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Angela Hutchison - ''hope for sure''Angela Hutchison
"hope for sure"


   ( 2004 MAPL / online )

Musik, die in die Stille führt

Bereits ihr Debütalbum "Grace Child" (2001) liess aufhorchen. Nun präsentiert Angela Hutchison aus Moose Jaw, Kanada, ihr zweites, wiederum selber produziertes Album, "Hope for Sure". Hoffnung – Ermutigung, Festigung, Friede und Ausblick – steht über allen 11 Liedern, die mehrheitlich von Angela Hutchison selber geschrieben und zusammen mit ihrer musikalisch versierten Familie vertont wurden. Eine Hoffnung, die als Kraftquelle am Anfang eines neuen Tages steht (Eröffnungssong "Outside in"). Die über unsere beschränkten Vorstellungsmöglichkeiten und über positives Denken hinausgreift (Titelsong). Die uns Gewissheit und Sinn schenkt, weil wir geliebt und angenommen sind ("Legitimate"), auch in unsicheren, verwirrenden Zeiten ("The great storm is over" von Bob Franke). Eine Hoffnung, die auch zerplatzte Träume überlebt, da sie von Gott selbst geschenkt ist und auf seinen Verheissungen basiert.

Wie die kanadische Prärie, so atmen Angela Hutchisons Lieder spürbar Ruhe, Weite, Andacht. Die originelle, unübersetzbare Umschreibung ihres Stils als "Rootsy-Acoustic Based Contemporary Atmospheric Folkcore" scheint mir sehr zutreffend: bodenständiger, stimmungsvoller, handgemachter Acoustic-Folk. Ihr ausdrucksstarker, ungemein wendiger, stellenweise souliger, aber nie forcierter Gesang steht im Vordergrund. Hierin ist sie mit den ebenfalls "unplugged" überzeugenden jungen Sängerinnen Bethany Dillon, Jill Paquette oder Sara Beth vergleichbar.

"Legitimate" mit den neckischen Tonsprüngen im Chorus, "Hope for Sure" oder das beschwingte Morgenlied "Outside in" faszinieren mit diesem ganz eigenen Hutchison'schen Folk-Gesang. Sehr schön ist das sehnsuchtsvolle, poetische "Vagrant Wind". Die aus den Psalmen zitierenden Lieder "Hidden Your Word" und "Beginning of Wisdom" (von Adriana Hutchison) führen ähnlich wie John Michael Talbots meditative Anbetungslieder in die Stille. Daneben erklingen auch das bekannte Glaubenslied "I know that my redeemer lives" (Samuel Medley, John Hutton) in einem anspruchsvollen Gitarrenarrangement von Bob Bennett, Fanny Crosbys "Near the Cross" am Ende des eindringlichen Gebets "Keap me near" und der mehrstimmige A-cappella-Gospelsong "Building Block" (Paul Stookey) als zusätzlicher Track 11. Die Lieder leben von kompositorischer Klarheit, Rhythmenwechseln, verschiedenen Klangfarben, Schlenkern und Ornamenten, zarten Phrasen gegenüber hymnenhaften Refrains. Die verspielt abwechslungsreiche Gitarrenbegleitung streut auch keltisch-irische Anklänge und Latino-Töne ein ("Get well soon" ist ein virtuoses, luftiges Gitarrenzwischenstück von Chris Hutchison). Keyboard, Percussion und BGVs sind wirkungsvoll und diskret eingesetzt.

Die Sängerin – die neben Komposition auch Studio-Recording und Musiktheorie studiert hat – sieht sich nicht als Entertainerin oder christliche Version eines Stars, sondern als Erzählerin/Schriftstellerin: »Ich hoffe, dass ich Musik mache, die den Zuhörer dazu bringt, über die Worte nachzudenken, zu sinnen und zu beten – Musik, die in Stille überdacht werden kann wie ein gutes Buch.«

Fazit: "Hope for Sure" ist vielseitiger und innerlicher, während das Vorgängeralbum „Grace Child“ atmosphärisch dichter, kecker wirkte. Dieser unaufdringliche Juwel aus der kanadischen Indie-Szene wird nicht nur Folk-Liebhaber ansprechen, anrühren und zum Mitsummen bringen!

Anspieltipps: Legitimate, Hope for Sure und Keep me near.


—Monica Seidler für CCM-Rezis anhand des Advance Pre-Release, Februar 2004

Daten:
10 (11) Titel / 42 Min.
Musikstil: Folk-Acoustic, Singer/Songwriter
Label(s): 2004 MAPL, Kanada / online
Website: http://www.angelahutchison.com

weitere CDs – siehe Angela Hutchison-Künstlerseite >>
 


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