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 Chevelle
"point #1"

( 1999 Squint Entertainment /
online )
Manchmal ist es zum verrückt werden: Da bestellen Privatleute
und fromme Buchhändler bei dem Vertrieb Pila Music 1999 eine CD, die in
allen Bestellisten und Werbematerialen angekündigt und beworben wird.
Nach zig Nachfragen auf unserer Seite und etlichen lächerlichen Ausreden
seitens Pila, liegt ganze 2 Jahre (in Worten: ZWEI JAHRE !) später im
noch kein Silberling auf dem Tisch! Man muß sich echt fragen, ob Pila
noch per Kamelkaravane importiert, oder was? Jedenfalls ist bekannt, daß
unsere holländischen, britischen und skandinavischen Freunde schon seit
Monaten die Musik von Chevelle per CD-Album genießen können. Da ist doch
was faul, oder?
Ok, durch die Segnungen der online- und MP3-Technik kann man solche Markt-Blockierer
nunmehr umgehen. Will heißen, ich habe mir jetzt (nach zwei gefrusteten,
langen Jahren Wartens (denn wer bestellt schon gern umständlich in den
USA...) die Tracks aus der Audio-Galaxie
gezogen und die Lyrics
von den Homepages.
Ergibt auch ein vollwertiges Album, genauso wie es der ursprüngliche Wunsch
war.

Doch nun zur Musik von Chevelle:
Genau wie damals angekündigt, ist der Sound tatsächlich total anders,
als man es (besonders in der frommen Szene) gewohnt ist. Ziemlich hart,
rauh und irgendwie extrem ist das, was die Boxen ans Ohr liefern. Markante
Baßläufe und Schlagzeugarbeit, gekonnte Tempowechsel und einige Grunge-Elemente
ergeben eine faszinierende Rock-Mixtour. Steve Albini als Produzent hat
offenbar genau ins Schwarze getroffen bei der Band.
Es fällt mir schwer einige Anspieltips zu benennen, am besten läßt man
die Platte im ganzen auf sich wirken!
Gewisse klangliche Verbindungen lassen sich durchaus zum späten Steve
Taylor schlagen. Dieser entdeckte ja die Band auch und brachte sie bei
seinem Squint-Label unter (wo sie aber aktuell schon wieder runter sind...).

Was die Textinhalte betrifft, sollte man nicht viel erwarten von Chevelle.
Es werden auf hohem intellektuellen Niveau Themen abgehandelt, teils mit
philosophischem Charakter, teils sind es love-Songs. Auch die Worte "God"
(Gott) und Lord" (Herr) tauchen auf, aber nicht in einem speziell christlichen
Bezug. Hier muß man auch das größte Fragezeichen an die Band stellen:
Wenn sie nichts weiter mit christlicher Botschaft zu tun haben, warum
bewegen sie sich dann innerhalb dieser Szene?

Fazit: Alle Hard-Rock und Grunge-Fans sollten versuchen, aufgrund des
wirklich einmaligen, zeitlosen Sounds an dieses Album heranzukommen. Allerdings,
wegen der Texte dürfte es sich nicht unbedingt lohnen...

P.S. Das Album ist bisher nicht in Deutschland erhältlich. Man versuchts
daher am besten online,
bei Import-Spezialisten,
in US online-Shops
oder zieht es sich aus der Audio-Galaxie
:-))
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