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Arne Kopfermann - ''vergiss es nie'' Arne Kopfermann
"vergiss es nie"


   ( 2005 Gerth Medien )

Zuerst mal ein Lob: das Album kommt super aufgemacht im aufwändigen Digipack mit Booklet und allen Texten und ist neben satter Spielzeit von fast 75 Minuten noch mit einem CD-ROM-Teil mit Video und Grifftabellen ausgestattet, also sehr kundenfreundlich. Arne hat laut Vorwort ja auch die Hoffnung, dass seine Songs in Gottesdiensten gesungen werden.

Das Urteil zum Inhalt muss differenzierter ausfallen: textlich greift Arne Kopfermann vor allem auf Bibelzitate zurück, die er in einen neuen Zusammenhang stellt. Die Sprache ist deshalb fromme Insidersprache, aber man darf darauf vertrauen, dass auch Außenstehende mit einer gewissen Offenheit die Aussagen der meisten Lieder verstehen und annehmen können. Überwiegend werden jedoch Christen diese Platte zur Erbauung hören. Der Varientenreichtum der Texte und der Botschaften ist größer als bei den meisten mir sonst bekannten Lobpreisproduktionen. So gibts auch Themen wie Schuld und Vergebung, Kreuz und Abendmahl. Vielfach behalten die Texte poetische Kraft, nur an manchen Stellen überwiegt für mich der Eindruck der Aneinanderreihung bekannter Lobpreis-Versatzstücke. Die stärkere Variierung der Themen dürfte es allerdings in manchen Fällen schwer machen, die Lieder für den Gemeindegesang zu übernehmen. Einige Lieder sind eher rein zum Zuhören. Dies ist für die Platte selbst natürlich kein Schaden. Auch musikalisch gibts nicht nur sofort eingängige Lobpreishymnen, die sich durch viele Wiederholungen festsetzen, sondern gefällige Kost, die auf Platte mehrfach konsumierbar ist. Mir wurde die Platte jedoch mit der Zeit zu eintönig. Arne Kopfermann hat eine sehr gewöhnungsbedürftige Stimme und teilweise auch Phrasierung. Wirklich geniessen kann ich die Platte deshalb nicht. Die professionelle Produktion rettet sie für mich, um als erbauliche Hintergrundmusik für die meisten Tage durchgehen zu können. Musikalisch ists für mich Mainstream-Pop mit modernen Einflüssen, unaufdringlich, aber nicht tiefschürfend oder vom Hocker reissend. Wenn man die Programmiertaste gebraucht, wird man der Langeweile vorbeugen können und für sich die persönlichen Favoriten herausfiltern können.

Theologisches "Sondergut" ist in den "bibeltreuen" Texten nicht enthalten; vielleicht stößt einem zunächst im ersten Song die Zeile "ich lege mich auf den Altar und bring mich selbst als Opfer dar" auf aber im Zusammenhang mit der als Bezug gewählten Bibelstelle aus dem Buch Mose (Opferung Isaaks) wird klar, wie es gemeint ist. Die nicht Bibelkundigen werden diese Form, die Hingabe an Gott zu erklären, vielleicht trotzdem "cool" finden und sich nicht gleich abwenden.

Dass dieses Album zu den Speerspitzen gehört, mit denen Gerth auch auf den säkularen Markt zielt, läßt mich hinsichtlich des Potentials der christlichen Musikszene nicht gerade in Euphorie verfallen. Vielleicht gibts aber im Untergrund doch noch Besseres und Originelleres. Wenn Ihr Arne Kopfermann mögt, laßt euch von mir bitte nicht die Freude an diesem Album nehmen. Solides Handwerk wird allemal geboten.


Rainer Buck für CCM-Rezis, August 2005

Daten:
16 Titel / 73 Min.
Musikstil: Lobpreis-Pop
Label(s): 2005 Gerth Medien, Asslar / online
Website: http://www.arnekopfermann.de

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Arne Kopfermann-Künstlerseite >>
 


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