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 Paul
Field
"in the long run"

( 2001 Nearfield, ICC / Asaph
Musik )
Paul Field, einer der Pioniere, eines der Vorbilder, einer
dieser ganz besonderen Talente, einer, der auch schon mal aneckt oder
unbequem wird, einer dieser Grenzgänger zwischen Gemeinde-/Kirchen- und
Künstler-Kultur. Ohne einen Star aus ihm machen zu wollen, kann man ruhig
noch ergänzen, daß er auch gern international mit seinen Geschwistern
im Glauben zusammenarbeitet, anstatt sich einseitig auf die englischsprachige
Hemisphere zu konzentrieren.

Sein erstes eigenes Werk nach drei Jahren bietet wieder viel zum Entdecken.
Melodien, die vielleicht erst beim dritten oder vierten Mal reingehen
und interessante Texte. Klingen tut "in the long run" so "erdig" wie ein
gutes Folkrock-Konzert oder eben die britische Insel selbst. Produziert
wurde es von Paul selbst sowie vom Soundbastler Dave Lynch, der für die
Verbindung zu den aktuellen Strömungen verantwortlich zeichnet. Meist
pendelt es deshalb zwischen akustischer und "elektrischer" Instrumentierung.
Die Einflüsse in der Musik reichen von britischem Rock, über Irisch-Keltisches
bis hin zu Nashville-Pop. Louise Fellingham von den Jazz-Rockern Phatfish
singt bei den Background-Vocals mit und sorgt so für das gewisse etwas.
Meine Anspieltips sind: "faithtown" (# 7) und "go peaceful" (# 12).

Bei den Texten gibt es wie gewohnt die ganze Bandbreite an Pauls Erfahrungen
und Ansichten zur Gesellschaft und zum Glauben. Natürlich in gewohnt guter
lyrischer Ausführung, denn Paul ist nicht umsonst einer der besten Songschreiber
der christlichen Musikszene weltweit. Man wird herausgefordert in seinem
Glauben und persönlich angesprochen von den Aussagen. Die Anbetung Gottes
in einigen Stücken kommt echt rüber. Unter anderem hört man auf der Platte
das eigene Arrangement von Paul zu "testify to love" (bekanntgeworden
durch Ralph van Manen sowie Avalon), dem Song, wo er ja den Text geschrieben
hat!

'Modern' wäre als Fazit das falsche Wort. Seine Musik ist echt, einfach
zeitlos. Es ist nicht die typische Radiomusik, die man beim ersten Hören
schon intus hat. Pauls Klänge erfordern schon aufmerksames Zuhören. Dafür
werden aber auch solche zarten Anbetungs-/Segenslieder wie etwa "go peaceful"
(# 12) ihren Weg in die evangelikale (Gemeinde-) Kultur finden. "in the
long run" ist zweifellos eines der Alben des Jahrgangs 2001!

P.S.: Man fragt sich echt, warum so ein alter Haudegen (seit Mitte der
70er aktiv!) wie Paul den jungen Bands jedesmal wieder neu offenlegt,
wie man guten Rock macht und gute Songs schreibt. Irgendwann müssen sie's
doch mal raffen...
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