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Crushead - ''can you handle this?''Crushead
"can you handle this?"


   ( 2004 Gerth Music / Gerth Medien )

Nach fast drei Jahren erschien nun endlich der Nachfolger von "explicit content". Die treuen Fans der Band aus Dettingen/Erms in Baden-Württemberg haben lange darauf gewartet, wie auch die vielen Journalisten und "Beobachter der Szene". Crushead sind in der Zwischenzeit bei Gerth Music gelandet - und nicht nur deswegen sind die Qualitätssteigerungen auf allen Ebenen ersichtlich. In erster Linie hat sich die Band, auch aufgrund voller Tourneekalender, Zeit gelassen für einen ausgereiften Album-Zweitling. Schnellschüsse gibt es ja im Rockbereich genug...

"Can you handle this?" heißt übersetzt soviel wie "Wirst du damit fertig?" Und das ist sicher auch die große Frage in Bezug auf den Erfolg dieser CD. Drei Bedingungen sollten nämlich erfüllt sein für einen gelungenen Hörgenuß: man sollte die Platte komplett anhören, man benötigt gute Lautsprecherboxen dazu und man muß die Lautstärken bisweilen ganz schön ausreizen ;-) Das hängt damit zusammen, daß das Album anders produziert wurde als sein Vorgänger. Es ist "glatter", radiogeeigneter aber auch hochwertiger geworden. Der spontane, rauhe Sound von "explicit content" wird streckenweise etwas vermißt, dafür glänzt man nun mit neuen Zutaten. So steuerte Daniel Konold von Capewalk einige Programmings bei, Peter Pan von W4C einige Cuts & Scratches, Hans Joachim Eißler von Ararat Orgel- und Streicherarrangements, außerdem hört man bei drei Titeln Background-Vocals. Dadurch entsteht ein sehr modernes Klanggemisch mit sehr netten Elektro-Effekten. Der harte Crossover- bzw. Rap-Core-Anteil ist im Vergleich zu Branchenkollegen wie Pillar oder auch P.O.D. eher gering ausgefallen. Andererseits hört man bei einigen Passagen aber auch sehr schöne Einflüsse aus dem Hard-Rock der 80er und 90er Jahre. Crushead bleiben sich selbst treu, probieren aber auch neues aus und bieten somit weiterhin viel Originalität.

Produziert hat wieder Tobias Kurrle; abgemixt wurde von Klauss Scharff in Stuttgart, Ralph Quick in Vejen/Dänemark und gemastered von Tom Krueger in Mainz. Man sieht, es wurde nichts dem Zufall überlassen. Man könnte das alles kritisieren, und rufen: 'Mainstream!' Doch angesichts der sehr guten Songs und der hervorragenden Klangqualität täte man der Band und ihren Produzenten damit unrecht. Ich finde es sogar besser, wenn sich live-Klang und CD-Klang hörbar unterscheiden, so hat man von beidem was! Nach dem ersten Hören der Platte war ich noch etwas enttäuscht, weil es irgendwie noch "belanglos" dröhnte, doch das ist inzwischen nach mehreren Durchläufen verflogen. Mit der Zeit wachsen die Lieder und das ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen.

Der Sinngehalt der englischen Texte ist nicht immer einfach zu erfassen, was die Autoren eigentlich damit sagen wollen. In "cuts like a knife" (# 3) geht es darum, wie Worte verletzen können, "picture in my mind" (# 9) weist darauf hin, daß alles im Leben letztlich in Gottes Hand liegt. Neben einigen Party-Songs gibt es auch welche über Hoffnung und Beziehungen. Ein Lied fällt etwas aus dem Rahmen und zwar das Abschließende "in my father's hand" (# 12). Zu den elf treibenden Rockstücken paßt es kaum dazu, denn es ist eine sehr einfühlsame Ballade und außerdem ein Cover: geschrieben hat es eine junge Songschreiberin aus den USA namens April McLean. Auf CD war das Lied ursprünglich 1991 auf dem Album "wakened by the wind" (Sparrow Records) von Susan Ashton erschienen. Alle Liedtexte stehen natürlich im Booklet - was auch graphisch im schönen Dikipack überzeugt.

Fazit: Wer guten modernen Hard-Rock sucht, für den ist die vorliegende Platte auf jeden Fall ein heißer Tip! Manchen live-verwöhnten Crushead-Fan könnte die CD vielleicht etwas enttäuschen, denn sie erschließt sich erst nach intensiver Beschäftigung mit ihr. So oder so ein würdiges zweites Album einer interessanten Nachwuchsband aus Deutschland.


—David Decker für CCM-Rezis, Juni 2004


In dieser Platte spiegelt sich eine Weiterentwicklung der Band wider. Hat man die CD eingelegt, schallt guter harter Rock aus den Boxen. Dabei haben viele Lieder auch ruhige Stellen, die sich dann aber wieder zu akustischen Höhepunkten steigern. Sehr abwechslungsreiche und doch eingängige Melodien runden den musikalischen Eindruck ab.
Inhaltlich kommt bei einigen Liedern der Bezug zu unserem Herrn im Himmel ein wenig zu kurz. So beschreibt das Lied "Doubt" die Zweifel, ob alles Wahrheit ist, was wir glauben. Es beschreibt die eigenen Zweifel und es kommt immer wieder die Bitte nach Befreiung von diesen Zweifeln. Aber leider fehlt die klare Aussage, dass Gott alleine diese Befreiung gibt. Lieder wie "Crushkids" richten sich direkt an die Fans. Man bedankt sich für Gebete und spricht Segen für die Fans aus. "Cuts Like A Knife" beschreibt sehr ausführlich, was Worte anrichten können. Zum Schluss wird in nur einem Satz erwähnt, dass Gottes Wort wahr ist. Grundsätzlich ist das alles nichts Falsches, aber ich hätte mir gewünscht, dass mehr und deutlicher Bezug auf Gott genommen wird. Klar Stellung beziehen, ist angesagt. Es ist gut, dass alle Texte zum Nachlesen im Booklet zu finden sind. Auch Bilder der Musiker findet man dort. Leider erfährt man auch hier nichts näheres über die Beweggründe, die die Band motivieren, christliche Musik zu machen. Musikalisch ist diese Platte gut gelungen. An dem einen oder anderen Texte ließe sich noch feilen. Alles in alle eine gute Investition.

—Samuel Kloft für komm! 3-2005

Daten:
12 Titel / 47 Min.
Musikstil: Rock, Hard-Rock, Crossover
Label(s): 2004 Gerth Music / Gerth Medien, Asslar
Website: http://www.crushead.com

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Crushead-Künstlerseite >>
 


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