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 Nathalie
Makoma
"on faith"

( 2003 Tru Note; edel / 'Plattenläden';
online;
SCM/bv-music
)
Nathalie Makoma ist neben Lea
Finn eine weitere Talenteförderung beim Label edel records aus
Hamburg. Nathalie stammt aus der großen Makoma-Musiker-Familie aus
Kenia. Lange Jahre lebten sie nach ihrer Auswanderung in Deutschland,
nach ihrer Abschiebung fanden sie in den Niederlanden eine neue Heimat.
Für die Makomas ist es was ganz natürliches und normales, Sonntags
im Gottesdienst ihrer Gemeinde, die Gospelmusik zu machen. Der Glaube
gehört essentiell zum Leben mit dazu. Nathalie spricht in Interviews
gerne nur davon. Da kamen auch ihre neuen Labels für die Solokarierre
nicht drum herum und behandeln die "Religion" in den Pressetexten,
zwar etwas schwerfällig da (wie eine heiße Kartoffel...), aber
immerhin.

Ihre erste Single erschien bereits 2001, ein Stück names "N.Y.C."
- leider konnte ich nichts Näheres dazu in Erfahrung bringen. Die
erste Auskopplung aus ihrem Debütalbum jedoch, erschien im Frühsommer
2003 und heißt "time is a healer". Die zweite Auskopplung
nennt sich "talk with God" und
ist für mich der stärkste Song des Albums! Nathalies Musik wurde
von verschiedenen Liederschreibern und Produzenten für sie maßgeschneidert,
Nathalie hat nur bei ganz wenigen Titeln mitgeschrieben - sie "liefert"
hauptsächlich ihre schöne Stimme dazu und somit das Erkennungsmerkmal
ihres Sounds. Dieser ist kein afrikanischer Gospel oder andere "schwarze"
Musik, wie etwa aus Amerika bekannt, sondern niveauvoller, meist radiokompatibler
Pop mit einigen Einflüssen aus Soul und R&B. Meistens haben die
Songs einen gefälligen Beat und eine schöne Melodie. Viele Titel
neigen auch etwas ins Melancholische, sodaß man leicht träumen
kann ;-) Insgesamt klingt das Album sehr leicht und angenehm, durchaus
sommerlich heiter...

Etwas problematisch fand ich die Texte auf den ersten Blick: In der Werbung
für die CD etwas Richtung Gospel angekündigt, hatte ich "halbe
Bibeltexte" erwartet, bekam aber doch mehr Schlager-Kost im Booklet
serviert. Das hat mich natürlich enttäuscht. Sicher liegt es
an den "fremden" Songschreibern, aber wenn Nathalie ihren Glauben
so natürlich sieht, hätte sie vielleicht doch mehr Einfluß
geltend machen können/sollen (immerhin ist edel records ja eine säkulare
Firma!). Nichtsdestrotrotz sind die Liedtexte sehr persönlich, und
wenn man sich mit ihnen auseinandersetzt kann man so manches entdecken.
Vom Gebet handeln der Smash-Hit "talk with God" und der sehr
ruhige, dafür sehr schöne Bonus-Track "tala ndenge (the
prayer)". Die anderen Texte erwähnen Gott nicht wörtlich,
dennoch lassen sie sich teilweise als ein Lob auf Ihn interpretieren.
Nathalie singt über das tägliche Leben mit Gott, was Er für
sie getan hat, wie ihre (Liebes-) Beziehung zu ihm aussieht. Ingesamt
hätte ich mir einige deutlichere Aussagen gewünscht, und vielleicht
auch etwas missionarischer, denn wenn die CD in jedem Plattenladen steht,
hat man diesbezüglich ja auch einige Möglichkeiten, oder? Naja,
ich will nicht meckern, immerhin nutzt Nathalie ihre Medienkontakte hervorragend
für ein eindrückliches Zeugnis über ihr Glaubensleben!

Fazit: Eine geniale Synthese aus Radiopop und afrikanisch geprägtem
Soul/R&B. Wer eine neue Superstimme entdecken will, sollte sich "on
faith" holen. Die perfekte Musik für heiße Sommertage
im Freien, genauso wie für lange Winterabende auf der Couch...
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