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Jars Of Clay - ''who we are instead''Jars Of Clay
"who we are instead"


   ( 2003 Essential Records / Gerth Medien )

Nur ein reichliches Jahr nach der Veröffentlichung von "the eleventh hour" kam das vorliegende Werk heraus. Wohlgemerkt: Dazwischen schoben die vier prominenten Jungs noch eine live-DVD sowie eine unplugged-/ live-Best-Of auf den Markt. So aktiv innerhalb kurzer Zeit war die Band seit Jahren nicht mehr! Um so erfreulicher, daß die Qualität dieses neuen Studioalbums nicht darunter litt. Im Gegenteil sogar, könnte man meinen!

Die stilistische Vielfalt war nie so groß auf einem Jars Of Clay-Album, wie hier: Akustik-Pop, Modern-Rock, Blues, Soul- und Gospeleinflüsse fließen zusammen zu einem eindrücklichen Klangerlebnis. Das US-Quartett macht einfach das, was es am besten kann: leichtfüßiger Gitarrenpop und herzerweichende Akustik-Balladen. Diese sind dann auch die besten Stücke auf diesem Album: "sunny days" (# 1), "amazing grace" (# 2), "trouble is" (# 5), "faith enough" (# 6). Eine besondere Erwähnung verdient "lonely people" (# 3): Es ist ein Cover der Band America und Jars Of Clay liefern eine blitzsaubere, liebenswürdige neue Version davon ab (auch ideal zum Mitsingen)! "Show you love" (# 7) war in den USA die erste Radiosingle und ist der perfekte Pop-Hit: Einladender Sound und eine Hookline, die man einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Wirklich super gemacht! Produziert hat die Band wieder vieles selbst, wie schon beim letzten Mal, jedoch auch tolle Schützenhilfe von Mitch Dane sowie Ron Aniello erhalten.

Eine kleine Enttäuschung ist für mich die Neuvertonung des Traditionals "Jesus' blood never failed me yet" (# 10), einfach, weil der Vers zu oft wiederholt wird! Ansonsten ist die Textaussage und das Arrangement sehr gut! Als zweieinhalb-Minuten-Intermezzo hätte mich das Stück jedoch sicher voll überzeugt! Mitunter ist das Album im ganzen auch nicht so leicht durchhörbar, da einige Arrangements schon anspruchsvoller, avantgardistischer sind. Es wurde dann eben doch nicht alles auf Hit getrimmt und das ist auch gut so. So lebt die Platte länger und kann zu einem echten Klassiker von der Band werden.

Um die Aussagen der Liedtexte erfassen zu können, muß man sich schon durch einige "Kodierungen" kämpfen und manche Verse mutig interpretieren... Trotzdem ist die Band mit ihren Songs insgesamt wieder verständlicher und nachvollziehbarer geworden als beispielsweise noch auf den beiden Vorgänger-CDs. Neben dem Sound hat sich das Songwriting selbst auch etwas verändert, so zumindest mein Eindruck als langjähriger Fan der Band. Thematisch steht das Werk unter dem Oberthema "Gemeinde" bzw. allem, was mit Gemeinschaft der Gläubigen in Verbindung steht. Es geht um freudige und feierbare Momente ("sunny days"), um Gottes herzveränderte verblüffende Gnade ("amazing grace" - Hinweis: nicht verwechseln mit dem bekannten Gospel gleichen Titels!). Einsame Menschen werden in "lonely people" besungen, die man ja auch in frommen Kreisen immer mehr antrifft. Rastlosigkeit im Leben und Glauben ist wohl der Kern von "trouble is", welches übrigens auch die Zeile des CD-Titels im Refrain enthält. In "faith enough" geht es um den Glauben und das Vertrauen dabei, was uns in schwierigen Zeiten die nötige Kraft und Stärke gibt. Zu den Dichtungen ist auf jeden Fall zu sagen, daß sie auch hier nicht direkt an ihr Ziel kommen: Wie immer hat die Band alles in kunstvolle, feinsinnige und liebevolle Verse verpackt, was an sich schon eine Leistung ist. Man muß sich einfach Zeit nehmen und mit den Liedern auseinandersetzen, sie ein Teil von sich werden lassen, dann kann man sie durchdringen.

Fazit: In einigen Bereichen übertrifft für mich dieses Werk meine "Referenz" von "if I left the zoo". Es ist jedoch zu bedenken, daß der Stil etwas anders ist - von daher: genauso ein Top-Album, mit sehr guten Texten und wunderschönen Arrangements!


—David Decker für CCM-Rezis, November + Dezember 2003 & März 2004


Ein neuer Streich von Jars of Clay. Nach ihrem Debut-Album im Jahre 1995 haben sie eine weite Strecke hinter sich - immer neue Wege gehend - und dabei ihrem Stil doch treu bleibend. Nach dem wohl besten Album bisher "The Eleventh Hour" war ich sehr gespannt, was noch kommt: Und das Warten hat sich gelohnt. Stilistisch ein neuer Weg - und trotzdem Jars of Clay: Indi-Alternative-Sound vom Feinsten - mit souligen und countrymäßigen Elementen. Aber "country" klingt zu blass. Und blass ist diese neue CD überhaupt nicht! Textlich sehr tiefgehend - in jedem Lied geht es um Gnade und Glauben, gerade in schweren Zeiten und in Anfechtung. Der Titel "Who We Are Instead" kommt aus dem Lied "Trouble Is" - welcher die Beziehung zwischen Mensch und Gott besingt - und wie sehr wir auf Gnade und Erbarmen angewiesen sind. Textlich gehen Jars of Clay wesentlich stärker "geradeaus" - sie sind nicht so poetisch-bildhaft wie früher. Poetisch sind sie immer noch - aber direkter. Wie bei "Amazing Grace": "I hitched a ride, I was a beggar/I had murder on my hands/I needed water to rinse these stains/But only blood could remove what's spillin'/And pardon me the blame." Ob allen Jars of Clay-Fans diese neue CD gefällt, weiß ich nicht - mich begeistert sie! Kreativ, tief gehend und abwechslungsreich.
Bewertung: 6 von 6 Punkten ("genial")

—Markus Kalb für dennoch 2-2004 (März/April)

Daten:
13 Titel / 91 Min.
Musikstil: Akustik-Rock; live
Label(s): 2003 Essential Records, USA / Gerth Medien, Asslar; online
Website: http://www.jarsofclay.com  /  Fan-Site 1  /  Fan-Site 2

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Jars Of Clay-Künstlerseite >>
 


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