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 Cae
Gauntt
"c.a.e."

( 1987 Pila Music / Hänssler-Verlag
)
Nachdem sie 1983 nach Deutschland zog, von 84 bis 87 mit
dem "MBZ-Studiochor" durch die Lande tourte und auf einigen Platten bekannter
SängerInnen und Chöre mitwirkte, veröffentlichte Cae
Gauntt im Herbst 87 ihr Debüt-Album.
Auf der Platte vereinigt Cae alle Stilrichtungen, in denen sie sich wohl
fühlt. Neben dem für die späten 80er typischen Synthi-Pop gibt es genauso
Balladen und Gospel wie Disco-Klänge zu hören. Schon der Titelsong "C.A.E.",
was für "Christ is the Answer for Everyone" steht, ist ein überraschend
flotter Kracher im stark Schlagzeug- und Keyboard-orientiertem Pop-Sound.
Es ist der bisher einzige Cae-Titel, den sie vollkommen alleine (Text
und Musik) geschrieben hat. Er verkündigt auf einfache und kurze, aber
glasklare Weise das Evangelium, worauf schon der (eigentliche) Titel verweist.
"Jericho", eine mit einer einmalig gefühlvollen und spannungsgeladenen
Stimme gesungene Ballade, spricht davon, daß nicht nur in der Bibel, sondern
auch heute noch nichts mit Gott unmöglich ist. Mit "Was uns hält" folgt
eine weitere, von E-Gitarren untermalte, Ballade, die - entgegen der heutigen
Scheidungsrate - feststellt, daß Gott auch "kriselnde" Ehen zusammenhalten
kann. "Sie weiß, was sie will" und "Machine" sind zwei Disco-Nummern mit
spritzigen, hämmernden Drums. Leider geht in "Machine" Caes grandioser
Gesang durch die Musik etwas unter. "Shut de do" ist die
Überraschung der Platte: ein phantastischer Südsee-Rhythmus-Titel mit
einem klasse Inhalt (eine Warnung vor dem Teufel). Toll, daß es so was
auf einer deutschen Produktion zu hören gibt! "Nichts verloren" ist eine
einfach nur wunderschöne Ballade, die darauf hinweist, daß sich Einsatz
für Gott immer lohnt. Mit "Made for walking" kommt ein weiterer rasanter
und ziemlich origineller Song, in dem auf sehr schöne Weise der biblische
Missionsbefehl für jeden Christen beschrieben wird. Auch wenn der Gospel-Klassiker
"Lean on me" von Bill Withers hier zum x-ten Mal gecovert wird, so stellt
er doch eine herrliche Leistung von Cae und dem Gospelchor "Ensemble of
Joy" dar. Nach dem temporeichen "Jeder Weg beginnt am ersten Schritt"
singt Cae im Duett mit Steve Tolley die Rock-Ballade "Hier", die von der
Bereitwilligkeit eines Christen, sich von Jesus belehren lassen zu wollen,
spricht.
Mit vollem Einsatz zieht Cae auf ihrem Debüt alle Register ihrer Stimme
und bietet ein großartiges Facettenreichtum. Besonders gefällt mir, wie
ihre Stimme "eingesetzt" wurde, d.h. wie Cae mit sich selbst im Backgroundchor
singt (und so die Gagen für weitere Sänger spart ;-) und wie mit ihrer
z.T. kieksigen Stimme "gespielt" wird, ohne daß es je überzogen oder gekünstelt
wirkt. Der einzige Negativpunkt dieser Produktion ist, daß sechs Songs
Coverversionen (wenn auch sehr gute) von US-Sängern, z.B. Michael
W. Smith, Kathy Troccoli und Margaret
Becker, sind. Zwar wurden sie allesamt übersetzt (was wiederum ein
großer Pluspunkt ist), jedoch machen die Übersetzungen teilweise den Eindruck,
als ob es sich an bestimmten Stellen einfach reimen mußte. Es fehlen
hier einfach deutsche Liedermacher. Drei Songs (u.a. "Machine") stammen
von (dem damals in Deutschland noch unbekannten) Danny
Plett und beweisen sein großes Songwriter-Talent. Vier Songs wurden
von bekannten christlichen US-Produzenten gemeinsam mit Dieter Falk arrangiert:
von Brown Bannister (Avalon, Carolyn
Arends, Michael W. Smith), Phil Naish (Kathy
Troccoli, Steven C. Chapman) und Dann Huff
(WhiteHeart, Peter Cetera), Keith Thomas (Amy Grant,
BeBe & CeCe Winans)und John Andrew Schneider
(Crystal Lewis, Petra).
Abschließend kann ich nur sagen: Kein Wunder, daß "C.A.E." damals wie
die sprichwörtliche Bombe in Deutschlands CCM-Szene einschlug!
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