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 Lydia
Gott
"a matter of trust"

( 2002 BMG Music (Gospel Division)
/ online )
»Du bist dieses Spiel so
leid, dein Leben dem Zufall zu überlassen
Versuchst bei jeder Begebenheit zwischen den Zeilen zu lesen
Oh, schau doch genau hin, wer alle Karten in der Hand hält
Er ist das Ass in deinem Ärmel
Er ist der Herzkönig«
(aus "Love Steps In")
Bewährte Songschreiberin und Sängerin
Lydia Gotts Stimme (die etwa mit Darlene
Zschech, Konzertkollegin Susan Ashton
und Christy Nockels verglichen werden
kann) dürfte dem einen oder der andern bekannt sein, denn einmal gehört,
vergisst man sie so schnell nicht wieder. Die Sängerin aus Hendersonville,
TN, wirkte z. B. bei den Acappella-Projekten "Resurrection" (1994), "Communion"
(1995) und "Exalt Him" (1996) mit und war Gründungsmitglied der virtuosen
A-cappella-Gruppe New
Creation, die mit Arrangements zu bekannten Glaubensliedern und Eigenkompositionen
die Frohe Botschaft in Gemeinden und Konzerthallen - auch in Europa -
trug und einige Tonträger einspielte (zuletzt "We Need Love" 1999). Stilmässig
lag von der Hymne über den mitreissenden Gospel und die Gänsehautballade
bis zum Popsong mit Rap-Einlage vieles drin. Auch das "Schlagzeug" wurde
vokal erzeugt. Zahlreiche namhafte Musiklabels und unabhängige Studios
verlassen sich zudem auf Lydia Gotts Einsatz als Sessionsängerin. Und
als sogenannter "Staff writer" versorgte sie unter anderem von 1999 bis
2001 BMG Music Publishing mit Ohrwürmern; etwa 60 ihrer Lieder wurden
von Indies vertont. - Der #1-Hit "New Day" von Avalon?
- Stammt von Lydia Gott. "Think About That" auf den Debüts von George
Rowe (2003) und Janna Long (2002)?
- Entstand unter Mithilfe von Lydia Gott. "Faith Goes All The Way" auf
dem Album "Hold on" (2004) der kürzlich ausgezeichneten kanadischen Country-Sängerin
Debbie Forsyth? - Ebenfalls von ihr!
Eine weitere "Sister with Soul"
2002 legte Lydia Gott ihr zweites Soloalbum, "A Matter of Trust", vor,
eine gediegene Pop-Produktion mit einem starken Schuss Soul, R'n'B und
Dance, die ihre wendige Stimme gut zur Geltung bringt: mal eindringlich
rhythmisiert, mal samtweich. Der Vergleich mit den diversen "Sisters with
Soul" der späten 80er / 90er Jahre drängt sich auf. Produzent David Thiele,
selber Singer-Songwriter und damals bei BMG, legte mit einer ausgeklügelten
Programmierung mit viel Gitarre und warm verwobenen Nebenstimmen einen
dichten Klangteppich. Mehrheitlich vorwärts treibende, abwechslungsreiche
Rhythmen sorgen für einen radiotauglichen Drive. Stellenweise werden für
meinen Geschmack allerdings etwas zu viel Hall und Schmelz hinzugefügt...

Alle 11 Lieder sind raffinierte Ohrwürmer: das groovige "Faith Goes All
The Way", das pulsierende "Sweet Surrender", das geschmeidige "It's A
Matter of Trust", der Powersong "Chosen", der stark nach Darlene Zschech
klingt, oder das fröhliche "A Little Grace" für Töchterchen Ellie Grace.
Ehemann Kyle Gott und Paul Weathersby, die auch bei New Creation dabei
waren, sowie besonders Dawn Weathersby schrieben bei zahlreichen Liedern
mit. BMG-Songschreiber Sam Mizell prägte "Into My Destiny". Mark
und Brynn Gersmehl - er von Whiteheart und sie von der aufgelösten
Gruppe Rachel Rachel - werden bei der abschliessenden Gitarrenballade
"When You Move" genannt, die (leider) als einziger Track von Kevin Lawson
produziert wurde. Die Darbietung der Songschreiberin ist mindestens so
überzeugend wie jene der Soulkehlchen, die ihre Lieder interpretieren;
etwa im übersprudelnden Gospel "New Day". Und die schmelzende Ballade
"Changing Me" (geschrieben mit Dawn Weathersby und Dwight Liles) mit ihren
Verzierungen à la Mariah Carey macht
ihr so leicht niemand nach.
Glaube, Hoffnung, Liebe
Wie ihre evangelistischen und gemeindeorientierten frühen (Chor-)Lieder
stehen auch die neuen Songs in der Tradition des Gospels und des modernen
Inspirational. Dass Glaube kein angelerntes Wissen, sondern ein Überzeugtsein,
eine Herzensentscheidung und eine Frage des Vertrauens ist, hat die Berufsmusikerin,
Ehefrau und Mutter aufgrund schmerzlicher Erfahrungen erkannt. Sie singt
von Zweifeln und Sackgassen, wenn der Blick in die Zukunft vernebelt ist
und alle eigenen Anstrengungen vergeblich scheinen. Von Gottes Liebe und
Gnade, die eingreift, das Leben erneuert und umgestaltet ("Love Steps
In"), die in Unwissenheit und Ratlosigkeit durchträgt ("Center of The
Flame"). Und von der Hoffnung daraus, die alles überdauert. Nicht indem
sich die Umstände verändern oder plötzlich Antwort auf alle Fragen gegeben
wird, sondern indem eine Veränderung im Innern geschieht. "Changing Me"
spricht in diesem Sinn von "Evolution of belief". Und auch die anderen,
bald erzählerischen, bald poetischen Lieder beschreiben diese Herzenshaltung
und -umformung.

Fazit: ein erfrischendes Album ohne Ecken und Kanten. Einfach schön, einfach
erbauend und hoffnungsvoll. Wer soulige Stimmen und eingängige Melodien
mag, für den wird Lydia Gott eine Entdeckung sein. Den Liebhabern von
GLAD, All Vocal Band (AVB) oder Acappella und allen anspruchsvollen Chorleitern
seien dagegen die Produktionen von New Creation mit Nachdruck empfohlen.
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