|
 Neal
Morse
"lead me Lord (worship sessions volume 1)"

( 2005 Latter Rain Records / Asaph
Musik )
»Ich will kein schönes
Auto, ich will Dich, Jesus!«
~ Neal Morse in "come let Him love you"
Manche niederträchtige Kritiken für die vorliegende
Platte zeigen eines: wenn es je eines "Beweises" bedurft hätte,
daß Neal Morse Christ ist, dann kommt
er in Form dieser CD! Denn seien wird doch mal ehrlich, wer würde
solch ein Album machen, wenn nicht jemand, der mit jeder Faser
seines Daseins an diesen Jesus glaubt? Eben, genau das ist es!

Als könnte es keinen lebhafteren Kontrast geben, hat die lebende
Progressive-Rock-Legende Neal Morse ein einfaches Independent-Worshipalbum
herausgebracht! Grund und Inspiration dafür waren natürlich
zunächst sein Glaube an diesen Jesus, aber ganz praktisch seine Anbetungskonzerte
in Deutschland und Holland im Sommer 2005. Wie der Künstler uns im
Interview
erzählte, wollte er für die Teilnehmer etwas zum Mitgeben dabeihaben,
damit diese eine fortgesetzte Anleitung zur Anbetung hätten. So wurde
im Januar 2005 dieses Album live aufgenommen in einer kleinen Runde mit
Freunden, Gemeindemitgliedern und einigen musikalischen Gästen. Nach
einem kleinen Overdubbing und dem Hinzufügen einiger älterer,
schon aufgenommener, Lieder waren die "worship sessions volume 1"
fertig. Es ist tatsächlich eine dieser low-budget-Produktionen geworden,
denen man das bereits an ihrer Aufmachung ansieht... Dies muß
keineswegs etwas Schlechtes bedeuten - und tut es hier auch nicht! Es
ist ein dem Grund und Thema entsprechend einfach gehaltenes Werk, simple
Lieder, simple Botschaft. Gut, wenn manch andere als Anbetungsproduktion
geplante CD auch etwas von dieser Einfachheit, vom Geist der ersten Liebe
atmen würde! Wie Neal auf der Rückseite der Hülle schreibt,
ist es ihm ein Anliegen, daß der Hörer die Gegenwart des Herrn
sucht und spürt. Er schließt mit dem Zitat von Philipper Kapitel
vier, Vers sieben, wo es bekanntlich heißt: »Und sein Friede,
der alles menschliche Denken weit übersteigt, wird eure Herzen und
Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren.« (nach NeÜ).
In der puristischen Hülle sind allen Liedern Bibelstellen beigefügt;
die zehn Tracks befassen sich mit der nach außenden dringenden Freude
am Herrn, aber auch Seinem Wesen und Wirken.

Morse' Stimme mutet in Auszügen wie die von Michael
W. Smith an - eine interessante "Adaption" ;-) Wie
gesagt, ein überraschender Kontrast zu seinen anderen Produktionen.
Hier können nicht nur Fans Neues entdecken. Der fromme Amerikaner
zeigt sich hier in blendender Singer/Songwriter-Stimmung, die schon fast
ins Gospelfeeling rüberhuscht, so wie er den Gesang anleitet und
wie die soulige Atmosphäre entsteht. Mit den gediegenen, sanften
Arrangements wird diese Stimmung zusätzlich betont. Hier herrschen
klare Songstrukturen vor, auch wenn man bei den live-Aufnahmen schon mal
"laufen ließ"... Womit sich vor allem die großen
Song-Längen erklären. Alles in allem sehr authentische Musik,
so wie sie auch in Deiner oder meiner Gemeinde/ Kirche klingen könnte.
Toll hört es sich an, wieviele Leute Mr. Morse unterstützen,
sei es beim Gesang (Solisten, Background-Vocals bis hin zum Chor) oder
an den Instrumenten (u.a. mit Rick Altizer & Mark Leniger).

Neben Eigenkompositionen gibt es übrigens auch Neueinspielungen von
Songs anderer Komponisten. So erklingt von Wayne Goodine "I bless
your name" (zu Apostelgeschichte 16,25), von Marie Barnett (Vineyard
Music) das bekannte "breathe" (zu Römer 8,11) sowie
von Keith Green der Evergreen "create
in me a clean heart" (zu Psalm 51,11), alle drei verschmelzen in
einem zwölfminütigen Medley (#3). Sogar Zeit für ein Traditional
("cleanse me", # 5, zu Psalm 139,23) blieb. "Have your
way" (# 8, zu Psalm 91,1) erinnert von der Machart her ein Stück
an den 'Hillsong'-Stil, die Stimme daher
an Darlene Zschech, außerdem an die von Jami
Smith - es singt nämlich eine gewisse Jessica Mears, nicht Neal!
Als ich ins Cover schaute, bemerkte ich, daß der Song in der Tat
ein Cover von Darlene Zschech ist!

Fazit: Eine überzeugende und frohmachende Teilhabe an der Anbetung
von Neal Morse und seinen Freunden. Jesus steht hier im Mittelpunkt und
das ist gut so. Machart von Akustik bis Optik und die Perspektiven dieser
kleinen geistlichen Gesänge wollen nur eines, hinweisen auf diesen
lebendigen Herrn.

Meine Anspieltips sind: "God won't give up" (# 1, zu Epheser
2,4-6) und "come let Him love you" (# 6, zu Jesaja Kap. 55).
|