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 Iona
"open sky"

( 2000 Alliance Music / bv-music
)
Iona sind DIE Profis. Und das ist nicht überheblich gemeint.
Die Band von der Insel hat es musikalisch echt drauf. Seit mehr als zehn
Jahren schon haben sie sich der keltischen Musik verschrieben und sind
mittlerweile weltweit bekannt. Sie werden von Musikerkollegen - egal ob
christlich oder säkular - anerkannt und geschätzt. Ihre Musik hat unheimlich
viel Atmosphäre und kann Menschen jeden Alters absolut begeistern.
Dieses allgemeine Statement trifft natürlich auch auf das neueste Album
"open sky" zu. Nach dem 1999er Live-Orchester-Werk "woven cord" handelt
es sich nun endlich wieder um eine Studioeinspielung - übrigens die erste
seit fünf Jahren! Sieht man das gediegene, unscheinbare Coverbild an,
kann man schon etwas von der Musik erahnen. Vierundsiebzig Minuten lang
(!) wird man mit irisch-keltischer Musik verwöhnt. Viele der Lieder sind
Instrumentals, Songtexte spielen eigentlich eine relativ untergeordnete
Rolle. Schon der erste Titel "woven cord" setzt mit seinen spannungsreichen
und fröhlichen Passagen neuneinhalb Minuten lang Maßstäbe. Die Musik konzentriert
sich auf das Wesentliche, sie ist zeitlos aber doch wieder topaktuell.
Man braucht sich nur noch angesagte Tanzensembles wie 'Riverdance' oder
'Gaelforce Dance' vorzustellen, zu denen Iona den
Soundtrack liefern würden - was für eine perfekte Kombination! Titel
Nummer zwei, "wave after wave", kommt dann mit dem Gesang von Sängerin
Joanne Hogg daher und ist ein bewegender Popsong geworden. Die restlichen
Stücke liegen alle irgendwo dazwischen - aber immer auf musikalisch höchstem
Niveau. Es ist ein unbeschreiblicher Hörgenuß; vielfach nähern sich die
Arrangements schon der Klassik an.
Was die Textinhalte angeht, kann man nicht von einer christlichen Produktion
sprechen. Es geht zwar um "Spirituelles" und es fallen Worte wie Himmel,
Barmherzigkeit, Seele usw., aber der Hinweis auf den Herrn der Herren
fehlt gänzlich. Schade, daß die Band hier kein klares Bekenntnis ablegt.
Das führt sie vielleicht weiter vor in die Celtic-Abteilungen der Plattenläden,
aber bei mir hinterläßt es einen unschönen und nachdenklich stimmenden
"Wischi-Waschi-Eindruck"!
Fazit: Auch mit diesem Album definiert Iona die Weltspitze im Celtic-Bereich
mit. Fans der Band und des Genres sollten die Scheibe im Regal stehen
haben! Wenn da nicht die offensichtliche inhaltliche Unbestimmtheit wäre,
wäre es wohl eines der Alben des Jahres geworden.
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