Jadon Lavik - ''roots run deep''Jadon Lavik
"roots run deep"


   ( 2008 BEC Recordings / Gerth Medien )

Viel Gitarre und Gefühl

Spätestens seit seinem zweiten Album, "Life on the Inside" (2006), steht der Name Jadon Lavik für eingängigen, vollsoundigen Acoustic-Pop, der gerne mit Bebo Norman, Warren Barfield oder Jeremy Camp verglichen wird. Am bekanntesten ist sein Song "What if". Der ehemalige Baseballspieler und Worshipper aus der Saddleback Church in Kalifornien fühlt sich aber auch zu schlichtem Gitarrenfolk in der Art von James Taylor hingezogen, wie sich in seinem dritten Album zeigt. Darin gibt er 11 bekannte ältere Gemeindelieder zum Besten, die er zu seinen Allzeit-Favoriten zählt. "Roots Run Deep" kommt in die Nähe von Chris Rices "Peace Like A River" (2006). Es hat auch etwas von Kathy Troccolis Ansatz in ihren letzten drei CDs. Auch Jadon Lavik wählte als Rahmen für seine Hymnen nicht die grosse Geste, den ultimativ modernsten Worshipstil, sondern eher Understatement und Schlichtheit.

Die meisten Lieder werden nur von Akustik- und E-Gitarre sowie Klavier/Keyboard begleitet, dazu stossen gelegentlich Bass, Akkordeon und Shaker. Das liest sich nun vielleicht schmalspurig, doch dieser Acoustic-Sound klingt vielschichtig und vibrierend und ist vor allem unterm Kopfhörer ein Genuss! Da ist zuallererst der Gesang: ausdrucksstark, geschmeidig, stellenweise schon fast Crooner-haft und oft "british" wendig. Dann das Gitarrenspiel: gewandt, lebhaft, dicht. Und erst die Arrangements: Jadon Lavik versteht es, Oftgehörtes ganz neu klingen zu lassen und jeder Hymne seinen Stempel aufzudrücken. Wie es heute weitverbreitet ist, kürzte er einige Male den Originaltext und schob dafür da und dort Wiederholungen oder eigene Verse dazwischen. Die Stimmung: intim und laid-back. Manche Lieder wirken fast so, als hätte der Sänger seine Gitarre in meinem Wohnzimmer ausgepackt und losmusiziert.

Jeder Hymne den eigenen Stempel aufgedrückt

Schon der Opener "Come Thou Fount" (# 1) mit seiner leicht abgeänderten Melodie verrät, dass da einer voller Ideen ans Arrangieren gegangen ist, ohne dass das Resultat überladen wirkt. Als blickte ich in einen strahlend blauen Himmel – so hört sich dieser unangestrengt gesungene Klassiker mit seinen hellen Klaviertakten und intensivem Geschramme zu stützendem Bass und Streicherklängen an. Hier wie in den folgenden Tracks steuert Ladon Lavik alle BGV selber bei. Originell ist auch "Woundrous Love" (# 6) mit seinem hüpfenden Piano-Motiv, "Ooh"-Stimmen und ausgreifenden Gitarrenbögen. Ein bluesiges Loblied zum Mitschnippen und -wippen! Besonders intensiv schimmern die Akustikgitarren in "I Surrender All" (# 5), in dem der Sänger viel Soul an den Tag legt. Gefühlvoll, als sei's ein romantisches Liebeslied, gestaltet er "I Need Thee" (# 8), während "Turn Your Eyes" (# 7) beruhigende Wärme verströmt: »Turn your eyes upon Jesus / Look full in His wonderful face / And the things of earth will grow strangely dim / In the light of His glory and grace.«

Mag ich Jadon Lavik die Schmacht-Sprünge in "Blessed Assurance" (# 2), das er als sein Lebenslied bezeichnet, noch nachsehen, so stört mich doch das sture Ta-ta-tam in "Take My Life" (# 9). Ein besonderer Moment ist dafür "’Tis So Sweet" (# 3). Das emsig und unbeirrt vorwärtsschrammende Duett mit Fernando Ortega, das um Akkordeon und Klavier angereichert ist, bringt das in den Versen ausgedrückte Vertrauen gut zum Ausdruck: »I’m so glad I learned to trust Thee / Precious Jesus, Savior, Friend / And I know that Thou art with me / Wilt be with me to the end.« Toll auch der Abschluss "Amazing Grace" (# 11) im relaxten Jazz-Gewand samt "Oh, oh, oh, thank God I’m free"-Zwischenstrophe und Gitarrensolo. – Was, bitte schön, klingt auf dieser CD langweilig, wie "Christianity Today" ungnädig fand? Von 11 Tracks sind mindestens 9 echte Perlen!

Fazit: gitarrenstark, gefühlvoll und innerlich glühend. Jadon Laviks sparsam instrumentierte, aber lebhaft-dichte Hymnen-Arrangements dürften besonders Freunde des Anbetungsstils von Chris Rice, Fernando Ortega, Bebo Norman oder Kathy Troccoli ansprechen.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, April 2008


Daten:
11 Titel / 43 Min.
Musikstil: Hymnen, Acoustic
Label(s): 2008 BEC Recordings, USA / Gerth Medien, Asslar; online
Website: http://www.jadonlavik.com  /  bei myspace

Wo anhören und kaufen?:
im Gerth-Shop  /  amazon.de  /  iTunes

 


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