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 Erin
Kincaid
"overflow - 6 days of worship"

( 2004 Felsenfest Musikverlag
/ kawohl Music )
Vor drei Jahren legte Erin Kincaid
eine erste "halbe" CD vor. "Freely" bekam zahlreiche
gute Kritiken und führte die Künstlerin - ein wenig zaghaft
- auf dem deutschen Markt ein. Mittlerweile kann sie auf zahlreiche gemeindeangebundene
Auftritte landauf, landab sowie einige Mitwirkungen bei christlichen CD-Produktionen
zurückblicken. Sogar einen Nachwuchspreis bei der Promikon-Messe
erhielt sie in 2002 für ihren Musik-Dienst.

Erschien "freely" noch
mehr oder weniger Independent, so hat die in Sachsen-Anhalt lebende US-Sängerin
nun eine musikalische Heimat beim Label Felsenfest/ Kawohl gefunden. Hier
erschien das vorliegende Album, eine gelungene Studioproduktion, die ein
klein wenig auf die Worship-Welle abzielt. Die Musik hat sich etwas weiterentwickelt,
zunehmend professionalisiert, sollte man vielleicht sagen. Die warm-angerauhte
Rockstimme ist der Mittelpunkt des Sounds, dessen Arrangements Einflüsse
aus Pop, Folk und Nashville-Country (z.B. # 6, "at home in my heart"!)
kennzeichnen. Es ist bodenständige, handgemachte Musik, welche zeitlosen
Charakter hat: zumeist klassische Songstrukturen liefern jede Menge feiner
Refrains und zarte, dennoch eingängige Melodiebögen. Um es jedoch
klarzustellen: Erin macht keinen Radiodudelpop. Schon eher sind Gemeinsamkeiten
mit anspruchsvollen Rockpop-Sängerinnen wie Jeni
Varnadeau, Jennifer Knapp oder auch
Tammy Rochelle zu finden.

Die Wahl-Magdeburgerin hat dieses Mal nicht ganz soviele Lieder (mit-)geschrieben,
"nur" circa die Hälfte. Ihr Produzent Mitch Schlüter
hat Lieder beigesteuert und auch andere Autoren. Zudem gibt es drei Coverstücke
aus der Worship-Ecke zu hören: "sing to the king" (# 7)
von Billy Foote & Charles Horne, "I can only imagine" (#
10) von MercyMe sowie "breathe"
(# 11) von Marie Barnett (Vineyard-Bewegung). Beim MercyMe-Cover singt
Erin zusammen mit ihrem Mann Will - ein traumhaftes Duett! Mit "wer
ist wie du" (# 5) und "Halleluja" (# 8) wurden sogar zwei
deutschsprachige Lieder aufgenommen. Damit wird ein Stück deutlich,
wie die Künstlerin schon in ihrer neuen Heimat verwurzelt ist ;-)

Das inhaltliche Konzept des Werkes will die Verbindung von Gottes Anbetung
mit unserem Alltag darstellen. Das ist das Ziel von Erin, denke ich. In
"bright morning star" (# 9) heißt es dazu: »Du
bist mein heller Morgenstern, / der Eine, der mich durch den Tag bringt.
/ Ein anderer rief, / er wollte mich in die Irre leiten. / Doch Dein wunderbares
Licht leitet mich nach Hause. / Jetzt weiß ich, daß ich nicht
umherstreifen muß.« Es sind einfache Lieder, die von der
Größe Gottes und von einer persönlichen Beziehungen zu
diesem Schöpfer- und Rettergott erzählen. "Sing" (#
4) greift diese innerere Freude über den Herrn psalmartig auf: »Sing,
meine Seele, zum Himmel, / denn ich wurde erlöst. / Fesseln binden
mich nicht länger, / Deine Liebe hat mich befreit. / Sing, mein Herz,
ein Liebeslied; / Reim und Melodie. / Die Engel frohlocken / bei diesem
lieblichen Lied für den König.« Obwohl sie im Untertitel
das Wort "Worship" enthält, ist "overflow" keine
typische, klischeebehaftete Worship-Scheibe. Es ist eher ein Pop-Rock-Album,
welches sich mit geistlichen Themen beschäftigt, also keine "moderne
Lobpreis-CD", wie uns die Verlagswerbung weismachen will. Die Songs
haben vielmehr Vortrags- als Nach- oder Mitsingcharakter. Insofern ist
es "Alltagsmusik" für's private Hören, sei es bei
der Küchenarbeit oder im Auto...

Fazit: Erin Kincaid legt mit "overflow" eine solide, ja zeitlose
Platte vor. Es sind ausgereifte Lieder, die handwerklich sehr ansprechend
eingespielt wurden. Was auch immer man von Covern hält, Erin kann
mit ihren dreien hier überzeugen, sie macht mit zu "ihren eigenen"
Stücken. Für mich sticht die CD aus den diesjährigen Produktionen
aus Deutschland hervor. Es sollte mehr solch ehrliche Musik geben.
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