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 Cae
Gauntt
"alive!"

( 1994 Pila Music / Hänssler-Verlag
)
Es ist schon komisch: mit jeder von ihr erscheinenden
Platte wird Cae Gauntt noch mehr gelobt. Selbst
diese Live-CD wird mit "Sie ist ein Phänomen!" beworben - da muß doch
was dran sein, oder?
Ist es auch! Für Cae war "Alive!" kein dazwischengeschobenes, halbherziges
Live-Album, sondern eine CD wie jede andere und so arbeitete sie, nach
fast drei Jahren Bühnenpause, über ein Jahr mit ihrer Band an dieser Platte.
Und kehrt mit einem (wieder mal) neuen Sound zurück...

Mit der Ballade "Was uns bleibt", mit der ihre letzte Platte ("The
circle of love") endete, beginnt sie diese Live-Aufnahme, wobei Cae
sie live noch viel intensiver singt, genau wie die anderen Balladen "Hier",
"Liebe trägt uns durch" und "The rescue". Aber auch bei den anderen Songs
singt sie "weniger vorsichtig und kontrolliert, mit viel mehr Herz" (so
sagte sie es selbst) und experimentiert mehr mit ihrer Stimme (wodurch
diese an manchen Stellen leider etwas "quietschig" wirkt). Da überrascht
auch nicht, daß sich (wieder mal) Raps und Popsongs mit HipHop-Rhythmus
in ihrem Programm finden. So z.B. das funkige "Celebrate" und der Knaller
"I wanna tell the world" (von Michael W. Smith
und dem dcTalk-Toby),
in den "One door" (von "The circle of love"!) mit stampfendem HipHop-Beat
statt Spiritual-Percussion super eingearbeitet wurde! Und auch Poprock-Coverversionen
wie Paul Smiths "Dancing too close to the fire" und Carmans
"Jesus is the light" interpretiert Cae als vollkommen eigene Versionen.
Neben den neuen (Cover-)Songs hat Cae natürlich auch eigene Titel im Programm,
so u.a. neben "The circle of love" und "Ein für allemal", die mit pfiffigen
Neuarrangements aufwarten (rockiger/peppiger), auch "Oh Cae" und "C.A.E.",
die mit völlig verändertem Timing eine - für manchen seltsame - Überraschung
bereiten. Leider gibt es nur einen einzigen neuen, von Cae geschriebenen
Song: "I need him" heißt er und gefällt schnell durch den dumpfen Bass
und den schrammenden E-Gitarren-Beat. Ungefähr in der Mitte der Platte
werden mit einem Instrumental-Stück die vier Musiker (Florian Sitzmann,
Frieder Jost, Matthias Gräb und Martin Stöck), die auch für die tollen
Backgroundvocals zuständig sind, vorgestellt. Dazu wurden Kommentare aus
dem Programm, in dem Cae ihnen bei jedem Konzert andere Fragen stellt,
reingeschnitten. Jedoch versteht man in manchen Fällen nicht den Zusammenhang
- und beim zehnten Mal Hören ist auch Florian Sitzmanns Imitation des
Schweizer Komikers Emil Steinberger nicht mehr außergewöhnlich witzig.
Teilweise sind die Zwischenkommentare in und vor den Songs und auch die
englischen Texte schlecht zu verstehen, was an Caes Ringen mit der deutschen
Sprache bzw. am Live-Gesang liegt.

Bereits mit den ersten Songs macht Cae ihren Standpunkt klar: Jesu Liebe
ist das Wichtigste der Welt ("Was uns bleibt") und für diese bitter notwendig
("Love resurrection"). Überhaupt geht es, wie bereits auf "The circle
of love", viel um Liebe; leider könnte in einigen Titeln auch von Liebe
zwischen Menschen die Rede sein, da nicht ausdrücklich von Gott oder Jesus
gesprochen wird ("I wanna tell the world", "I need him") - wirklich schade.
Dagegen erstaunen andere Songs damit, wie einfach und unverfälscht man
das Evangelium ausdrücken kann, ohne daß es aufdringlich wirkt ("Jesus
is the light", "One door"). Und so ruft Cae offen zur Entscheidung zwischen
einem Leben in der Dunkelheit oder im Licht auf und erzählt von der Veränderung,
die die Liebe Jesu bewirken kann ("Celebrate", "Liebe trägt uns durch"),
wenn man nur bereit dazu ist ("Hier"). Es wird aber auch nicht verschwiegen,
daß es schwere Zeiten geben kann, aus denen uns Gott wieder zurück holen
will ("The rescue"). Ich frage mich nur, warum bei "Oh Cae" die letzte
Zeile des Refrains und die zweite Strophe weggelassen wurden. Schade ist
auch, daß nur wenige (drei) von Caes Zwischenansagen auf die CD übernommen
wurden - und das, wo doch Cae für ihre Direktheit und Nachdenklichkeit
auf ihren Konzerten bekannt ist.

Trotz einiger Negativpunkte ist "Alive!" doch eine klasse CD mit einer
sympathischen, sehr authentischen, stimmgewaltigen und vielfältigen Cae.
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