Further Seems Forever - ''the moon is down''Further Seems Forever
"the moon is down"


   ( 2001 Tooth & Nail Records / Gerth Medien )

Die Band Further Seems Forever stammt aus dem südlichen Florida und hat jetzt ihr Debütalbum bei Tooth & Nail Records herausgebracht. Etwas unscheinbar kommt die CD daher, und ich brauchte wirklich etwas Zeit, um Zugang zu dieser Musik zu finden:

Was soll man groß sagen zur Musik? Ungeschliffener, handgemachter Rock aus dem 21. Jahrhundert. Die Band ist zu fünft besetzt, mit zwei Gitarren, Baß, Percussion und Gesang. Ob es auch ein richtiges Schlagzeug gibt, weiß ich nicht genau, aber es hört sich jedenfalls so an. Dafür ist klar, daß zusätzlich hier und da ein Keyboard durchschimmert (z.B. in "Monachetti", # 4).
Die Songs gehen einigermaßen nach vorne ab, könnten aber hier und da auch noch eine Idee schneller sein, dies würde dem Album gut tun. Etwas mehr Abwechslung in den Arrangements ebenfalls, zumindest am Anfang der Platte. Im zweiten Teil des Werkes scheint die Band plötzlich richtig aufzutauen! Zugute halten kann man den Gesang von Chris Carrabba, der markant Akzente setzt. Seine Stimme ist echt wandlungsfähig.
Meine Anspieltip sind eindeutig das leicht angepoppte "madison prep" (# 5), das ruhigere "just until sundown" (# 7) sowie das fetzige "wearing thin" (# 9).

Selbst geschrieben hat Further Seems Forever alle Texte. Die sind ziemlich poetisch und scheinen tief zu gehen. Leider kann ich aber kaum deuten, von was sie handeln. Christliche Inhalte konnte ich bis jetzt auch keine finden, was eigentlich schade ist. Wenigstens danken sie Gott in den Credits an erster Stelle.

Fazit: Reinrassiger amerikanischer Rock´n´Roll, gut produziert und mit einem leicht alternativen Flair. Dreimal komplett anhören und dann drauf abfahren!


—David Decker für CCM-Rezis, September 2001


in "aktiv Musikmagazin" April 2002:
»Further Seems Forever: Raum für Aggressivität

Was uns hier vorliegt, erschien bereits im Frühjahr 2001 in den USA und mogelte sich in die Top 200 der Billboard Charts. Zuvor hatten Further Seems Forever einen Song zur vierten Ausgabe der Deep Elm-Compilation-Serie 'The Emo Diaries' beigesteuert und eine Split-Single mit der unbekannten Band Recess Theory veröffentlicht. Das allein genügte, um die Majors auf den Plan zu rufen und ohne weitere Indie-Erfahrungen bei EMI einen Vertrag zu unterzeichnen. Nach unzähligen Besetzungsänderungen hat sich mittlerweile ein festes Line-up konsolidiert. Der Haken ist nur, dass sich Sänger Chris Carrabba kurz nach der Album-Fertigstellung verabschiedete und durch Jason Gleason ersetzt wurde. So weiß man nicht, wie Gleason die Songs seines Vorgängers interpretiert. Denn eins ist klar: Carrabba hat die Messlatte verdammt hoch gelegt. Seine Stimme ist charismatisch, hingebungsvoll und hat somit den Songs eine ganz eigene Note verpasst. In der Vergangenheit wurden Further Seems Forever schon öfters mit Sunny Day Real Estate und Jimmy Eat World verglichen. Das ist nachvollziehbar. Auf eines haben sie im Vergleich zu einigen ihrer Kollegen gesteigerten Wert gelegt: Die Aggressivität nicht außen vor zu lassen und ihr den nötigen Raum zum Entfalten zu geben. Sie schlägt in "Monechetti" und "Pictures Of Shorelines" zu Buche.«

—aktiv Musikmagazin, 04/2002


in "musix-Plattenbox" April 2002:
»Da reden immer alle von Jimmy Eat World als den großen Emo-Core- Helden... Hat wohl noch keiner was von Further Seems Forever gehört. Die Amis sind fast schon sowas wie ein Paradebeispiel fürs Genre: Wunderbare Melodien gepaart mit hardcore-mäßiger Energie und geradezu beängstigender Eingängikeit. Allein der intensive ja fast beschwörende Gesang treibt die Songs direkt ins Gefühlszentrum des Zuhörers. "The Moon Is Down" ist jetzt keine Scheibe zum fröhlichen herumpogen oder zur Hintergrundberieselung, auf diese CD muss man sich schon ein bisschen einlassen um die volle melodische und emotionale Tiefe und Größe zu begreifen. Eigentlich ist das doch die wahre Härte: Nicht sinnloses Geknüppel, sondern granatenmäßige Harmonien... Zum Schluss noch ein kleiner Vergleich zur Orientierung: Further Seems Forever erinnern hin und wieder an die Hardcore-Legende Shelter, gerade durch die abgefahrenen Vocals...«

—musix-Plattenbox, 04/2002
Hinweis: Hier dargelegte Meinungen von Gastautoren müssen nicht die Meinung der CCM-Rezis-Redaktion wiedergeben.

Daten:
10 (11) Titel / 39 Min.
Musikstil: Alternative-Rock
Label(s): 2001 Tooth & Nail Records, USA / EMI Music Deutschland / Gerth Medien, Asslar; 'Plattenläden'; online
Website: http://www.furtherseemsforever.com  /  Fan-Site

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...
 


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