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 Chevelle
"wonder what's next"

( 2002 Sony Music / 'Plattenläden';
online )
Im Jahr 1999 erschien das erste
Album der amerikanischen Band Chevelle,
damals noch bei Squint, dem Label, das z.B. auch Sixpence
NTR und Burlap To Cashmere herausbrachte.
Dieses Album stand zwar in den Katalogen vieler deutscher christlicher
Vertriebe, war aber praktisch fast nicht zu bekommen.
Mit dem Nachfolger "Wonder what's next" verhält es sich
ähnlich. Die CD ist zwar auf dem säkularen Markt bei EPIC Records
erschienen; da die Band aber niemand kennt, kann es schon einige Zeit
dauern, bis man das Album in seinem CD-Player hat. Was man dann zu hören
bekommt, kann aber durchaus begeistern. Chevelle spielen schnörkellosen
Hard-Rock, der vor allem von der sehr gefühlvollen Stimme des Sängers
Pete Loeffler lebt. Von ihr waren viele Kritiker schon auf dem oben erwähnten
Erstlingswerk "Point #1" begeistert. Damals ging der Gesang
wegen schlechter Abmischung fast in den Gitarren unter. "Wonder what's
next" allerdings ist solide und ausgewogen produziert, so daß
beide zu ihrem Recht kommen.
Insgesamt muß man sagen, daß die CD nach einigen starken Titeln
auf der zweiten Hälfte doch etwas nachläßt. Musikalische
Highlights des Albums sind "Comfortable Liar", "Closure",
die US-Single-Auskopplung "The Red", "Don't fake this"
und "One lonely visitor", fast schon eine Art Akustik-Bonus-Track
mit nur einer Gitarre.
Das große Fragezeichen der CD allerdings sind die Texte. Schon bei
"Point #1" stritt man sich, ob sie nun christlich sind oder
nicht. Auch auf dem neuen Album scheinen sie zum Teil sehr verschlüsselt.
Im Song "Grab thy hand" ist zwar von "God" die Rede,
aber eine wirklich klare christliche Aussage läßt sich meiner
Meinung nach in keinem der Songs finden. Zusätzlich verwirrend ist
das Bonusmaterial der CD: das Video zur Single "The Red" und
ein "Behind the scenes" vom Videodreh. Der Song handelt von
unkontrollierten Aggressionen, von Leuten, die plötzlich "rot
sehen". Eines der Bandmitglieder litt unter solchen plötzlichen
Gefühlsschwankungen, und so mag dieses Thema mit den besten Absichten
gewählt worden sein. Die Umsetzung verstört dennoch, da das
Video auf eine Schlägerei zuläuft und dann den Zuschauer leicht
ratlos zurückläßt.
Insgesamt würde ich Chevelle nicht etwa als eine "unchristliche"
Band bezeichnen. Wer allerdings klare christliche Texte sucht, wird auf
"Wonder what's next" nicht fündig werden. Rein musikalisch
gesehen ist es hingegen ein durchaus empfehlenswertes Album.
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