|
 Karen
England
"fire and snow"

( 2000 Eden Prairie; Pollen Days
/ online )
»Du kannst seine Stimme
flüstern hören
Der Geist bietet die Wahl an: zu gehorchen oder abzulehnen
Ich las, dass alles schliesslich darauf hinausläuft Das Alte und das Neue
können nicht gleichzeitig am selben Ort existieren
So wie Feuer und Schnee ...«

Der Titel des dritten Albums der aus Ellicott City, Maryland, stammenden
Sängerin Karen England (nach "Karen England" 1993 und "Every Moment" 1996)
ist zugleich das Motto der zumeist von ihr selbst oder von Produzent Paul
Buono und Nancy Groeneveld (mit)komponierten Lieder: Eine Entscheidung
für Jesus verändert ein Menschenleben gewaltig. Altes wird weggefegt,
eine Reise ins Neue beginnt. Mit einer warmen, schmeichelnden Stimme,
die sich gerne und mühelos in die Höhe schwingt, singt Karen England von
der Unvereinbarkeit von Sünde und Nachfolge Jesu ("Fire and Snow"), von
einem unbeirrten, mutigen Vorwärtsgehen auf dem abenteuerlichen und streckenweise
auch einsamen Weg des Glaubens ("I sail on") und von der Hingabe an Jesus
Christus ("Right here right now").

Der auf ihre leicht schwebende, helle Stimme - die man am ehesten mit
Christine Dente (Out of the Grey) oder
Susan Ashton vergleichen kann - ideal
zugeschnittene Song "She doesn't live here anymore" erzählt von der Wiederbegegnung
mit einer Freundin aus der Kindheit und diesem neuen Leben in Jesus, das
einen wie eine andere Person erscheinen lässt: "Was geschah mit dem Mädchen,
das ich einst kannte?" - "Sie lebt nicht mehr hier. Sie hat ein neues
Leben gefunden ... Liebe, die sie vorher nicht kannte ... Sie lernte fliegen
... ihr früheres Leben verblasste allmählich." Dankbarkeit und Lebensfreude
strahlt "Pure joy" aus oder der gitarrenlastige fetzige Country-Song "When
your love broke through" über Gottes - wie ein Erdrutsch, ein Erdbeben,
ein Hurrikan - alles verändernde Liebe. Daneben erklingen leise, zärtlich-verhaltene
Töne, etwa in der Liebeserklärung "So am I", in der Klavierballade "A
Time to grieve" oder im wehmütigen "Someday soon" über das Auseinanderleben
bzw. Getrenntsein zweier Freunde.

Spannende, abwechslungsreiche Arrangements kennzeichnen den Popsound mit
Country/Folk-Einschlag, der sich wohltuend eigenständig vom Mainstream
abhebt: abwechslungsreiche Tempi, perlende Klavierakkorde oder sphärische
Keyboardklänge, jubilierende Flöten- oder erdige Geigentöne, akustische
Gitarre oder schmelzende Elektrogitarren-Riffs; eingängige Refrains, dazu
dezent eingesetzte Backgroundstimmen. Stellenweise erinnert ihre Musik
an Loreena McKennitt (besonders das exotisch angehauchte, von pulsierenden
Rhythmen angetriebene „Fire and Snow“ und der Ohrwurm „I sail on“) und
an die frühe Susan Ashton. Es überrascht mich nicht, dass Karen England
von Margaret Becker als eine der vielversprechenden
Indie-Musikerinnen empfohlen wird und schon 1997 zweifach für den Dove
Award nominiert wurde. Erstaunlicher ist vielmehr, dass man die Profimusikerin
hierzulande nicht kennt.

Fazit: Ein eindrückliches, stimmungsvolles und reifes Album, das "wärmt",
zum Frieden mit Gott einlädt und zu einer klaren Entscheidung aufruft.
Karen England hat ihre Wahl bereits getroffen. Im Booklet, das alle Liedtexte
aufführt, drückt sie ihre Hoffnung aus, dass ihre Lieder den Hörer ermutigen
mögen, sich immer für Jesus Christus zu entscheiden.
|