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 The
Elms
"the big surprise"

( 2001 Sparrow Records / Gerth
Medien )
'Die große Überraschung - "the big surprise" - so was
ähnliches ist das offizielle Major-Debütalbum von 'Den
Ulmen' ("The Elms") schon. Denn wann hat man zum letzten Mal solch
klasse Rock gehört in der frommen Szene, so wie das Eingangslied "hey,
hey" etwa? Vielleicht 1997 beim Debüt von All Star United - ich weiß es
nicht so recht.
Was ich aber weiß, ist, daß die Band im letzten Jahr eine
EP bei Sparrow Records vorlegte, die schon erahnen ließ, was da noch
kommen könnte. Das damalige Versprechen des nachfolgenden vollen Albums
wurde nun etwas verspätet eingelöst, und stellt in dieser Hinsicht auch
eine Überraschung dar.

Was an der Scheibe jedoch am meisten überrascht, ist die Spielfreude,
mit der die Band loslegt. Da wird ohne groß zu Überlegen, was nun im Trend
liegt oder dergleichen, einfach drauflosgespielt. So entstehen dann spritzige
Sounds, wunderschöne Melodien und ein Groove und Feeling, wie man es eigentlich
nur von britischen Rockbands kennt. Doch keine Angst, um eine Britpop-Kopie
handelt es sich nicht, The Elms spielen ihren eigenen Rock´n´Roll!
Produziert wurde wieder mal in unnachahmlicher Weise von Brent Milligan,
der schon seit einigen Jahren ein Händchen für faszinierenden Rock hat.
Meine musikalischen Anspieltips sind das fetzig-einladende "hey, hey"
(# 1), das rockige "who got the meaning?" (# 3) und die geniale Hymne
"you're glowing" (# 9).
Wirklich nicht so gut finde ich an dem Album, ist die Tatsache, daß ganze
drei Lieder von der selbstbetitelten EP mit übernommen wurden. Zwar sind
die Songs an und für sich sehr gut, doch somit gibt es leider "nur" sieben
neue Titel zu hören. Dafür wurde "real men cry" wenigstens leicht verändert
eingespielt und der Song "lifeboat" wurde länger ausgespielt bzw. ausgeblendet;
"you're glowing" blieb im Prinzip unverändert.

Owen Thomas - praktisch das "Gehirn" und Rückgrat der Truppe
- hat wie schon auf der EP alle Songs allein geschrieben. In den Texten
wird letztlich eine optimistische und hoffnungsvolle Lebenseinstellung
vermittelt - die in die Musik durchschlägt. Es gibt etliche Bezüge zum
Alltag und in den christlichen Glauben hinein; Owen scheut sich nicht,
auch Probleme und Krisen anzusprechen (z.B. in "real men cry"). Man spürt
ihm seine lyrische Ader ab, die Verse haben Qualität und lassen sogar
teilweise etwas Humor durchblitzen (z.B. im Titelsong). Sowas hat man
bei US-CCM-Bands relativ selten.

Fazit: Die Amerikaner zeigen, daß sie auch in der "normalen" Rockmusik
noch Schritte nach vorn zu tun in der Lage sind. The Elms überzeugen bei
der vorliegenden Platte durch handwerkliche Brillianz und Ideenreichtum.
[Hinweis: dies ist eine Vorab-CD-Rezension.]
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