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 delirious?
"glo"

( 2000 Furious? Records / Asaph
Musik )
Oh man, was für ein Hype wegen einer schnöden Silberscheibe.
Monatelang weltweit angekündigt und dann kam sie endlich raus, die neue
Platte der Engländer. Zumindest in Europa, die Amis müssen (zum Glück?!)
noch bis Oktober warten. (Hi hi ;-)
Auch bei mir lagen die Erwartungen sehr hoch. Nachdem mir das letzte Studioalbum
ein bißchen den letzten Nerv raubte, weil der Sound (ohne einen professionellen
Produzenten eingespielt) sehr zerklüftet war. Bevor ich die neue Scheibe
wirklich einlegte, überraschte mich erstmal die Masse der Tracks: tatsächlich
15 Titel, wow! Auch das Wiederauftauchen von spontanen Aufnahmen (wie
auf dem Album "live and in the can") fand ich klasse - hier heißen sie
übrigens "glo in the dark (pt. 1-4)".
Naja, soweit kann erst mal nichts schiefgehen. Der Sound gefiel mir anfangs
auch recht gut, halt so typisch delirious?-mäßig. Allerdings bei der Hälfte
der Scheibe kam dann ein bißchen Langeweile auf. Die Songs sind recht
langatmig, für 72 Minuten Spielzeit (was ja preis-leistungsmäßig gut ist)
wird einfach zuwenig Abwechslung geboten. Der inzwischen angeheuerte Produzent
Tedd T. (T steht für Tjornhom) hat den Soundmix zwar etwas gestrafft,
aber so richtig überzeugend scheint es mir noch nicht. Ansonsten hat er
ja schon für Rebecca St. James, Margaret Becker und einige andere CCM-Künstler
produziert, aber warum setzt er gerade hier die elektronischen Mittel
nur so dezent ein? Bei delirious? hätte ich mir das eigentlich sehr interessant
vorgestellt. Aber man kann eben nicht alles haben. Mich törnt das Album
nicht allzusehr an, eher ab. Wäre ich böse, würde ich sagen, man sollte
lieber zum Original, zu U2 greifen. - Irgendwelche Einwände?
Kommen wir zu den Texten: da kann man endlich wieder mal nachvollziehen,
um was es der Band inhaltlich geht. Das war ja auf den letzten Alben überhaupt
nicht mehr der Fall gewesen. Meistens sind hier die Aussagen gut zu erfassen,
und der Name des Herrn taucht auch wieder mal mit auf! Im Lied "what would
I have done" singen sie davon, 'was sie getan hätten, wenn es nicht für
Jesus gewesen wäre'. Genau das frage ich mich aber auch schon lange. Denn
das ist das eigentliche Problem mit dieser Band. Der ganze Hype und das
unklare Ziel. Ursprünglich stammen sie aus der tiefcharismatischen Szene
und gehen da immer noch voll drin auf. Andererseits sind sie inzwischen
Vollzeit-Popstars, und wollen das auch unbedingt sein. Die delirious?-Vermarkungsstrategie
sucht innerhalb der christlichen Szene seinesgleichen und wird noch nicht
einmal von den Amis übertroffen. Inzwischen hat es die Band geschafft,
daß ihr unzählige Menschen weltweit förmlich zu Füßen liegen. In Deutschland
zelebriert man die Truppe als die christliche Lobpreisband überhaupt.
Doch lobpreisen sie wirklich, geben sie dem Herrn die Ehre? Schaut man
sich mal alle Texte ihrer CDs an und betrachtet die Konzertauftritte,
bekommt man berechtigte Zweifel. Für mich ist das übertrieben ausgedrückt
nur 'ne "stinknormale" Popband - eben nicht mehr und nicht weniger als
U2. - Wäre nur wirklich schade, wenn sie auch so gottlos enden würden.
Aber zurück zur vorliegenden CD. Ist es nun das beste delirious?-Album
wie überall behauptet? - Bei weitem nicht! "king of fools" bleibt bleibt
aus meiner Sicht nach wie vor das beste Werk der Band, zumindest musikalisch
betrachtet. Tja, muß man eben auf den nächsten Versuch warten, dann wenn
2001 die nächste "Pop"-Platte erscheinen soll.
Im übrigen kann ich nur jedem empfehlen, sich einmal kritisch mit dieser
Band und der uns derzeit überrollenden "Lobpreiswelle" auseinanderzusetzen.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
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Welche Musik man zur Anbetung Gottes verwendet, bleibt wohl jeder Band selbst
überlassen. Fakt ist nur, dass delirious es mit ihrem neuen Album glo wieder
einmal geschafft haben, frohe und motiviverende Lobpreissongs mit einem
modernen Sound zu kombinieren.
Glo enthält 11 frische Songs, die alle in ihrer Einzigkeit sehr interessant
sind. Der Opener "God you yre my god" ist sicherlich einer der absoluten
Highlights; delirious schaffen es einfach, den Zuhörer sofort zum Mitsingen
zu motivieren.
Dass hinter dieser emotional sehr intensiven CD mehr steckt als nur Gefühle
zeigen die sehr eindeutigen Texte. Hauptsächlich geht es um die Größe Gottes
und um seine Ehre. Auch der Wunsch nach Heiligung und Erneuerung klingt
immer wieder durch, wie zum Beispiel bei "investigate".
Und eines ist sicher: Von dieser CD wird man in den nächsten Jahren den
einen oder anderen Song auch in der Gemeinde oder im Jugendkreis wiederfinden...
Live sind delirious auf jeden Fall immer ein Erlebnis, so zum Beispiel am
9.12. [2000] auf der CRN in Ennepetal. |