Pit Mumssen - ''Kirche goes gospel''Pit Mumssen
"Kirche goes gospel"


   ( 2001 PJ Music House / Gerth Medien )

Endlich gibt es auch hierzulande wieder mal eine Bearbeitung traditionellen Liedguts. Dieses Mal wurde kräftig gemischt zwischen alten Gospels bzw. Gemeindehymnen aus den USA, alten deutschen Kirchenliedern sowie modernem Anbetungs-Pop. Irgendeine/r dieser Texte oder Melodien wird sicher jedem bekannt vorkommen. Es sind halt die Klassiker. Damit es aber nicht langweilig wird, hat Pit (eigentlich Hans-Peter) noch drei eigene Titel beigesteuert. Was besonders lobenswert ist, daß nur deutsche Texte gesungen werden. Von den vier englischsprachigen Originalen wurden also sorgfältig die deutschen Versionen ausgewählt.

Als bekannte Lieder sind dabei:
- "higher ground" (hier: "zum Himmel schaue ich empor")
- "there is power in the blood" (hier: möchtest du es los sein (es ist Kraft)")
- "at the cross" (hier: "it's wahr, dass Jesus starb für mich?")
- "it is well with my soul" [bzw. "when peace like a river"] (hier: "wenn Friede mit Gott");
sowie:
- "ein feste Burg" (Martin Luther)
- "Herz und Herz vereint zusammen" (Ludwig Graf v. Zinzendorf)
- "mir ist Erbarmung widerfahren"
- "Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden"
- "o Haupt voll Blut und Wunden" (Paul Gerhardt).

Die Aufnahme des Projekts fand live im "Christus-Zentrum Arche, Elmshorn" statt und wurde im "What's Up Studio" von Neil A. Quinton etwas nachbearbeitet. Als stimmgewaltiger Gospel- bzw. Anbetungschor ist Joyful Gospel mit Volker Dymel für die stilgerechte Umsetzung zuständig. Die meisten Songs bestechen durch atemberaubendes Tempo und überschäumdes Temperament. Der Funke springt wirklich über. Bei solchen Stücken wie "o Haupt voll Blut und Wunden" wird es natürlich ruhig und ernst. Von Pits eigenen Titeln gefällt mir "ich weiss, mein Erlöser lebt" am Besten. Es ist ein angegospelter Poptitel mit einem sehr schönen Liedtext!

Was ich nicht gut finde, ist, daß hier versucht wird, klassischen Gospel und deutsche Kirchenlieder mit charismatischer Lobpreis-Theologie zu verbinden. Besonders krass kommt dies im Vorspann zu "heilige Salbung (Öl der Freude)" (# 10) und dann in diesem Lied selbst zum Ausdruck. Diese Lehre über eine derzeitige Ausgießung des Heiligen Geistes entspricht nicht dem biblischen Befund und muß aus meiner Sicht abgelehnt werden.
Kritik muß ich weiterhin äußern an dem dem Titel der CD. Erstens sagt man es entweder ganz auf Englisch, nämlich "church goes gospel", oder aber ganz deutsch, nämlich "Kirchenlied trifft Gospel". Doch bitte nicht diesen Kauderwelch! Zweitens steht im Untertitel "Geistliches Liedgut im Blackmusic-Sound" was auch nur zum Teil richtig ist. Unter "Black Music" wird eigentlich Soul, R&B und Hip-Hop verstanden, nicht aber traditioneller Gospelsound (was hier versucht wird). Außerdem gibt es auf der Platte keinen waschechten Gospel, sondern eher eine Mischung aus "weißem" Gospel und Lobpreis.

Fazit: Die Neuaufbereitung der alten Hymnen ist wirklich zu beglückwünschen, weil damit der jungen Generation diese Schätze hoffentlich wieder nahegebracht werden können. Mein Wunsch ist, daß Pit Mumssen und seinem Anliegen noch viele folgen!


—David Decker für CCM-Rezis, Juli 2001

Daten:
13 Titel / 59 Min.
Musikstil: Gospel, Lobpreis
Label(s): 2001 Projektion J Music House, Gerth Medien, Asslar
Website: http://www.kirche-goes-gospel.de  /  CZA Elmshorn


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