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Das echte Album-Cover von "simple things" |
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Das
Album-Cover der Vorab-CD (advanced pre-release) von A&M Records
(USA) |
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Amy
Grant
"simple things"

( 2003 A&M Records; WB Christian
/ 'Plattenläden';
online;
bv-music )
Eigentlich sollte dieses Album hier schon längst
erschienen sein; bereits seit 2000 wurde nämlich dran gearbeitet!
Das Ergebnis finde ich etwas mager: nur zehn Lieder, davon ist bereits
eines bekannt. "After the fire" erschien bereits 1997 auf dem
CD-ROM-Teil der Single "takes a little time". Man fragt sich
wirklich, warum sechs Jahre vergehen mußten für ein neues Pop-Album
von Amy und es dann lediglich neun neue Stücke
zu hören gibt? Drei Gründe könnte man wohl dafür aufführen:
Entweder ist Amy in einer musikalischen Krise und die Kreativität
ist ihr ausgegangen, oder man will das Projekt kommerziell besser ausschlachten,
oder weitere neue Songs sollen über Special-Projekte oder Singles
vermarktet werden?

"Simple things", der Titelsong und erste Singleauskopplung ist
wohl der musikalisch beste Track auf dem Album. Ein fetziger Gute-Laune-Song,
ideal fürs säkulare Pop-Radio geeignet. Der Inhalt ist dagegen
gar nicht so einfach, wie man zuerst glauben mag - im Refrain heißt
es: »Ich träume von einfachen Dingen, / an die ich glauben
kann. / Wie das Gefühl, das dieser Tag bringt - / wahre Liebe und
das Wunder der Vergebung. / Ich glaube an einfache Dinge.« Schade
nur, daß 'wahre Liebe' und 'das Wunder der Vergebung' wirklich keine
einfachen Dinge sind!

Auf dieser neuen Popscheibe klingt Amy nach ihrem etwas "alternativerem"
und ruhigerem Vorgänger von 1997 wieder sehr rockig und poppig, ähnlich
wie schon mal 1991 und 1994... Manche haben sogar schon Vergleiche mit
Shania Twain und Michelle Branch
bemüht. Gar nicht so abwegig, würde ich meinen. Amy liegt bestimmt
irgendwo dazwischen! Weitere potentielle Radiohits neben dem Titelsong
sind der sympathisch-rockige Einsteiger "happy", das ebenfalls
rockende "eye to eye", das leichtfüßige Liebeslied
"looking for you", sowie die abschließende Ballade "after
the fire". Das etwas schmalzige Duett mit ihrem zweiten Ehemann Vince
Gill, "beautiful", bedient typische Ami-Pop-Klischees. Die Texte
der meisten Lieder sind äußerst flach, teilweise noch peinlicher
als auf dem "house of love"-Album von 1994. So heißt es
etwa in "happy": »Denn Schatz, ich bin bereit fürs
"anbaggern", / bereit für mehr als Haut auf Haut, / dies
ist es, wo Liebe beginnt. / Also sage ich: // Ich werde dir sagen, daß
du mein Mann bist, / denn es macht dich glücklich. / Ich rase, um
deine Hand zu halten, / du weißt, es macht mich glücklich.«
(Wenn ihr der Verkauf in den christlichen Geschäften in Amerika verwehrt
werden sollte, dann wohl wegen dieser "skin on skin"-Passage...)

"Out in the open" und "innocence lost" sind die zwei
einzigen Stücke auf dem Werk, denen man einen christlichen Inhalt
nachsagen kann (Ohne aber, daß sie "Gott", "Jesus"
oder "Herr" erwähnen würden!). Ersteres Lied schrieb
die Sängerin mit Chris Eaton zusammen, es geht darum, Ruhe, Freiheit
und wahren Trost bei Gott zu finden, in Seinen liebenden Armen. Im zweiten
Lied hört man eine Art Schuldbekenntnis von Amy (wahrscheinlich spielt
sie auf die Scheidung von Gary Chapman
an): »Ich kann mein Leben nicht noch einmal leben, / ich kann
meine Fährten nicht zurückverfolgen, / ich kann nicht ungeschehen
machen, was getan wurde, / der Kreis schließt sich nicht. / Ich
jagte dem selbstsüchtigen Traum hinterher, / habe den Preis nicht
abgeschätzt; / Illusionen verschwanden / und ich habe meine Unschuld
verloren.« Ich hätte nicht für möglich gehalten,
so was auf ihrer neuen Pop-Platte zu hören. Noch dazu, wenn sie in
den nächsten Versen auch von der Vergebung durch den himmlischen
Vater spricht und einem neuen Leben. Alle Achtung! Und das Stück
hat auch musikalisch viel zu bieten: ein schönes altmodisches Hymnen-Arrangement
mit einigen keltischen Einflüssen. Ziemlich sicher zwei Songs, die
Stammplätze bei den frommen Radiosendern erobern werden.

Alles in allem ein tolles Popalbum, das sehr aktuell, aber trotzdem zeitlos
klingt. Wenn die oft flachen und sinnentlehrten Texte nicht wären,
könnte man sogar fast von einem neuen Grant-Klassiker sprechen.
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