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Capewalk - ''great!''Capewalk
"great!"


   ( 2001 Asaph Musik )

Die süddeutsche Band Capewalk und ihr neues Album werden dem Titel wirklich gerecht: "Great!" ist - musikalisch und produktionstechnisch gesehen - ohne Frage eine großartige Leistung. Auf ihrer zweiten CD liefern die fünf Jungs Modern-Rock mit leichten Grunge-Anleihen ab. Charakteristisch sind die leicht ins Ohr gehenden Refrains, die schnell zum Mitsingen bzw. Mitgröhlen verleiten. Vor allem Josy Albrechts Stimme ist es zu verdanken, daß der Sound so erfrischend kernig und kratzig rüberkommt. "Great!" bietet ne Menge an Kracher-Material in einem Sound, der nicht von einer anderen Rockband abgekupfert wurde, sondern ganz offentsichtlich Capewalks eigener ist.
Die Texte sind leider nicht ganz so umwerfend. Sie sprechen zwar von persönlichen Erfahrungen, doch leider drehen sich nur wenige erkennbar um Gott und den Glauben an ihn. Bei näherem Befassen werden sie zwar schon verständlicher und ansprechender; es werden sich aber wohl nicht sehr viele Hörer die Mühe machen, jeden Text einzeln auseinanderzunehmen. Es fehlt also eine dicke Brise Deutlichkeit.
Deshalb lautet mein Fazit: Der Titel passt, doch für ein verdientes Ausrufezeichen hätten die Texte noch ein wenig besser sein müssen.


—Michael Jung für komm! 4-2001


Capewalk ist die einzige mir bekannte deutsche, christliche Modern-Rock-Band, die es sozusagen "geschafft" hat: ordentlicher Plattenvertrag, fast im ganzen Land bekannt und auch schon internationale Auftritte. Sowas spricht für sich. Mit dem Erstling "activated" von vor zwei Jahren schlug man ganz konkret die Richtung des modernen "90er-Jahre-Rock" ein. Seitdem mußte sich die Truppe live bewähren, sammelte unzählige Erfahrungen und feilte an ihrem Sound und ihren Songs. Einige Leute aus der Band wußten schon bei der Veröffentlichung der letzten Platte, was bei der nächsten anders werden sollte (lustig, nich? :-), und genau das hat man jetzt hinbekommen! Ich wollte es kaum glauben, aber "great!" ist wirklich großartig, schon vom ersten Takt an weiß man, daß dies ein Überflieger geworden ist.

Warum das so ist, findet man schnell heraus: Winnie Schweizer stand als Produzent zur Seite und hat klanglich alles professionell in die richtigen Bahnen gelenkt. Genau so etwas hatte der Band beim Vorgänger noch gefehlt, denn "activated" klang für mich teilweise wie ein "Demo" bzw. Rough-Mix. Die Gitarren rocken unheimlich hier, es geht kernig zur Sache; das "Kratzige" sowie der Wechsel zwischen laut und leise erinnert stark an den Grunge der 90er. Andererseits sorgen auch die Keyboards für Melodie und Drive und bringen so manches modernes Element mit ein. Überhaupt liegt bei dem Album das Augenmerk auf starke Chorusse bzw. eingängige Hooklines. - Sowas wurde ja auch lange genug vermißt hierzulande! "Nothing in the world" ist der "Anheizer" des Albums und macht mit seinem coolen Intro echt neugierig. Was doch so eine kleine Melodie alles rausreißen kann... ;-)
Josy Albrechts Stimme klingt noch rauher als auf den letzten Produktionen (inklusive Golgatha-Zeit), so daß die Band wirklich einen eigenständigen, markanten Sound und somit Wiedererkennungswert besitzt. Nicht nur strategisch-markttechnisch war die Aufnahme des Covers "in the light" (bekanntgeworden durch Charlie Peacock & dc Talk) richtig, sondern auch vom Sound her kann dieser Track absolut begeistern: es ist der Partysong der Platte! Dabei gibt es zu dem Stück noch Weiteres zu berichten: beim Gesang erfährt die Band Unterstützung von einigen Kollegen, so sind Frieder Sigloch (Schulze), Bianca Poppke (Ararat), Martin Schabel (Snubnose), K.R. (W4C) sowie Katrin Haug mit an Board. Meine Anspieltips sind das geniale "nothing in the world" (aufpassen Amis und Engländer!), das rockige "still the one" (stellvertretend für den Rest...) und das poppige "closer".
Modern-Rock ist noch lange nicht tot - man muß es eben nur so richtig krachen lassen, wie hier.

Bei den Texten gibt es eigentlich auch Positives zu vermelden. Aus meiner Sicht sind sie jetzt besser nachvollziehbar als es noch auf dem Vorgänger "activated" der Fall war. Themen zum christlichen Glauben werden auf jeden Fall auf verschiedene Weise mit behandelt, sind aber nicht unbedingt zentral. Hier hätte ich es gerne noch deutlicher auf den Punkt gehabt. Gut, quasi "durch die Hintertür" geht es schon hart zur Sache, beispielsweise beim gecoverten "in the light", das wirklich einen super-herausfordernden Text hat. Man muß sich näher mit den Texten und deren deutschen Übersetzungen beschäftigen und wird dann auf jeden Fall angesprochen und hinterfragt. Gut gefallen haben mir "coming back", "the promise" und natürlich außer Konkurrenz "in the light".

Fazit: Einfach die geilste Rockscheibe, die ich in den letzten Jahren aus Deutschland gehört habe! Frischer Sound, gute Melodien, noch bessere Refrains - was will man denn mehr? Endlich ein Hammer von/für Capewalk, der voll eingeschlagen hat.

—David Decker für CCM-Rezis, März & April 2001

Daten:
12 Titel / 51 Min.
Musikstil: Modern-Rock, Grunge
Label(s): 2001 Asaph Musik, Lüdenscheid
Website: http://www.capewalk.de  /  Fan-Site

weitere CDs - siehe Capewalk-Künstlerseite >>
 


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