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Lea Finn - ''one million songs''Lea Finn
"one million songs"


   ( 2003 edel records / 'Plattenläden'; online )

Lea Finn klingt als Name nicht gerade "typisch deutsch", trotzdem kommt Lea aus Deutschland, genauer aus Bremen. Sie macht klasse Musik und ist wirklich talentiert - sowohl als Sängerin als auch Songschreiberin. Sie wurde "einfach so" entdeckt, ohne den Rummel von "Deutschland sucht den Superstar" oder "StarSearch", denn es stellt sich die Frage, ob solche Shows wirklich echte Talente ausfindig machen können, oder ob diese nicht sowieso anders entdeckt werden. Es ist schon lobenswert, wenn einige Labels sich noch so engagiert um guten Nachwuchs aus der Heimat bemühen!

Ok, auf jeden Fall hat Lea mit dem Titeltrack "one million songs" einen super Radiohit in Deutschland hingelegt, der im Frühjahr 2003 rauf und runter lief bei den Sendern. Ihre Nachfolgesingle rockt noch mehr ab, war aber nicht ganz so erfolgreich... Das Geheimnis der Bremerin sind erdige Arrangements zwischen Pop, Folk und Rock, zumeist mit akustischen Instrumenten eingespielt, sowie die super Stimme von Lea, die wunderbar zu diesem Musikstil paßt. Die Produktion läßt keine Wünsche offen, der Sound ist originell, eingängig, rockt los, hat aber auch einige ruhigere Momente zum Träumen. Man denkt erst einmal gar nicht, eine deutsche Produktion zu hören, es klingt vielmehr nach guter amerikanischer Singer/Songwriter-Musik! Lea war übrigens bereits mit Bryan Adams auf Tournee in Deutschland - daß sie allerdings ein weiblicher Bryan Adams wäre, will ich jetzt mal nicht behaupten... ;-)  Trotzdem dürfte Bryan Adams-Fans sicherlich auch ihre Musik gefallen!
Meine Anspieltips: der rockende Einsteiger "lying", natürlich "one million songs" (# 2, fall es jemand noch nicht kennt), sowie den Rocker "anytime again" (# 5) und die träumerische Ballade "find you" (# 7).

Zu den Texten will ich an dieser Stelle auch noch einige Worte verlieren: Für mich sind sie der einzige Schwachpunkt der Platte. Zwar sind sie gut gedichtet und lyrisch - Lea hat fast alle Texte selbst geschrieben! -, aber mit den Aussagen kann ich mich kaum identifizieren. Es geht vorrangig um Liebesgeschichten und Beziehungen allgemein. Dabei kommt Leas Seelenstriptease aber keineswegs so elegant daher wie etwa bei Alanis Morrisette, sondern teilweise etwas platt. Die Inhalte geben die heutigen Moralauffassungen der Gesellschaft wider: Emanzipierte Frauen, die nur das tun, was sie wollen. Kein "Alice-Schwartzer-Gepoltere", dafür ein etwas weicheres "modern girl"-Image: »Ich will einen guten Küsser, Schatz, / ich brauch keine Perlen, / ich mag guten Sex, / doch ich kann ihn mit mir selbst haben. / Du mußt mir wirklich gute Gründe nennen, / warum ich dich brauchen sollte. / ... // Ich bin ein modernes Mädel, Schatz, / ich bin bittersüß. / Ich bin eine Schlampe und ich bin eine Dame.« (zitiert aus "modern girl", # 3). Na na na, wer so was singt, ist wohl keine echte Dame... Ob solche Auffassungen die Ehe überhaupt noch im Blickfeld haben, würde mich sehr interessieren! Sind es nicht gerade solche selbstverliebten Menschen mit unmoralischen Auffassungen ("Schlampen"?), die dazu beitragen, daß in unserer Gesellschaft enorme ethisch-moralische Defizite herrschen? Sollte man wirklich mal diskutieren!

Fazit: Hier hat das Label edel wirklich einen guten Fang gemacht, Lea hat wirklich Talent und versteht es, mit ihrer Musik zu begeistern. Trotz einiger textlicher Schwachstellen aus meiner Sicht, überwiegen am Ende die musikalisch positiven Eindrücke. Daher empfehle ich diese Platte allen Liebhabern guter handgemachter Musik aus Deutschland - ebenso für Fans von Natalie Imbruglia, Michelle Branch, Sarah Brendel, Jennifer Knapp und auch Sheryl Crow, würde ich mal sagen...


—David Decker für CCM-Rezis, September 2003


in "amm (all my music)" Juli 2003:
»Sie ist jung, sie ist hübsch, und sie hat Talent. Lea Finn heißt die hoffnungsvolle Sängerin, für die amm die Patenschaft übernommen hat, um sie auf ihrem künstlerischen Weg nach oben zu unterstützen. 'One Million Songs', das dieser Tage erscheinende Debüt-Album, ist exklusiv bei amm auch in einer limitierten, handsiginierten Auflage erhältlich.

Nicht eine Millionen Songs hat 22-jährige Bremerin Lea Finn auf ihrem Debüt-Album versammelt. Doch wer will schon Quantität, wenn die Qualität stimmt. Und die kann die überaus talentierte Lea in reichem Maß vorweisen. Die 12 'One Million Songs', die unter tatkräftiger Mithilfe der jungen, hübschen Sängerin verfasst wurden, haben alles, was gute, melodiöse und vorwiegend handgemachte Popmusik heute ausmacht. Mit ihrer ausdrucksstarken und doch im richtigen Moment auch zerbrechlich wirkenden Stimme weist sie eine Präsenz auf, die schlicht atemberaubend ist.

Lea Finn hat es einfach drauf, einen großen Publikumskreis zu fesseln – und das über den Moment hinaus. Leas große Leidenschaft ist die Musik. Angetrieben von enormem Tatendrang zieht es sie schon früh auf die Bühne. Mit fünfzehn singt sie in einer Nirvana-Cover-Band. Allerdings muss sie feststellen, dass ihre Stimme überhaupt nicht zu den Songs passt. Mit sechzehn gewinnt sie einen Nachwuchspreis und wird von der Zeitschrift "Kuschelrock" als "Kuschelstimme des Jahres 1997" ausgezeichnet. Schließlich steigt sie noch bei einer Funk-Jazz-Band, einer Deutschrock-Formation ein und probiert sich an einem Programm aus frech-frivolen Liedern der 20er Jahre.

Fingerübungen, könnte man meinen, wenn man sich ihr erstes Album anhört, das Lea mit einem kleinen Team in Hamburg aufgenommen hat. Das Label edel, bei dem die Sängerin einen Plattenvertrag unterzeichnet, nachdem sie mit den von ihr selbst ausgewählten Live-Musikern "nebenbei" noch den renommierten Bandwettbewerb "Live in Bremen 2002" gewonnen hatte, ist, wie auch wir von amm, von ihren stimmliche Qualitäten überzeugt. Geprägt von grenzenlosem Optimismus ist Lea Finns persönlicher Weg.

Trübsinniges Grübeln oder Selbstaufgabe sind ihr völlig fremd. Natürlich schlägt sich diese Einstellung auch in den 12 englischsprachigen Titeln auf 'One Million Songs' nieder. Lea Finn singt in Stücken wie "Eternity" ("you're the sun inside my heart") nicht nur von der großen Liebe oder Vergänglichkeit derselben ("Everything"). Sie bezieht auch Stellung zum Leben als junge Frau im 21. Jahrhundert ("Modern Girl","Anytime Again") und wider Krieg und religiösen Fanatismus ("Change"). Musikalisch lassen die Songs ("Wonder Why" gibt es als hidden track auch in einer unplugged-Version) in Sachen Eingängigkeit keine Wünsche offen.

Ein befähigtes Musikerteam, angeführt von dem Produzenten und Multi-Instrumentalisten Stephan Gade, sowie den Gitarristen Jörn Heilbut und Christina Wiese, Drummer Jens Carstens und last but not least Sänger und Songwriter Tom Luna, bilden den Rahmen für ein Debüt der Spitzenklasse, das sich hinter Vorbildern wie Sheryl Crow nicht zu verstecken braucht. Lea Finn ist eine hoffnungsvolle Künstlerin mit Stimme und Selbstbewusstsein, Engagement und Emotionen, mit Charme und eigenem Kopf. Eben kein gecastetes Pop-Sternchen von der Stange. Alles an ihr ist echt.

—amm, 07/2003

Daten:
12 (13) Titel / 50 Min.
Musikstil: Akustik-Pop
Label(s): 2003 edel records GmbH, Hamburg / 'Plattenläden'; online
Website: http://www.leafinn.de

weitere CDs - siehe Lea Finn-Künstlerseite >>
 


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