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Gehört eine Plattenkritik zu Peter Maffay hierher?
Ich denke ein paar freundliche Zeilen hat er sich verdient, zumal er mit
"Laut und leise" jüngst eines seiner besten Alben überhaupt
veröffentlicht hat. Ein Doppelalbum mit einer "lauten",
rockigen Seite und einer "leisen" Seite. Maffay steht bei mir
seit seiner 1979er Scheibe "Steppenwolf" hoch im Kurs, weil
er meines Erachtens wirklich singen kann und in seinen besten Momenten
Rockromantik im Stile der US- Heartland-Rocker wie Springsteen, Petty,
Mellencamp usw. zaubern kann. Ansonsten haben wir ja hierzulande vornehmlich
singende Ex-Schauspieler, schnoddrige Ewigpupertierende oder Exkurspopper
(ich bin heut böse, ich weiß). Doch zurück zu Maffay:
musikalisch zeigt er sich hier angenehm gelassen: um dem Schlagerimage
zu entkommen, mußte er sich früher manchmal als schweinerockende
Dampfmaschiene betätigen. Auf "Laut" wird zwar manchmal
auch ganz ordentlich "losgebrettert", aber es wirkt immer zum
Thema des Songs passend; z.B. wenn Maffay wie in "Die Hölle
ist hier" über die Medienlandschaft wütet. Überwiegend
singt Maffay aber relativ kitschfreie Liebeslieder und einige Songs haben
wieder einen religiösen Touch. Maffay bezeichnet sich zwar nicht
als Christen, aber die Frage nach Gott stellt er eigentlich fast auf jeder
Platte, die ich von ihm kenne mindestens einmal, hier z.B. in dem wunderschönen
Lied "Die Antwort" oder in "Wer schenkt uns ein Wunder?".
Leider schreibt Maffay fast nur Melodien und muss sich beim Texten von
angeheuerten Profis helfen lassen, was dazu führt, dass ausgerechnet
der Castingshow erprobte Lukas Hilbert über den Zynismus von TV-Machern
schreiben darf (das Thema und die Richtung hat Maffay vorgegeben). |
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