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 Charlie
Hall
"porch and altar"

( 2001 sixstepsrecords / Sparrow
Rec. / Gerth )
Charlie Hall ist ein Kollege
von Chris Tomlin und genauso auf dem
Label sixstepsrecords beheimatet. Zusammen spiel(t)en die beiden schon
bei diversen Veranstaltungen des Passion-Netzwerkes und sind auch darüber
hinaus als Lobpreisleiter sowie Songschreiber tätig. Während
Chris mehr die Worship-Hits abliefert, macht Charlie künstlerisch
anspruchsvollere Kost. Sein Sound ist atmosphärisch-hymnischer Akustik-Rock,
selten leicht verdaulich. Im Jahre 2001 erschein sein Debütalbum
und das braucht auf jeden Fall einige komplette Durchläufe, ehe es
sich richtig festsetzt...

Charlie hat auf "porch and altar" (dt.: "Vorhof und Altar")
fast alle Songs ganz allein - bereits zwischen 1994 und 1999 - geschrieben.
Schon das macht deutlich, daß es hier niveauvolle handgemachte Musik
zu hören gibt. Seine helle, leicht angerauhte Stimme paßt klasse
zu seinen Liedern, gibt ihnen den richtigen "Schliff". Produziert
hat die CD Trend Austin, exclusive zwei Stücke von Nathan Nockels
(von Watermark). Letzterer spielte auch
teilweise Instrumente bei den Aufnahmen, ansonsten übernahmen diese
Jobs Charlies Bandmitglieder.

Die elf Titel sind Gebete und vertraute Anbetung, oder anders gesagt,
Lieder der Fürbitte. Ausgehend vom CD-Titel, der mitten aus Joel
2,17 genommen wurde, wird schnell klar, daß es sich um durchweg
geistliche Themen handelt. Im Zusammenhang geht es in der Bibelstelle
dieses sogenannten "kleinen Propheten" um einen Aufruf zur Buße
an das Volk Israel und Gottes folgenden Gnadenerweis. Ein Anliegen, daß
der Musiker teilt: nur durch Buße ist Gottes Gnade erfahrbar und
echte Anbetung möglich. "Porch and altar" ist wegen der
inhaltlichen Intensität schon fast ein Konzeptalbum. Obwohl innerhalb
von sechs Jahren entstanden, kann man einen roten Faden zwischen den Liedern
herstellen. Das Flehen zum Herrn führt zu dessen Handeln und am Ende
zu Seiner Verehrung von Seinen eigenen Geschöpfen. "Vorhof und
Altar" könnte somit auch als Metapher für das Vordringen
zum "Kern" angesehen werden.

Fazit: Diese CD ist nicht für jedermann, man muß sich schon
intensiv mit den Inhalten auseinandersetzen, dann werden auch die anspruchsvollen
Klangcollagen besser zugänglich. Also unbedingt erst mal reinhören,
bevor gekauft wird. Meine Anspieltips sind "salvation" (# 1)
sowie "one thing" (# 11).
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