|
 Nathalie
Makoma
"I saw the light"

( 2003 Coconut Records / edel
distribution /
Free
Records Music; 'Plattenläden'; online )
Optisch mehr gestylt, mehr Haut wird gezeigt - und bei
den Tönen wurde die Keyboard-Armada eingestöpselt - so in etwa
der spontane Eindruck von Nathalie Makomas neuer
CD. Die Musik geht runter wie Öl, keine Knackpunkte, nichts. Seichter
Radio-Pop, zu dem man Anfang der 90er Jahre wohl eher abwertend "Dance-Pop"
gesagt hätte. Von der Entspanntheit, Gospeligkeit und dem Soul des
Vorgängers ist nicht mehr viel geblieben, obwohl auch dort nicht
alles super war. Schade eigentlich, denn ihre Stimme hat so viel Potential,
so ein Volumen! Das spürt man selbst bei diesen Arrangements, nur
kommt sie kaum zum Zuge damit, wurde in irgendein Plastik-Korsett gezwängt.

Mangelndes Songschreiber-Talent wurde mit unnötigen Covern wie "you've
got a friend" (# 2, Original von Carole King), "lover be thy
name" (# 5, Original von Haddaway), "there will be a light"
(# 6, Original von Ben Harper) und "I will bless you" (# 12,
Original von Darlene Zschech/'Hillsong')
übertüncht. Dabei erreicht sie bei ersterem nicht einmal das
Niveau von Gospel News feat. Anja
Lehmann aus dem Jahre 1998! Was nützt die schönste Einspielung
einer Akustikgitarre ("looking at myself", #3), wenn die sonstige
Machart an die Techno-Konstruktionen aus den 90ern erinnert (nur langsamer
und ohne Deep-Bass)? Verstärkt wird selbiger Eindruck durch Rap-artige
Einlagen. Dabei wird uns die schöne Nathalie doch landauf, landab
als Gospel- und Soulsängerin angepriesen. Fehlanzeige hier!

Überhaupt scheinen das Problem die Songs selbst darzustellen: klingen
uninspiriert und wie schon zehnmal zuvor gehört. Von den Textinhalten
ganz zu schweigen. Da kommt nicht viel rüber. Allerweltsmäßige
Lovesong-Lyrik dominiert die Stücke, lediglich das 'Hillsong'-Cover
"I will bless you" kann als ganz klar christlicher und eindeutiger
Song durchgehen. Wenigstens steht auf der Hülle ein klares Jesus-Bekenntnis:
"Jesus, auf Dich vertraue ich, weil Du treu bist zu mir, deshalb
liebe ich Dich!" Warum geht sowas nicht mal in den Liedern selbst?

Fazit: Makoma-Fans mögen über die "Nachlässigkeiten"
hinwegsehen können, der geneigte Soul-Liebhaber sicher nicht. Vielleicht
wäre es ehrlicher, Frau Makoma würde sich neues Label, Produzent(en)
und Songschreiber (oder gleich selber machen!) suchen. So, wie bei dieser
Platte, kommt keine Freude auf.
|