en), und der sich abzeichnenden Hoffnung einer Rettung daraus, weil Gottes Licht eben treu ist.

Alles in allem bietet die CD elf neue Titel (wobei zwei ja bereits von der Vorab-Single bekannt sind!), sowie als Bonus die 2002er Single "be with you" (hier logischerweise in der Album-Version). Als Multimedia-Bonus gibt es den 21-Sekunden-TV-Clip von 2002, wo auf RTL für das Christival in Kassel geworben wurde. Naja, das hätte man sich sparen können - entweder ein richtig opulentes CD-ROM-Teil oder gar nichts. Aber so, was soll das? Wenigstens hat man auf einen sinnlosen Kopierschutz verzichtet, Abspielschwierigkeiten dürfte es daher keine geben. Heutzutage ja leider schon die Ausnahme...

Fazit: Ohne den leisesten Zweifel Sarahs beste Platte bisher, daher eine echte Kaufempfehlung! Einige Langzeitfans müssen sich vielleicht etwas an den neuen, rauheren Sound gewöhnen, doch nach mehrmaligem Anhören, gewinnt das Album mehr und mehr.


—David Decker für CCM-Rezis, Oktober 2003 & komm! 1-2004


x-report CD-tip:
»Ich liebe diese CD! Schon mit den ersten Klängen fesselt sie meine Gedanken. Und bis zum letzten Ton habe ich nicht gewagt, dieses Konzert für die Seele zu unterbrechen. Sarah Brendel klingt rockiger denn je und damit genau so, wie sie schon immer sein wollte. Dabei hat sie aber nichts von ihrer Tiefsinnigkeit eingebüßt und die schönen Seiten der Melancholie beibehalten. "Under the Fire" ist ein Kunstwerk mit sanften ("Breathing In") und kraftvollen ("Fire") Stücken. Nachdenklich, ehrlich entschlossen. Ein besonderes Highlight ist das Lied "King I Love" im Beatles-Stil, das die Geschichte von Jesus erzählt. "Under the Fire" ist wie dem Regen von drinnen zuschauen. Wie alleine in einer Galerie. Wie nachts in einer fremden Stadt von der Sonne singen.«

—Doro Wiebe für x-report/ideaSpektrum 46/2003


Ich lasse mich ja gerne überraschen. Also habe ich sie einfach angehört, die neue Scheibe von Sarah Brendel. Skeptisch war ich schon, wie ich zugeben muss. Und siehe da: Die Überraschung ist gelungen! Vergesst alles, was ihr über christliche deutsche Musik dachtet, vergesst alles, was ihr mit Sarah Brendel verbindet (na gut, fast alles) - und hört euch die CD an! Rockig, melancholisch, tiefgehend, packend, erhebend. Alles dabei! Und dabei perfekt produziert. Man merkt, dass Udo Rinklin, der neue Star-Produzent am christlichen Musikhimmel, eifrig mitgemischt hat. Aber natürlich macht es nicht der Produzent alleine: Mich begeistert die melancholische, manchmal ein wenig trotzige und soulige Stimme von Sarah. Ihre Lieder bekommen Tiefe, Ausdruck - und das sowohl bei ruhig-melancholischen, wie auch bei rockigen Abgeh-Liedern. Auch inhaltlich überzeugt das Album. Sarah singt von ihrem Glauben. In "Breathing in" besingt sie die Sehnsucht innezuhalten und zu Gott zu kommen, so, wie sie ist. In "Fire" drückt sie ihre Sehnsucht danach aus, Gott zu begegnen, "No More" handelt von der Zuversicht, dass Gott Sieger ist und alles gut macht, in "King I Love" besingt sie Jesu Leben. Bei jedem Lied lohnt es sich, genauer hinzuhören. Egal ob die Gitarre rockt oder die Geigen klingen. Abwechslungsreicher, tiefgehender, melancholischer Rock vom Feinsten. Ein besonderer Bonus ist das letzte Lied "Take My Heart" - der Song zum Film "The Poet". Impressionistische Klänge treffen auf Sarah Brendel. Kaufen!
Bewertung: 6 von 6 Punkten ("genial")

—Markus Kalb für dennoch 3-2004 (Mai/Juni)
Hinweis: Hier dargelegte Meinungen von Gastautoren müssen nicht die Meinung der CCM-Rezis-Redaktion wiedergeben.

Daten:
12 Titel / 45 Min.
Musikstil: Modern-Rock
Label(s): 2003 Zyx Music, Merenberg / 'Plattenläden'; online; bv-music, Haan;
               Hänssler-Verlag/IC Medienhaus, Holzgerlingen
Website: http://www.sarahbrendel.de  /  Info-Site

weitere CDs - siehe Sarah Brendel-Künstlerseite >>
 


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