The Lost Dogs - ''real men cry''The Lost Dogs
"real men cry"


   ( 2001 BEC Recordings / bv-music )

The Lost Dogs, eine Allstar-Band, deren Geschichte bereits mehr als zehn Jahre zurückreicht. Die "verlorenen Hunde", das sind reife Männer, gestandene Musiker, die jedem Jungspund noch ein Vorbild sind. Einerseits unbeschwert und naiv wie Kinder spielen sie auf, andererseits auch abgeklärt und von den Erfahrungen des Lebens weise geworden. Eine faszinierende Mischung.

Dieses neue Album ist, wie sollte es anders Sinn machen? - dem langjährigen, treuen "Hund" Gene Eugene gewidmet. Bis Anfang 2000 selber Bandmitglied und Produzent verstarb er völlig überraschend. Aufgenomen wurde das Album trotzdem in Genes "Green Room Studio" in Kalifornien.
"Real men cry" heißt "echte Männer weinen" und dieser Titel trifft es perfekt. Thematisch geht es um Sterblichkeit und Vergänglichkeit. Das heißt jedoch nicht, daß es hier 13 Trauerlieder gibt, sondern die Stimmung ist eher heiter, hoffnungsvoll. Melancholie scheint nur selten durch. Terry Scott Taylor ist der Songschreiber bei den "Hunden", bis auf eine Ausnahme hat er alle Titel beigesteuert. "In the distance" (# 4) erzählt vom amerikanischen Bürgerkrieg aus den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts. Um die gute alte angestaubte Familienbibel im ehrwürdigen Bücherregal geht es in "dust on the bible" (# 9). Terry fordert den Hörer auf, sie wieder zu nehmen und das Heil für die arme Seele anzunehmen, das durch Sein Wort möglich ist. Tiefgang und Echtheit kennzeichnet die Lyrics, da wirkt nichts aufgesetzt wie bei so mancher Nashville-Produktion.

Die Musik ist Amerika pur. Einfach instrumentierte Songs, die dem Country (der amerikanischen Volksmusik!) sehr nahe stehen. Akustik-Folk hat hier auch seine Berechtigung. Greifbar erscheint die 'Freiheit des Westens'...
Derald "Derri" Daugherty singt die Leadvocals und spielt nebenbei Gitarre, Mike Roe und Terry Scott Taylor sind die Gitarristen und singen beide im Background. Als Gastmusiker geben Frank Lenz, Phil Madeira, Michael Knott und einige andere ihr Stelldichein. Rauh, erdig und natürlich bahnen sich die Lieder den Weg durch die Boxen. Meine Anspieltips sind: der Einsteiger "a certain love", "in the distance" und "wild ride".

Fazit: Eine Spitzen-CD, meiner Meinung nach das beste Album der Band bisher! Auch dem Pop-Fan wird hier Alternative-Rock gut nahegebracht.


—David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2001

Daten:
13 Titel / 45 Min.
Musikstil: Alternative-Rock
Label(s): 2001 BEC Recordings, USA / bv-music, Haan
Website: http://www.thelostdogs.org
 


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