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The Hutchisons - ''christmas''The Hutchisons {Angela Hutchison}
"christmas"


   ( 2006 MAPL / online )

Minstrel-Klänge aus dem Land des Ahornblatts

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle die kanadische Sängerin und Liedermacherin Angela Hutchison und ihre zwei folkigen Soloalben "Grace Child" (2001) und "Hope for Sure" (2004) näher vorgestellt. Zusammen mit ihrer Familie (Mutter Adriana, Bruder Chris, Schwester Amy) bildet sie zudem die Gruppe The Hutchisons, die seit 10 Jahren besonders zur Weihnachtszeit musizierend durch die kanadischen Lande zieht. Soeben veröffentlichten sie ihr selbst produziertes Album "Christmas", das Weihnachtslieder aus aller Welt und aus verschiedenen Jahrhunderten zum Klingen bringt. Neben typischen Carols wie "Little Drummer Boy" (zu Trommeltakt!), "O Come, O Come, Emmanuel" oder "O Holy Night" ertönen auch ins Englische übertragene Lieder, die unseren Ohren wohlvertraut sind: "Stille Nacht", "Es ist ein Ros entsprungen" und sogar Paul Gerhardts "Fröhlich soll mein Herze springen". Auch französische Melodien und Verse werden dazwischengestreut.

"Christmas" ist kein Album der gefühlstriefenden Klänge oder des zuckersüssen Überschwangs. Der ein- bis vierstimmige Gesang wird meistens nur von Gitarren (Chris) begleitet oder a cappella pur belassen, so wie die Hutchison-Familie die Lieder in der Art der fahrenden Musikanten – oder unserer Sternsinger – jeweils aufführt. Hat man sich einmal an die schlichte Machart gewöhnt und in die sorgfältigen Arrangements hineingehört, wird man zusehends von der heiter-zufriedenen Ausstrahlung der Sänger eingenommen. Immer wieder treffen sich besonders die Frauenstimmen zu wunderbaren Harmonien, z. B. in "Infant Holy / All My Heart", "O Holy Night" und "See Amid the Winter Snow". Und im Bettelsong "A Soalin' (The Souling Song)", einem englischen Volkslied, jagen sie sich neckisch hinterher. Toll gelungen ist auch das folkig-beschwingte "Do You Hear What I Hear?" mit sehr schönen Solos der Schwestern und rassiger Gitarrenbegleitung. Angelas faszinierende Stimme kommt auch im "Little Drummer Boy" bestens zur Geltung, während Amy in "O Holy Night" und im souligen "Go Tell it on the Mountain" heraussticht.

Eine Besonderheit sind die fünf Medleys (eines instrumental), in denen verschiedene Weihnachtslieder nacheinander angetippt werden. »Medleys erlauben es uns, viele gute Lieder in wenig Zeit zu packen«, erklärt Chris Hutchison dazu. Zudem seien sie abwechslungsreich und spannend fürs Publikum. Wer genau hinhört, erkennt, dass sich die ausgewählten Liedzeilen geschickt zu einer Geschichte zusammenfügen. In der Abfolge von "O Come, O Come, Emmanuel", "Coventry Carol" und "What Child Is This?" wird Jesu Geburt aus jüdischer Sicht gezeigt: wie die Juden den Messias erwarten, wie sie den Kindermord auf Befehl von König Herodes miterleben und dann erfahren, wer dieses Kind im Stall zu Bethlehem ist.

Es berührt mich, wie diese musikalische Familie ganz ohne Brimborium ihre Stimmen und ihr Zusammenspiel als Gaben dem Kind in der Krippe darbringt. Mit den Versen aus dem Johannes-Evangelium 1, 1–18 erinnern die Hutchisons im Booklet daran, dass dieses Kind der Sohn Gottes ist, der in die Welt kam, um eine Lösung für unsere Schuld zu schaffen.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, Dezember 2006

Daten:
16 Titel / 46 Min.
Musikstil: Christmas, Acoustic, a cappella
Label(s): 2006 Independent / MAPL, Kanada / online
Website: http://www.angelahutchison.com

weitere CDs – siehe Angela Hutchison-Künstlerseite >>
 


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