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![Delerium - ''silence [single]''](../../cover/delerium-silence.jpg) Delerium
"silence" (Single)

( 2000 Nettwerk / SPV; 'Plattenläden'
)
Delerium, das ist ein Elektronik-Projekt von Bill Leeb
und Rhys Fulber, die beide in Kanada zu Hause sind. Irgendwie soll es
sogar Verbindungen nach Belgien und Deutschland geben... Da die beiden
neben ihrem eigentlichen Projekt "Frontline
Assembly" noch Sachen außerhalb von Industrial und viele neue Rhythmen
probieren wollten, riefen sie Delerium ins Leben (hat aber nichts mit
der britischen Band "delirious?" zu tun!). Ihr 1998er Album "karma" reichte
von dancigen Clubtracks bis hin zu Ethno-Pop, wie ihn sonst Enigma macht,
und sogar gregorianische Chants haben ihren Platz gefunden.

Der absolute Hit des Albums wurde "silence", wo Indierockerin Sarah McLachlan
den Gesang übernimmt. Insbesondere die verschiedenen Club-Remixe konnten
sich international durchsetzen. "Silence" ist wirklich ein cooler Song
und steckt die anderen Dance-Songs in den Charts locker weg, die im Vergleich
eher wie "Euro-Cheese" wirken. Manchmal setzt sich eben Qualität noch
durch.
Preis-wert wird die Maxi durch ihre lange Spielzeit von über 43 Minunten!
Neben einer editierten Albumversion gibt es noch fünf erstklassige Remixe
von verschiedenen Top-DJs. Darunter sind zwei, die über elf Minuten (!)
lang sind und einer mit über acht Minuten. In Europa werden wohl am häufigsten
der "DJ Tiësto in search of sunrise remix" und der "airscape remix" bei
den Sendern gespielt, die beide die "normale Radiolänge" haben...

Warum wir diese Single hier in unserer "säkular-Rubrik"
vorstellen, liegt im Songtext
begründet. Dieser behandelt nämlich auch religiöse Themen, genauer gesagt
spricht er vom Himmel. Wenn man ehrlich ist und in der Realität lebt,
muß man zugeben, daß christliche Interpreten meist auch nicht mehr rüberbringen,
als es hier der Fall ist. Ein paar religiöse Schlüsselwörter und alles
schön frei interpretierbar. Sarah McLachlan, die diesen Liedtext schrieb,
erzählt vom Himmel, der einen Sinn für Wunder hat. Es geht um den Frieden,
den offensichtlich der Himmel schenkt und auch um Stille und Freiheit.
Aussagen zu einem "Gott" oder "Herrn" werden dagegen keine getroffen.
Daher würde ich dieses Lied auch keinesfalls als "christlich" bezeichnen.
Interessant ist es aber dann doch, wie auf dem Cover der CD eine Art verschnörkeltes
Kreuz abgebildet ist. - Wahrscheinlich hatte Matthias Horx in seinem 1996
"Trendbuch 2" doch recht, als er sinngemäß schrieb: je mehr die Kirchen
an Einfluß verlieren, tauchen christliche / religiöse Symbole in der Gesellschaft,
hier besonders in der Musikszene, auf. Delerium sind ein "exzellentes"
Beispiel dafür. Man macht christliche Avancen, will aber mit dem Christentum
an und für sich nichts zu tun haben. So ist es nachvollziehbar, daß Jesus,
das Kreuz und alles "bibeltreue" außen vor bleibt.

Fazit: Ein musikalisch erstklassiger Song in sechs super Versionen. Der
Liedtext ist sicher auch mal einen Blick wert, sollte aber nicht zu Illusionen
verleiten. Trotzdem ist Delerium eine gute Alternative zum "Massen-Dance"
der Charts.
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