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 Bethany
Dillon
"so far: acoustic sessions" (EP)

( 2007 EMI CMG / online )
Beth in ihrem Element!

Wer sich über die Liebeslieder auf Bethany
Dillons Frühlings-Album "Waking
Up" gewundert hatte, für den klärte sich im Juli alles
auf: die 19-Jährige ist verlobt. Mit Shane Barnard vom Duo Shane & Shane.
Die Zeit der Zweisamkeit scheint allerdings knapp bemessen, sind doch
beide fleissig auf Tournee und am Konzertegeben; sie zurzeit im Tross
von Steven Curtis Chapman. Während ihr
Verlobter im August zusammen mit Shane Everett die neue CD "Pages"
veröffentlichte, nahm sich Bethany Dillon sogar Zeit für eine
zweite Produktion in diesem Jahr. Auf der soeben erschienenen, nur digital
erhältlichen EP "So Far: Acoustic Sessions" erklingen neue
Einspielungen von sechs Publikums-Favoriten. Vor dreieinhalb Jahren sang
sich die Ohioerin mit ihrer Debüt-EP "The Beautiful Sessions"
(2004), die nachher im vollen Album "Bethany
Dillon" (ebenfalls 2004) aufging, in unser Gehör und unsere
Herzen. Nun funktioniert's andersrum, indem sie – ganz im Trend – auf
durchscheinende Arrangements mit mehrheitlich akustischen Instrumenten
"zurücksetzt", was zuvor unter den Produzenten Ed Cash,
Will Hunt und John Alagia vielschichtig orchestriert und zunehmend verpoppt
wurde.

Das Resultat ist echt hörenswert und auch akustisch ein tolles Klangerlebnis.
Die junge Sängerin mit der leicht raspeligen, dunklen Stimme, die
so unvermittelt von säuselnd in gellend umschlagen kann, bringt wirklich
neue Versionen mit geänderten Arrangements. Vom Rhythmus der Gitarre
angetrieben und vom Klavier fast schon jazzig unterstützt, beginnt
sie mit "Dreamer" (# 1) – zuerst samtweich, dann energischer.
Intensiv gefühlvoll gestaltet sie auch "Kingdom" (# 2)
und "All I Need" (# 3) mit seinen spritzig tanzenden Gitarren-
und Banjosaiten. Ein Vergleich mit Shane & Shane, die für ihren pulsierenden,
leidenschaftlichen Stil bekannt sind, drängt sich geradezu auf (leider
sind nirgendwo Infos über die beteiligten Musiker zu finden). Sogar
für eine weitere Einspielung von "Beautiful" (# 4) fand
sich ein neuer Zugang: Die Ohrwurm-Ballade gefällt mit wunderschön
getragener, warmer Melodie, luftigen Piano-Tops über schlichten Gitarrenmustern
und stehenden Klängen. Die Grundstimmung ist deutlich gelassener,
sprich: weniger drängend als früher. Auch der Gute-Laune-Heuler
"Top of the World" (# 5) klingt weniger wuchtig – auch weniger
raumgreifend – als auf "Waking Up". Im geschmeidigen Gesang,
der zuvorderst aus dem Lautsprecher zu dringen scheint, schwingt ein spürbares
Lächeln mit. Die EP schliesst mit dem innigen Loblied "Let Your
Light Shine" (# 6), hier einen Tick langsamer, mit einem weicheren
Klavierklang und bereichert um Cello.

Fazit: Bethany Dillon in ihrem Element! Auch wenn ihre Lieder überzeugend
aufgedonnert und verpoppt werden können, fängt diese Akustik-Best-of
die stärkste Seite der im Folk verwurzelten Sängerin mit der
grossen Stimme ein.
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