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 Travis
Cottrell
"found"

( 2006 Indelible Creative Group / online )
»Dieses Herz hat sein Zuhause gefunden.« (~ Found)
Gotteslob mit grosser, feierlicher Geste

Es klingt immer spannend, wenn ein gestandener Musiker verlauten lässt,
dass er nun endlich sein Lieblingsprojekt vorlege, das er schon lange
in seinem Innern herumgetragen habe. Und ich meine hier nicht einfach
die gängige PR-Floskel, das jüngste Projekt sei eindeutig das beste ...
Bei Travis Cottrell, dessen stilübergreifende CDs "Unashamed
Love" (2003) und "Alive! Forever" (2004) in US-Worshipper-Kreisen
gefeiert wurden, heisst das Wunschkind: ein gesangsstarkes Klassik-Pop-Album
mit Opern-Kulisse! Im O-Ton klingt das so: »Diese
Art Musik war schon immer Teil von mir, von meinem Dienst – sinfonisch
dem Wesen nach, sakral, ohne kirchlich zu wirken, grosse Stimmen, grosser
Gesang ... Zum ersten Mal konnte ich mich wirklich öffnen und so
singen, wie ich's mir vorstelle. Mein Leben hat auf dieses Album hingezielt.«

Tatsächlich besitzt Travis Cottrell eine geschulte Tenorstimme, die
hier eindrücklich powert, schwelgt und schmachtet, wie wir es bis
jetzt bei Steve Green und Mainstream-Darling Josh Groban gewohnt waren.
Der dramatische Opener „Falling“ zieht mitten hinein in ein faszinierendes
Hörerlebnis, in dem alles etwas prächtiger, etwas ausladender
und gefühlvoller als in reiner Klassik bzw. üblichem Pop ausfällt:
lebhafter, opernhafter Gesang, kraftvoller Refrain, packende Übergänge,
interessante Bridge, und das alles vorangetrieben von Schlagzeug und energischer
Orchester-Begleitung. Schwülstige Streicher sind auf diesem Album,
bei dem das Prague Symphony Orchestra mitwirkte, allgegenwärtig.
Der Konzertflügel und die Bläser (Hörner, Querflöten
usw.) kommen rege zum Einsatz. Daneben erklingen aber auch Gitarren, Banjo
und "Strominstrumente". In "Sanctus" hilft gar ein
Knabenchor bei den lateinischen Versen mit und in "Your Word Is Life
To Me" eine wahre Opernsirene. Travis Cottrell beweist auch in diesem
Projekt seine Vielseitigkeit: Neben pompösen Arien interpretiert
er John Denvers Evergreen "Annie’s Song", vertont Psalm 145
nach dem Vorbild des volkstümlichen Bühnenmusikers Aaron Copland,
versieht Chopins Prelude in e-Moll (dieselbe, die Nichole
Nordeman ihrem "Crimson" zugrunde legte) mit einem Gebet
und erinnert sich mit der Hymne "God Leads Us Along" an den
Glauben seiner Kindheit.

Neben Produzent Kent Hooper (Charlie Hall,
Clay Crosse) hat unter anderen Scott
Krippayne dem Album seinen Stempel aufgedrückt, indem er mehrere
Songs mitschrieb, z. B. das eindringliche "2000 Years", das
sich vorstellt, Jesus zu Lebzeiten zu erfahren: Hätte er ihm damals
geglaubt? ... Umso inniger feiert der Titelsong "Found", ein
getragener Inspirational und ebenfalls hälftig aus Krippaynes Feder,
das Wunder der Errettung. Wie Gott uns findet, erlöst, führt
– davon spricht die Mehrzahl der Stücke. Die Texte entfernen sich
dabei selten vom gängigen CCM- Wortschatz. Was "Found"
aber aus der CD-Schwemme heraushebt, sind Travis Cottrells einnehmende,
warme Tenorstimme, der gefühlvoll aufgebauschte Sinfonie- Sound,
ja der Mut zur grossen, feierlichen Geste im Lob Gottes. Abgehoben? –
Schon etwas. Unpassend? – Keineswegs! Gesang, Begleitung und die gewählten
Lieder gehen bestens zusammen. Und die dazwischengestreuten Folk-Klänge,
nicht zuletzt im Schlusstrack, sorgen immer wieder für Bodenhaftung.

Fazit: ein opulentes, gefühlsdurchtränktes Worship-Album der
besonderen Art! Travis Cottrells angenehme, kräftige Tenorstimme,
die durch das mitwirkende Orchester geradezu beflügelt wird, packt
vom ersten Ton an, durchrieselt, reisst hin – wenn man diesen Stil à la
Josh Groban mag.

Highlights: Falling, 2000 Years, We Long For You.
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