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 Bethany Dillon
"imagination"

( 2005 Sparrow Records / Gerth Medien )
Jugendlich, poetisch, visionär – erfolgreich

Die 17-jährige Bethany Dillon aus
Ohio kann sich nicht über fehlende Aufmerksamkeit beklagen: Namhafte
Produzenten und Profimusiker, ein Majorlabel und Heerscharen von PR-Füchsen
kümmern sich um ihre Karriere. Die Fans und die Medien liegen ihr
seit ihrem Debüt "Bethany Dillon"
(2004) auch diesseits des Atlantiks zu Füssen. Sie wurde am GMA Music
Award als neue Künstlerin und Sängerin des Jahres und für
das Pop-Album des Jahres nominiert und tourte schon mit Shane & Shane
und Bebo Norman, zurzeit mit Jeremy
Camp. Auch in Europa war sie schon. Und nun legt sie ihr zweites volles
Album vor: "Imagination" (dt. Vorstellungskraft, Fantasie).
Natürlich steckt viel Marktkalkül dahinter, aber dass so auf
unsere Musikwünsche eingegangen wird, finde ich schon wieder toll!

Schon das aussen dunkle, innen aber frühlingshaft blumige CD-Booklet
spricht an und weckt Erwartungen – die nicht enttäuscht werden. Das
11-Track-Album steckt halb voller schwelgerischer, halb voller melancholischer
Melodien und lebt vom bewährten gitarrenreichen, erdigen Sound. Dass
Beth eine umwerfende Stimme hat, steht ausser Zweifel. Sie hat an Ausdrucksvielfalt
dazugewonnen, kommt in die Nähe einer Christy Nockels (Watermark).
Die kraftvollen Pop-Rock-Songs "Dreamer" (# 1), "I Believe
in You" (# 5) oder der an Amanda Marshall erinnernde Kracher "All
That I Can Do" (# 3) knüpfen an die Hits "Beautiful"
und "All I Need" an. "New" (# 7), das von C.
S. Lewis' "Chronicles of Narnia" inspiriert wurde, ist ein
leichtfüssiger, streicherlastiger Ohrwurm. Auch "Hallelujah"
(# 2) ist kaum noch aus dem Kopf zu kriegen. Überraschend neue Töne
schlägt das über 6-minütige, zarte und doch intensive "My
Love Hasn't Grown Cold" (# 6) an. Der ebenso lange Titelsong "Imagination"
(# 11) mit Beth an der Gitarre, Ed Cash am Bass und John Catchings am
Cello schliesst die CD dagegen etwas schläfrig ab.
Staunen vor dem Mysterium von Gottes Liebe und Gnade

Aus Wortfetzen wie »overcast; dropping off baggage; turbulence;
babies crying; the sun is always shining even when I can’t see it…«
entstand nach einiger Gedankenakrobatik der Hoffnungs-Song "Airplane"
(# 4). Ob sie Liedideen spontan in ihr Tagebuch kritzelte oder zusammen
mit Produzent Ed Cash ausbrütete, immer war es Beths Anliegen, »ehrliche
Bilder davon zu malen, was ein Leben in Glauben wirklich bedeutet«.
Allerdings bringt sie auch diesmal das bedenkliche Kunststück fertig,
neben vielen "You" und "Love" nur gerade in einem
einzigen Lied das Wort "God" fallen zu lassen... In ihren gefühlvollen
Lyrics singt sie von einer Reise in ihr Inneres, die sie auch mit ihren
dunklen Seiten, mit Stolz, Unsicherheit und Einsamkeit konfrontierte.
Gerade ihr vergangenes Jahr im surrealen Rampenlicht habe sie neu überdenken
lassen, was es heisse, sein Kreuz auf sich zu nehmen und Jesus nachzufolgen.
Dass sie mit aller Schuld und allen Fehlern immer wieder zu Gott gehen
kann und er ihr unveränderliche Liebe und Gnade zeigt, ja, dass er
ein Gott ist, den wir lieben können, ist der Hauptgedanke in "Be
Near Me" (# 10), "My Love Hasn't Grown Cold" und "Imagination".

Fazit: Auch wenn es nicht ganz so kraftvoll und einfallsreich wie das
Überflieger-Debüt ausgefallen ist und gegen Schluss etwas lahmt,
ist "Imagination" wiederum ein hinreissendes und mit seinen
50 Minuten grosszügiges Pop-Album einer der zurzeit faszinierendsten
jungen Stimmen der CCM-Industrie! Die poetischen Liedtexte verbreiten
jedoch noch immer eine etwas neblige Botschaft.
"Dreamer" wird übrigens zum Abspann des neuen gleichnamigen Pferde-Films mit Kurt Russell und Dakota Fanning erklingen.
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