Disciple - ''rise up''Disciple
"rise up"


   ( 2005 SRE/INO Records / EPIC / Asaph Musik;
           'Plattenläden'; online )

Disciple sind seit zehn Jahren Lieblinge der Fangemeinde "harte christliche Musik", genauer gesagt des Heavy-Metal und Hard-Rock. Obwohl die Band um Frontmann Kevin Young bisher bei keinem christlichen Majorlabel unter Vertrag war, hat sie weltweit treue Anhänger aufgrund ihres kompromißlosen Sounds, ihrer klaren christlichen Botschaft sowie weltweiten Auftritten, teilweise gekoppelt mit missionarischen Einsätzen. Das mit dem Label hat sich nun geändert: Sie sind seit einigen Monaten bei INO Records bzw. dessen Imprint "S/R/E Recordings" unter Vertrag und sogar mit der Vertriebsoption für den säkularen Markt über EPIC/Sony Music. Der Rest hat sich im Prinzip auch nicht verändert, naja, bis auf den Sound sicherlich. ...und den Frisuren der Bandmitglieder ;-)

Schaut man ins Booklet, meint man die einstigen Könige des US-Rock von Creed vor sich zu haben, aber keine christliche Metal-Band. Ob aus eigenem Entschluß oder wegen der neuen Label-Geschichte; eigentlich ist das äußere Bild ja nicht entscheidend. Doch viele ihrer Anhänger betrachten die Entwicklungen durchaus mit einigem Argwohn. Um den Rockmarkt aufzurollen, hat man den inzwischen recht populären Produzenten Travis Wyrick (bekannt von Pillar) angeheuert, der der Truppe das besagte neue Soundkleid verpaßte.

Die CD mit "nur" reichlich 45 Minuten Spielzeit ist klanglich aus einem Stück, wenngleich dabei manche Songs etwas in der Masse untergehen. Arrangiert wurde druckvoll und nach vorne gerichtet, die typische Wyrick-Art mit Samples und Elektro-Effekten ist aber deutlich herauszuhören. Der ganze Spaß errinnert vielleicht mehr an Pillar und Wyricks Solowerke als eigentlich beabsichtigt war. Hinzu kommt der etwas gemilderte Härtegrad im Vergleich zu früheren Alben von Disciple. Dies alles führte zu einigem Murren im Fanlager der "Jünger", trotzdem: Das Album rockt von Anfang bis Ende, zieht hart durch und begeistert mit hoher Melodik und starken Refrains. Das müssen selbst Kritiker eingestehen!

Textlich beschreitet das US-Quartett aus Nashville gewohnt das höhere Niveau in der frommen Rockszene. Alle Lieder sind mit Bibelstellen im Beiheft angegeben, so kann man die Inspiration und Themen gut nachvollziehen. Die Wortwahl hätte bisweilen deutlicher ausfallen können, um das christliche Anliegen spontan zu verdeutlichen. Dennoch: es geht ganz klar um geistliche Themen; Disciple schürfen dieses Mal etwas tiefer, fordern zum längeren Nachsinnen heraus.

Fazit: Für sich allein genommen, ist dies ein sehr starkes Album - Musik aus einem Guß, intelligente Texte und ein glaubwürdiges Bandkonzept. Harte Musik auf hohem Niveau, mit der sich auch die hartgesottenen Disciple-Fans nach einigen Durchläufen anfreunden können werden. In diesem Sinne: Steht (dr)auf!

P.S. Das vorliegende Album wird mehrheitlich unter dem Titel "rise up" angeboten und vermarktet - vereinzelt jedoch auch als selbstbetitelte Platte, schlicht als "disciple". Daher immer genau nach dem Cover-Bildchen schauen... ;-)


—David Decker für CCM-Rezis, Juli 2005

Daten:
13 (14) Titel / 46 Min.
Musikstil: Hard-Rock
Label(s): 2005 SRE Recordings/INO Records, USA / EPIC/Sony Music, USA /
               Asaph Musik, Lüdenscheid; 'Plattenläden'; online
Website: http://www.disciplerocks.com  /  deutsche Fan-Site
 


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