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» In einer seiner Weihnachtspredigten sagte Martin Luther einmal:
"Was nützte es mir, wenn Christus eintausend
Mal geboren wäre und es würde täglich auf liebliche Weise
in meine Ohren hineingesungen - wenn ich aber doch niemals vernähme,
daß er für mich geboren und mein Eigen sein?"
(frei nach Martin Luther, Weihnachtspostille von 1522 / WA 10,1,1; 79,14-16)
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So "beginnt" das vorliegende Album im Booklet. Und es ist ja
wirklich was dran: Cae & Eddie Gauntt
können noch so würdig und lieblich in unsere Ohren singen, wenn
das, was sie darbieten, nicht im Herzen ankommt, wird die Mühe vergeblich
sein. Womit wir mitten im Geschehen wären:

Nach rund sechs Jahren hin- und her bzw. "Pause" liegt nun endlich
das Weihnachtsalbum vom Ehepaar Gauntt vor - von der beliebten christlichen
Popsängerin und vom geschätzten Opern-Bariton. Beim Untergang
ihres Labels 'Pila Music' war jene Veröffentlichung erst verschoben,
dann gestrichen worden. Nun hat sich ihre neue Plattenfirma über
das Projekt "erbarmt", es mit neuem Elan - aber gleichem Produzenten
- angegangen und dabei einen Volltreffer gelandet. Neben den vier, von
der limitierten Vorab-Single "this
love is a child" (2000, Hänssler) bekannten, Stücken
und dem Beitrag zum 1998er Hänssler-Weihnachtssampler
gibt es immerhin neun brandneue Titel zu hören. Und ja, auch für
treue Fans lohnt sich allein deswegen die Anschaffung! Schlicht mit "christmas"
(dt.: "Christ-Messe"; "Weihnachten") betitelt, deutet
schon allein dieser Umstand auf eine mögliche neue Referenz für
das Genre hin.

Man hört, daß dieses Opus beiden Künstlern ein Herzensanliegen
war und kein reiner Labelauftrag, hier stimmt einfach alles. Mit Florian
Sitzmann konnte wohl auch kein prädestinierterer Produzent verpflichtet
werden. Alles ist auf den Punkt arrangiert, die Vokals dabei natürlich
immer im Vordergrund. Neben zahlreichen Gastmusikern bzw. Instrumentalisten,
war übrigens auch ein Orchester an den Aufnahmen beteiligt. Besonders
gut gefällt mir die Aufnahme zweier Neukompositionen, geschrieben
von Cae Gauntt ("it took a king", # 2) und Danny
Plett ("symbols and saints", # 5). Daneben gibt es Cover
von Jochen Klepper ("die Nacht ist vorgedrungen", # 7), Leonard
Bernstein ("somewhere", # 8) sowie Traditionals ("I wonder
as I wander", # 3 sowie "stille Nacht / silent night",
# 1) zu hören.

"Sing your praise to the Lord" von Rich
Mullins geht hier eine überraschende Liason mit dem Choral "lobet
den Herren" ein: Das ist kein Experiment, sondern frohes Gotteslob
auf eine erfrischende Art und Weise. Eben, lobet den Herren, Psalter und
Harfe wacht auf ;-) Eine - durchaus streitbare - deutsche Übertragung
des Neuzeit-Weihnachtsklassikers von Amy Grant
hat Marion Sitzmann vorgelegt: Cae Gauntt singt den "Hauch
des Himmels" (# 10; Original "breath
of heaven") absolut souverän und wird sicher nicht der letzte
Interpret dieser neuen Version bleiben! Mit "child in a manger"
(# 11) erklingt eine gälische Volksweise - nun ist außerdem
klar, woher Cat Steven's Melodie zu "morning has broken" stammt...
Thematisch dreht sich hier alles glasklar um das "heiligste Kind,
welches Rettung bringt". Jesajas Prophetie genau darauf ist bekanntlich
im frühneuzeitlichen "es ist ein Ros entsprungen" (# 6)
vertont; hier in einer kurzen, doch atemberaubenden Version vorgetragen,
sogar mit lateinischem Präludium.

Neben dem großvolumigen, dennoch zu keiner Zeit bombastischen, Gesang
und Sound (gute Anlage erforderlich!) vertieft das liebenswürdig
gestaltete Äußere den positiven Gesamteindruck. Das zweisprachige
Booklet im edlen Digipack liefert so die deutschen Übertragungen
englischer Liedtexte - damit die Botschaft ankommt.

Fazit: Cae und Eddie Gauntt schicken sich
an, das wohl überraschendste und "klassischste" zeitgenössischte
Weihnachtsalbum des Jahres vorgelegt zu haben. "Christmas" ist
Musikgenuß auf hohem Niveau und gleichzeitig die Erinnerung, daß
Weihnachten für dich und mich ganz persönlich geschah und sein
mußte.
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