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 Der
Fall Böse
"Sachenmacher"

( 2002 Bastard Records / Soulfood
/ online )
Mmh, komischer Name für eine Band: Alles begann 1996
mit dem obskuren Privatdetektiv namens Joachim Böse und dem Film
"Der Fall Böse", der von einer damals noch unbenannten
7-köpfigen Band musikalisch vertont wurde. Schnell wurde den beteiligten
Musikern klar, dass es hier um mehr geht, als nur um eine Soundtrackproduktion
zu einem trashigen B-Movie. Fortan brachte man unter dem Namen Der Fall
Böse die ersten beiden Alben "Der Fall Böse" (1998)
und "Viva dieser Tag" (2000) heraus und tourte als Hamburger
Nachwuchstalent erfolgreich durch die säkulare deutsche Clubszene.

Das Ergebnis der neusten Ermittlungen heißt nun "Sachenmacher".
Im Booklet wird dazu gewarnt: "Vorsicht funky!". Und das kann
ich nur bestätigen. Die Scheibe groovt wunderbar los und belehrt
jeden, daß man auch mit deutschen Texten supa fankie mjusik machen
kann, die funktioniert. Mit lässigen Beats'n'Grooves beweisen die
Jungs, daß ein stilvoller Mix aus Soul, Blues, Rock und intelligentem
Sprechgesang vielmehr bringen kann als dämliche Hip Hop-Klischees.
Handgemacht eingespielt, mal ungeahnt tanzbar, dann wieder sehr gefühlsbetont
balladig präsentiert sich die vorliegende Produktion von einer faszinierenden
Seite. Nur wenige CDs mit deutschem Sprechgesang kann ich nebenbei laufen
lassen, ohne das es nach längerer Zeit nervt. Diese gehört auf
jeden Fall zu den Auserlesenen! Am fetzigsten finde ich bis jetzt den
mitreißenden Titelsong.

Die aufgewachten Texte zeugen trotz eines "kuscheligen Sofasongs"
von Kreativität und vielen hellen Köpfchen, die sie schrieben.
Sicher es sind keine christlichen Texte, aber ich konnte auch nicht soviel
Bedenkenswertes finden, zumal das Durcharbeiten des Endlostextes im Booklet
sehr mühsam ist. Launisch sind die Lyrics, wie das Leben. Was sich
ohne Abstriche sagen läßt: neue Wortschöpfungen und Kombinationen,
kunstvoll in ein Schema gebracht, wobei sich viele andere Formationen
eine Scheibe abschneiden können.

Fazit: Das sind schon Sachenmacher, diese Hamburger. Sie sollten ihre
Namen vielleicht besser ändern in "Der Fall Funky - der deutsche
Sprechgesang hat eine Zukunft". Wen das Genre interessiert, der sollte
mit dieser Platte ruhig mal einen Hörtest machen!
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