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 The
Benjamin Gate
"untitled" [das
ist der wirkliche Titel!]

( 2001 Forefront Records / Gerth
Medien )
Neue Talente braucht die Musikindustrie! The
Benjamin Gate ist so eines. Die Band kommt aus Südafrika und hat einen
Plattenvertrag in den USA bekommen. Nach einem Worship-Beitrag für das
Projekt "eterne - never be the
same" (2000, Forefront Records) durften sie nun endlich ihre eigenen
Ideen rauslassen. Was sich da auf dem Debütalbum so angesammelt hat, verdient
auf jeden Fall Beachtung. Der CD-Titel "untitled" [dt. "ohne Titel"] ist
sicher etwas ungewöhnlich, macht dafür jedoch neugierig. Der Bandname
nimmt übrigens Bezug auf einen Tornamen in der Stadtmauer des alten Jerusalem.

Den Sound der Platte zu beschreiben, fällt nicht leicht, da hier sehr
kreativ vorgegangen wurde und viele verschiedene Einflüsse mit eingemixt
wurden. Insgesamt ist alles sehr rockig, teilweise richtig aggressiv.
Immer wieder fallen die Tempowechsel auf, die von der Art her zur Grunge-Welle
passen. Daher dürfte die Bezeichnung "Elektro-Grunge" gar nicht so abwegig
sein... Samples und elektronische Beats sind vorhanden - ähnlich wie bei
Skillet oder Rebecca
St. James - stehen aber nicht überzogen im Vordergrund, sondern sind
harmonisch integriert. Ergebnisse dessen sind dann Pophits wie "how long"
(# 1), Mitsingrefrains wie bei "all over me" (# 3), Industrialfeeling
bei "lay it down" (# 5) und "crrunchiger" Rock wie etwa bei "secret" (#
10). Dazwischen eingestreut werden noch ein superschneller (fast schon
punkiger) Rocker "blow my mind" (# 7) und atmosphärische Hymnen wie "live
out loud" (# 12). Alles ist super produziert und dürfte besonders die
Europäer ansprechen, denn die Amis werben nicht umsonst mit dem Begriff
"Euro-Pop" dafür.
Besonderes Markenzeichen der Musik ist die Stimme von Frontfrau Adrienne
Liesching, die einfach ideal dazu paßt. Sowohl bei den Abgeh-Nummern
zieht sie voll durch, als auch bei den ruhigeren Stücken, wo sie sich
erstaunlich gut "wandeln" kann.

Was die Inhalte angeht, sieht sich die Band selbst als Bindeglied zwischen
moderner Jugendkultur und der Kirche / Gemeinde. Daher sind auch die Texte
entsprechend aufbereitet. Es geht hauptsächlich um die Liebesbeziehung
zu Gott, die in vielfältigen Bildern beschrieben wird. Da die Band selbst
1998 einen sehr engen Freund durch einen Unfall verlor (und deshalb überhaupt
erst gegründet wurde), spürt man ihnen Glaubwürdigkeit ab. Sie singen
von dem, was sie erlebt haben.
Schon allein durch ihre Zusammensetzung dürfte die Band ein kleines Zeugnis
sein: sie schafft es, Personen im Alter von 19 bis 32 Jahren zu vereinen,
und das noch mit einer Frau an der Spitze. Also ich finde das einfach
cool!

Fazit: Wenn alle so innovativ mit dem Musikmaterial umgehen würden, wie
The Benjamin Gate hier, dann braucht man sich um die Zukunft des modernen
Rock´n´Roll keine Sorgen zu machen. Mit anderen Worten, eine Kaufempfehlung
für den Sommer!
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